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Gehalt oder Work-Life-Balance? Was der Gen Z im Job wichtiger ist

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Gehalt oder Work-Life-Balance? Was der Gen Z im Job wichtiger ist

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    Das Klischee ist Sitzsack und viel Freizeit – doch bei der Jobwahl setzt die Gen Z andere Akzente.
    Das Klischee ist Sitzsack und viel Freizeit – doch bei der Jobwahl setzt die Gen Z andere Akzente. Foto: Siphosethu Fanti/peopleimages.com, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Viele Arbeitgeber glauben, die Gen Z lege vor allem Wert auf möglichst viel Freizeit. Eine neue Befragung zeichnet jedoch ein überraschend anderes Bild: Für junge Beschäftigte gibt es einen Faktor, der sogar wichtiger ist als Work-Life-Balance und Unternehmenskultur. Auf welche Kriterien sie bei der Jobsuche wirklich achten – und welche Punkte für sie echte K.-o.-Faktoren sind.

    Gehalt oder Work-Life-Balance: Auf was legt die Gen Z besonders Wert?

    Die Generation Z – also die heute etwa 18- bis 24-Jährigen, die meist am Beginn ihres Berufslebens stehen – galt in den Augen von Personalabteilungen häufig als besonders freizeitorientiert. Doch die aktuelle Befragung des HR-Softwareanbieters Factorial zeichnet ein anderes Bild: Für junge Beschäftigte dieser Altersgruppe ist das Gehalt der entscheidende Faktor bei der Jobwahl.

    Laut Report geben 34 Prozent der Gen-Z-Befragten an, dass ihnen ein gutes Gehalt im Job am wichtigsten sei – deutlich vor Work-Life-Balance, Aufstiegschancen oder einem angenehmen Umfeld. Damit unterscheidet sich die Gen Z klar von älteren Beschäftigten. Denn bei den 35- bis 44-Jährigen hängt die Priorität dem Report zufolge stark vom monatlichen Einkommen ab:

    • Verdienen sie unter 2500 Euro, halten 29,9 Prozent ein gutes Gehalt für den wichtigsten Faktor – die Work-Life-Balance liegt hier bei 23,9 Prozent.
    • Bei einem Einkommen bis 4000 Euro verschiebt sich das Bild: Dann ist für diese Altersgruppe die Work-Life-Balance mit 31 Prozent wichtiger als das Gehalt (25,9 Prozent).

    Der Report spezifiziert leider nicht, ob es sich bei diesen Angaben um brutto oder netto handelt. Damit zeigt sich: Während sich die Präferenzen in der Mitte des Berufslebens je nach finanzieller Situation verändern, bleibt die Gen Z eindeutig gehaltsorientiert. Die Befragung widerspricht damit auch den gängigen Vorurteilen, die Gen Z sei vorwiegend an Freizeit und Flexibilität interessiert.

    Auch andere Aspekte – etwa Diversität, Inklusion oder die Bekanntheit eines Arbeitgebers – spielen zwar eine Rolle, stehen jedoch deutlich hinter dem Gehalt zurück. Für Berufseinsteiger zählt damit vor allem, ob sich die Arbeit finanziell lohnt.

    Gehalt als wichtigster Faktor? Diese K.o.-Kriterien hat die Gen Z

    Auch wenn die Gen Z das Gehalt an erste Stelle setzt, bedeutet das nicht, dass Freizeit, Belastbarkeit oder Ausgleich überhaupt keine Rolle spielen. Die Befragung von Factorial zeichnet vielmehr ein differenziertes Bild: Die Generation reagiert offenbar besonders sensibel auf Stressfaktoren, die durch zwischenmenschliche Probleme oder mangelnde Kommunikation entstehen. Für 35,7 Prozent der 18- bis 24-Jährigen gehören solche Konflikte zu den größten Belastungen im Arbeitsalltag.

    Damit unterscheidet sich die Gen Z deutlich von älteren Beschäftigten, die häufiger unter Zeitdruck und hohen Erwartungen leiden. Bei gut verdienenden 35- bis 44-Jährigen nennen etwa 43,1 Prozent diesen Zeitdruck als Hauptstressfaktor – ein Wert, der zeigt, wie stark die Prioritäten mit zunehmender Berufserfahrung und Verantwortung variieren.

    Und welche Faktoren können dazu führen, dass es zum Bruch mit dem Arbeitgeber kommt? An erster Stelle steht hierbei ein schlechtes Gehalt: Für 51 Prozent der Befragten insgesamt – also nicht nur Arbeitnehmer der Gen Z – wäre eine unzureichende Bezahlung ein klarer Grund zu kündigen. Fast ebenso schwer wiegt ein schlechtes Arbeitsklima. 47,2 Prozent würden den Job verlassen, wenn im Team Konflikte, fehlender Zusammenhalt oder mangelnder Respekt den Alltag bestimmen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die fehlende Wertschätzung – 42,4 Prozent der Befragten nennen sie als Kündigungsgrund. Dahinter folgen lange Arbeitswege (35,8 Prozent), schlechte Führung (33 Prozent) und eine fehlende Work-Life-Balance (29 Prozent).

    Befragung zur Gen Z – Wie belastbar sind die Ergebnisse?

    Die Zahlen der Factorial-Befragung liefern insgesamt interessante Hinweise darauf, was Beschäftigten – und besonders der Gen Z – im Arbeitsalltag wichtig ist. Dennoch sollten die Resultate mit einer gewissen Vorsicht betrachtet werden. Die Umfrage umfasst lediglich 500 Personen, was zwar ein Stimmungsbild ermöglicht, aber keine repräsentative Aussage für den gesamten deutschen Arbeitsmarkt darstellt. Zudem bleibt offen, wie genau die Stichprobe rekrutiert wurde und ob bestimmte Branchen oder Bildungsniveaus über- oder unterrepräsentiert sind. Auch handelt es sich um eine Erhebung eines HR-Softwareanbieters, der naturgemäß ein eigenes Interesse am Thema Mitarbeiterbindung haben könnte. Das schmälert die Aussagekraft nicht grundsätzlich, erfordert aber Transparenz in der Einordnung.

    Trotz dieser Einschränkungen zeigt der Report, welche Faktoren viele Beschäftigte aktuell bewegen und wo sich Erwartungen zwischen den Generationen unterscheiden – und natürlich, welche Rolle das Gehalt spielt.

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