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Ab diesem Gehalt gelten Sie in Deutschland als arm

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Ab diesem Gehalt gelten Sie in Deutschland als arm

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    Alleinerziehende zählen aufgrund der höheren unbezahlten Betreuungsarbeit zu den Gruppen, die in Deutschland besonders armutsgefährdet sind.
    Alleinerziehende zählen aufgrund der höheren unbezahlten Betreuungsarbeit zu den Gruppen, die in Deutschland besonders armutsgefährdet sind. Foto: Friso Gentsch, dpa (Symbolbild)

    Ein Restaurantbesuch, ein Urlaub oder gar der Lebensmitteleinkauf im Supermarkt werden zum Luxus – für viele Menschen ist Geldknappheit trotz geregeltem Einkommen oder staatlichen Zuschüssen ein heikles Thema. Falls Sie sich bereits gefragt haben, wann man in Deutschland als armutsgefährdet gilt, werden Sie in diesem Beitrag fündig.

    Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren im Jahr 2025 etwa 16,1 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Und 21,2 Prozent waren von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Besonders häufig haben Rentner, Alleinerziehende und Familien mit vielen Kindern ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Ab welchem Gehalt gilt man in Deutschland aber als arm?

    Was ist Armut und wie werden von Armut gefährdete Personen ermittelt?

    Armut wird laut Aktion Deutschland Hilft als ein Zustand beschrieben, in dem das Geld, das einer Person zur Verfügung steht, nicht für lebensnotwendige Dinge ausreicht. Wer arm ist, hat zum Beispiel zu wenig Geld, um sich Essen oder ein Zuhause zu leisten. Ist die Rede von Armutsgefährdung, sind jedoch weitere Faktoren wichtig.

    Im Industrieland Deutschland ist der Armutsbegriff anders zu bewerten als in Ländern, in denen es extreme Armut gibt, so die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Die Definition von Armut in Deutschland bezieht sich nicht nur auf das Einkommen, sondern berücksichtigt auch die soziale Teilhabe. Dazu gehören Faktoren wie Bildung, Wohnsituation und Zugang zur Gesundheitsversorgung.

    Mit welchem Gehalt gilt man in Deutschland als armutsgefährdet?

    Das Statistische Bundesamt erklärt die Armutsgefährdung folgendermaßen: Es wird ein Einkommen errechnet (das Medianeinkommen), das den mittleren Verdienst in der deutschen Bevölkerung angibt. Sollte das Nettogehalt einer Person weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens betragen, gilt diese Person als armutsgefährdet.

    Daraus ergibt sich dann ein Schwellenwert, ab dem eine Person armutsgefährdet ist. Das Statistische Bundesamt gibt für diesen Wert im Jahr 2025 ein monatliches Nettogehalt von 1.446 Euro für Alleinlebende an. Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt dieser Schwellenwert bei 3.036 Euro netto im Monat. Wer weniger verdient, gilt in Deutschland als armutsgefährdet.

    Welche Gruppen sind in Deutschland besonders armutsgefährdet?

    Nicht jeder Mensch, der ein vergleichsweise geringes Gehalt hat, ist auch von Armut gefährdet. Die folgenden Gruppen sind tendenziell häufiger von Armut betroffen:

    • Rentner: Mit steigendem Alter erhöht sich das Armutsrisiko. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes hat jede fünfte Person im Ruhestand ab 65 Jahren lediglich ein monatliches Nettoäquivalenzeinkommen von maximal 1.400 Euro zur Verfügung. Besonders armutsgefährdet sind dabei Frauen. Ihre Alterseinkünfte waren 2025 durchschnittlich 25,8 Prozent niedriger als die der Männer. Die OECD schreibt, dass die sogenannte Gender Pension Gap mitunter darin begründet liegt, dass Frauen häufig weniger verdienen und somit niedrigere Rentenansprüche haben.
    • Niedriglöhner: Auch im Niedriglohnsektor ist das Medianeinkommen im Einkommenskontext relevant. Gemäß dem Statistischen Bundesamt zählten im April 2025 rund 6,3 Millionen Arbeitsstellen als Niedriglohnjobs. Ob man armutsgefährdet ist, hängt jedoch auch von Faktoren wie der Haushaltsgröße und anderen Einkünften ab.
    • Kinderreiche Familien: Steigende Ausgaben und niedrigere Einnahmen aufgrund von zeitintensiver Betreuung – aus diesen Gründen sind kinderreiche Familien häufiger von Armut betroffen. Das Armutsrisiko ist laut der deutschen Familienstudie FReDA hier besonders erhöht.
    • Alleinerziehende: Die FReDA-Studie zeigt zudem, dass die Armutsgefährdung trotz Erwerbstätigkeit besonders bei Alleinerziehenden überproportional verbreitet ist. Da laut einer statistischen Erhebung der Bertelsmann-Stiftung rund 82 Prozent der alleinerziehenden Elternteile Mütter sind, sind diese besonders von Armut gefährdet. Zwar seien sie überwiegend erwerbstätig, oftmals jedoch gezwungen, die Erwerbsarbeitszeit wegen der Kinderbetreuung zu reduzieren.

    Mit welchem Gehalt gilt man in Deutschland als reich?

    Wer in Deutschland als „reich“ gilt, hängt, wie bei der Definition von Armut, vom Verhältnis des eigenen Einkommens zum Medianeinkommen ab. Nach der Definition des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) beginnt Reichtum ab einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 250 Prozent des Medianeinkommens. Das bedeutet: Wer als Single monatlich über 5.780 Euro netto erwirtschaftet, gehört zu den Top-Verdienern und kann sich als wohlhabend bezeichnen.

    Übrigens: Zur Mittelschicht zählt man laut der IW-Studie ab einem Einkommen von 80 Prozent des Medianeinkommens. Für Alleinlebende entspricht das aktuell einem Einkommen von mehr als 1.850 Euro netto im Monat.

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