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Gehalt in Deutschland: Ab wann Sie zur Mittelschicht zählen

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Gehalt in Deutschland: Ab wann Sie zur Mittelschicht zählen

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    In Deutschland gehört man erst ab einem bestimmten Gehalt zur Mittelschicht.
    In Deutschland gehört man erst ab einem bestimmten Gehalt zur Mittelschicht. Foto: Annette Riedl, dpa (Symbolbild)

    Die Gehälter von Arbeitnehmern in Deutschland können stark variieren. Doch um ein realistisches Bild davon zu bekommen, wie viel Menschen tatsächlich verdienen und wo die sogenannte Mittelschicht einzuordnen ist, reicht ein Blick auf einzelne Zahlen oft nicht aus. Ab wann man in Deutschland zur Mittelschicht gehört und welche Parameter dabei eine Rolle spielen, erfahren Sie hier.

    Gehalt der Mittelschicht: Unterschied zwischen durchschnittlichem und mittlerem Gehalt

    Zwischen dem Durchschnitt und dem Mittel bestehen in der Statistik erhebliche Unterschiede. Der Durchschnitt wird auch arithmetisches Mittel genannt und kann von stark abweichenden hohen oder niedrigen Einzelwerten beeinflusst werden. Geht man beispielsweise davon aus, dass neun von zehn Menschen täglich nur fünf Kilometer zu ihrer Arbeitsstelle zurücklegen müssen, die zehnte Person allerdings täglich 100 Kilometer zurücklegt, so ergibt das einen Durchschnittswert von 14,5 Kilometern. Obwohl die Mehrheit der Leute niemals auch nur in die Nähe dieses Wertes kommt, kann ein einzelner Extremwert den Durchschnitt also so gravierend verändern.

    Das Mittel wird in der Mathematik auch Median genannt. Er beschreibt genau den mittleren Wert einer Erhebung. Stellt man beispielsweise die Menschen ihrem Einkommen nach in einer langen Reihe auf und ermittelt die Person, die exakt in der Mitte steht, bildet diese den Median. 50 Prozent der Menschen haben somit ein höheres Einkommen und 50 Prozent ein niedrigeres als diese Person.

    Laut Statistischem Bundesamt lag das Durchschnittsgehalt von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland im April 2024 bei 4634 Euro brutto. Individuell kann dieses Gehalt jedoch unterschiedlich stark vom Durchschnittswert abweichen. Verschiedene Faktoren wie Geschlecht, Alter und Bildungsabschluss spielen dabei eine Rolle. Auch macht es einen Unterschied, in welcher Branche und Region man arbeitet. Das Mediangehalt lag in Deutschland 2024 laut der Bundesagentur für Arbeit hingegen bei 4013 Euro im Monat und war damit um 217 Euro höher als noch 2023. Dies bestätigt, dass der Medianwert in diesem Zusammenhang oft aussagekräftiger ist als der Durchschnitt.

    Gehalt in Deutschland: Wer gehört zur Mittelschicht?

    Wie das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) erklärt, existiert keine einheitliche Definition für die Mittelschicht. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehören zur Mittelschicht beispielsweise Haushalte, die monatlich zwischen 75 und 200 Prozent des mittleren Nettoeinkommens in einer Region zur Verfügung haben. Das IW hingegen definiert den Begriff nach anderen Parametern: „Demnach gehört eine Person zur Mittelschicht im engen Sinne, wenn ihr bedarfsgewichtetes Haushaltsnettoeinkommen zwischen 80 Prozent und 150 Prozent des Medians liegt“.

    Das klingt zunächst kompliziert, lässt sich aber für Deutschland in klaren Zahlen ausdrücken. Der IW-Definition zufolge zählte eine alleinlebende Person im Jahr 2022 zur Mittelschicht, wenn sie über ein Einkommen zwischen 1850 und 3470 Euro netto im Monat verfügte. Für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bewegte sich die Einkommensspanne, die zur Mittelschicht zählt, zwischen 3880 und 7280 Euro. Dem Institut zufolge gehörten im Jahr 2022 somit rund 48 Prozent der Bevölkerung und damit etwa jeder zweite Haushalt zu dieser eng definierten Einkommensmittelschicht.

    Vermögen und Gehalt: Was zählt dazu, um zur Mittelschicht zu gehören?

    Wenn man einschätzen will, ob man in Deutschland zur Mittelschicht gehört, sollte man sich auch vor Augen führen, dass sich das eigene Vermögen nicht nur aus dem Gehalt errechnet, das man monatlich bezieht. Auch andere Vermögenswerte, wie Wertpapiere oder Immobilien können eine ausschlaggebende Rolle bei der Frage spielen, ob man sich zur Mittelschicht zählen kann.

    Doch Vermögen zu messen ist in Deutschland nicht leicht, da dieses nicht zur Berechnung von Beiträgen wie etwa zur Sozialversicherung oder Steuern herangezogen wird. Auch eine Vermögenssteuer gibt es in Deutschland nicht. Daher führt die Deutsche Bundesbank alle drei Jahre eine Haushaltsbefragung nach Stichproben durch. Dem aktuellsten Bericht zufolge lag demnach das durchschnittliche Nettovermögen der Haushalte 2021 bei 316.500 Euro. Das Median-Vermögen wiederum lag bei 106.600 Euro. Das zeigt noch einmal deutlich, welchen Unterschied der jeweilige Mittelwert bei der Errechnung des mittleren Vermögens in Deutschland ausmachen kann.

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