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Garten-Kolumne: Diese Tipps helfen beim Trauben-Anbau im Garten

Garten-Kolumne

Diese Tipps helfen beim Trauben-Anbau im Garten

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    Mit einem Handgriff ist die noch unreife Traube geschützt, hier die kernlose Sorte Romulus. Organzasäckchen halten jegliche Tierart von den Trauben fern.
    Mit einem Handgriff ist die noch unreife Traube geschützt, hier die kernlose Sorte Romulus. Organzasäckchen halten jegliche Tierart von den Trauben fern. Foto: Marianne Scheu-helgert

    Speisetrauben stehen an fünfter Stelle der beliebtesten Obstarten. Für Zitrusfrüchte und Bananen bleiben unsere Winter zu kalt. Trauben dagegen gedeihen in unseren Gärten problemloser noch als Äpfel, sie bieten dazu viele weitere Vorteile:

    Die neuen, teils auch kernlosen Sorten in allen Traubenfarben bleiben auch ungespritzt gesund. Nach einer manchmal längeren Anlaufzeit von zwei, drei Jahren sind sie wüchsig, lassen sich durch kräftigen Rückschnitt im Winter aber leicht bändigen und überstehen auch trockene Sommer ohne Gießen. Weil sie nur wenige Quadratzentimeter als Pflanzstelle brauchen, passen sie auch in die kleinsten Gärten. Sie gestalten platzsparend Hauswände, wenn es sein soll, gern auch bis in den ersten oder zweiten Stock. Weinlaub spendet lichten Schatten an Pergolen, über dem Kompostplatz oder über der Garageneinfahrt (weiße Sorten!). 

    Egal, ob Mensch oder Tier – Alle wollen süße Trauben

    Derzeit reifen die ersten Frühsorten wie die kernlose Himrod, blaue Sorten wie die aromatische Muskat bleu (mit wenigen Kernen) färben sich jetzt um. Leider machen sich schon bald die Vögel über die noch unreifen Beeren her. Anschließend schlecken Wespen und Fliegen an den süßen Säften. Blaue Beeren vermatschen in der Reifezeit, wenn sie von den nur millimetergroßen Maden der Kirschessigfliege befallen sind. Zum Glück helfen Organzasäckchen gegen alle Übel zugleich: Mit nur einem Handgriff schützt man seine Trauben, wenn man die Säckchen rechtzeitig anlegt. 

    Vogelschutznetze helfen lediglich gegen Vögel, Wespennetze wehren Vögel und Wespen ab. Den gleichen Zweck erfüllen Zwiebel- oder Kartoffelsäcke mit einem dicht gewirkten Fadennetz. Zwar kostet so ein Organzasäckchen je nach Bezugsmenge etwa 30 Cent. Die einwandfreie und appetitliche Traube aus dem Sack ist aber deutlich mehr wert, dazu kann so ein Säckchen jahrelang immer wieder verwendet werden. 

    Damit die Trauben besser wachsen: Luft und Sonne an die Früchte lassen

    Wie ich allzu oft beobachte, nehmen viele Traubenfreunde ihren Früchten ihre Sonnenkollektoren, „ihre“ Blätter. Werden fruchttragende Triebe lästig lang und hängen in den Weg, so schneidet man sie besser nicht ab, sondern steckt sie einfach nach oben ins Spalier. 

    Drei Dinge kann man frühzeitig entfernen: Blätter unterhalb der Blütenansätze, kurze Kümmertriebe mit oder ohne Blüten, ohne Trauben und auch lange Triebe ohne Trauben, die man nicht für den weiteren Aufbau seines Traubenspaliers benötigt. 

    So einfach kommen die Trauben in jeden Garten

    Bis zur Pflanzzeit im April kann man sich im Internet noch die richtigen Lieblingssorten aussuchen und im Garten die passenden Pflanzorte. Wer im Internet nach „Reben“ und „kaufen“ sucht, erhält zahlreiche Treffer, mit ausführlichen Sortenbeschreibungen der Rebschulen. Für Mittelgebirgslagen eignen sich frühere Sorten an einem sonnigen Platz. 

    Kernlose Trauben sind fein-süßende Begleiter in Obstsalaten, Kuchen oder Nachspeisen. Übermengen meiner Trauben friere ich ein. Leider erscheint die wachsige Traubenhaut beim Auftauen optisch unappetitlich. Ich nutze solch eingefrorene Trauben als Süßungsmittel in Fruchtgrützen. Taut man die Früchte in einem Sieb auf, läuft innerhalb weniger Stunden ein köstlicher, roher Traubensaft ab. 

    Ungeduldige ernten jetzt Früchte von Kümmertrieben, wenn sie gerade weich werden. Solche unreifen Beeren werden im Entsafter zu „ver-jus“, „grünem Saft“. Er dient in Salaten als fruchtiger Essig. Verdünnt mit Wasser oder Sprudel ist er ein erfrischendes Sommergetränk.

    Zur Person: Marianne Scheu-Helgert ist gelernte Gärtnerin. Bis vor Kurzem leitete sie die Bayerische Gartenakademie.

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