Schon allein die Bezeichnung „Krankenschwester“ sorgt häufig für Diskussionen: zu veraltet, zu einseitig, ja gar nicht mehr zeitgemäß? Unabhängig vom Namen bleibt unbestritten, dass Personen in der Berufsgruppe einen wichtigen Job leisten, betreuen, trösten und helfen, Leben zu retten. Die Aufgaben im Pflegeberuf sind anspruchsvoll, gleichzeitig rückt das Gehalt immer wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Was steckt finanziell hinter dem Job und weil es mit dem Lohntransparenzgesetz noch dauert: Wie werden Krankenschwestern tatsächlich entlohnt? Gleich eine ganze Reihe an Faktoren beeinflussen die Höhe des Gehalts.
Ist die Bezeichnung Krankenschwester noch zeitgemäß?
Die Liste an Tätigkeiten einer Krankenschwester in einem Krankenhaus ist lang. Laut der Arbeitsagentur ist neben etwaigem Blutdruckmessen, Wundenversorgen, auch der richtige Umgang mit Patienten und Angehörigen Grundlage der Arbeit, ebenso wie die Fähigkeit, rasch Entscheidungen zu fällen, wenn entsprechende Pflegemaßnahmen notwendig werden. Sie setzen ärztliche Anweisungen um, geben Medikamente aus und dokumentieren die Pflege. Körperlich, wie mental, sei man in diesem Job gefordert.
Um dieser Profession Rechnung zu tragen, und um die Hierarchie zwischen Pflege und Ärzteschaft weiter abzubauen, wird immer wieder an der Bezeichnung der angesprochenen Arbeit geschraubt. Wie beispielsweise das traditionsreiche Krankenhaus Charité in Berlin darlegt, wurde um „Professionalität, Komplexität und den Wert des Berufes“ anzuerkennen, die Bezeichnung in der jüngeren Vergangenheit mehrfach geändert: Aus der „Krankenschwester“ wurde durch das Krankenpflegegesetz 2004 die „Gesundheits- und Krankenpflegerin“ beziehungsweise genderneutral die Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpflege“ gewählt. Seit der Reform des Pflegeberufegesetzes 2020 lautet der offizielle Ausdruck „Pflegefachfrau beziehungsweise Pflegefachmann“.
Letzten Endes aber, so das Fazit der Charité, bezeichnen sich die Betroffenen wie sie möchten – nicht jede Kollegin würde sich an der eigentlich alten Bezeichnung stören. Im Gegenteil. Baue der Begriff ja doch auch eine gewisse Nähe auf und Hemmungen in für Patienten mitunter „schambehafteten Situationen“ ab. Im Alltag ist daher dennoch häufig von der „Krankenschwester“ die Rede.
Übrigens: Lange galt das Gehalt als ausschlaggebender Faktor für die Stellenwahl – doch das hat sich mittlerweile bei vielen Arbeitnehmern geändert.
Gehalt als Krankenschwester: Macht das Alter einen Unterschied?
Nicht nur in den Begrifflichkeiten hat sich im Kosmos der Pflege einiges in den vergangenen Jahren getan. Auch mit Blick auf Gehälter zeigt sich eine Entwicklung. So verdienen Fachkräfte in der Pflege im Schnitt 884 Euro mehr im Monat als noch 20214. Was die Gehälter von Krankenschwestern angeht, unterscheiden sich die Angaben je nach Berufserfahrung und Art der Einrichtung.
Die Verdienstmöglichkeiten als Krankenschwester/-pfleger zeigt unter anderem der Entgeltaltlas der Bundesagentur für Arbeit auf. Das mittlere monatliche Bruttogehalt bei einer Vollzeitstelle beläuft sich demnach auf 4329 Euro. Dabei handelt es sich um das sogenannte Medianeinkommen, das beschreibt, dass exakt 50 Prozent der Menschen mehr, und 50 Prozent weniger verdienen. Das untere Viertel reicht den Angaben nach bis zu 3870 Euro, das obere bis 4849 Euro. Der Median verschiebt sich, wenn man auf das Alter blickt:
- Alle Altersklassen betrachtend liegt der Median bei Frauen bei 4277 Euro, bei Männern bei 4510 Euro.
- Bei unter 25-Jährigen liegt er bei 4051 Euro.
- Bei 25- bis 45-Jährigen bei 4348 Euro.
- Bei über 55-Jährigen bei 4675 Euro.
Auch je nach Bundesland gibt es unterschiedliche Höhen.
Was verdient man als Krankenschwester im Krankenhaus?
Nicht nur das Alter, Bundesland und die Erfahrung im Beruf machen einen Unterschied, wie das Portal medi-karriere.de, das zur Funke-Mediengruppe gehört, erläutert. Dort wird das Durchschnittsgehalt auf 4056 Euro beziffert. Auch die Art der Einrichtung trägt maßgeblich zur Gehaltshöhe bei. Unterschieden wird demnach, ob es sich um eine öffentliche/staatliche Einrichtung handelt, oder um eine kirchliche oder private Einrichtung:
- In staatlichen Krankenhäusern sei der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes Bereich Pflege (TVöD-P) maßgebend. Genauer gesagt, die Gehaltsgruppe P7, zu der Krankenschwestern zugeordnet werden. Je nach Erfahrung erfolgt die Zuordnung der Stufen. Von 3415 bis 4188 Euro reicht demnach die Spanne.
- Bei kirchlichen Einrichtungen gebe es neben dem Tarif auch sogenannte Arbeitsvertragsrichtlinien, etwa von der Diakonie. Diese reiche beispielsweise von 3761 Euro bis 4413 Euro.
- Private Einrichtungen sind nicht tarifgebunden und zahlen laut dem Portal häufiger etwas geringer als die anderen beiden Einrichtungsarten. Es werden Werte von 3845 bis zu 4276 Euro aufgeführt.
Die Gehaltsvergleichs-Plattform gehalt.de gibt an, insgesamt fast 6500 Datensätze ausgewertet zu haben, um das durchschnittliche Gehalt einer Krankenschwester angeben zu können. Demnach würden sich die Hälfte der Angaben auf einen Bereich von 2419 und 3333 Euro belaufen.
Zum Vergleich: Das Gehalt als Altenpfleger oder Altenpflegerin reicht in der Regel von 2932 Euro bis 6010 Euro, das von Rettungssanitätern oder Rettungssanitäterinnen von 2430 Euro bis 3995 Euro und das von Medizinischen Fachangestellten in der Regel von 2151 bis 4321 Euro.
Übrigens: Um sein Gehalt besser einschätzen zu können gibt es errechnete Werte, die aufzeigen, wie viel Gehalt man mit 20, 30 oder 40 Jahren verdienen sollte. Ob man selbst angemessen für die eigene Arbeit vergütet wird, ist sicherlich auch eine Frage der Perspektive. Für das Nettogehalt gibt es ebenso Referenzwerte, wie für die Frage, wie hoch ein mittleres Einkommen überhaupt ist.
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