Die Anzeichen verdichten sich, dass sich der Iran-Konflikt nicht mehr nur an der Zapfsäule mit hohen Preisen für Öl und Diesel bemerkbar macht, sondern auch die Sommerurlaubspläne vieler Leute durcheinanderwirbeln könnte. Jetzt schon haben Fluggesellschaften wegen der Kerosin-Knappheit Flüge gestrichen oder die Ticketpreise erhöht. Und je länger die Schifffahrt durch die Blockade der Straße von Hormus stark eingeschränkt ist, desto deutlicher wird sich das vor allem auf den Luftverkehr auswirken. Aber es gibt ja Alternativen zum Fliegen – zumindest was viele Reiseziele innerhalb Europas betrifft – und die ja auch noch deutlich klimafreundlicher sind.
So viel CO₂ kann eingespart werden, wenn man mit Bahn oder Bus verreist
Rund 21 Kilogramm CO₂ werden pro Fluggast auf 100 Kilometer produziert, so die Auskunft des Umweltbundesamtes. Mit dem Zug werden pro Fahrgast durchschnittlich nur vier Kilogramm CO₂ auf 100 Kilometern ausgestoßen. Noch etwas besser schneidet der Reisebus mit nur drei Kilogramm CO₂ pro Person auf 100 Kilometern ab.
Es lohnt sich also gleich in mehrfacher Hinsicht, sich bei der Anreise zum Urlaubsort nach Alternativen zum Flugzeug umzuschauen. Mit dem Super Sparpreis Europa der Deutschen Bahn kann man günstig zahlreiche Ziele auf dem Kontinent ansteuern – zum Beispiel von verschiedenen Bahnhöfen in Bayern nach Stockholm für knapp über 100 Euro für eine einfache Fahrt.
Für weite Fahrten: Schon mal einen Nachtzug ausprobiert?
Immer mehr Reisende entdecken auch den Nachtzug als Möglichkeit, umweltfreundlicher und per Zug weiter entfernt liegende Urlaubsziele zu erreichen. Hier ist insbesondere das Nightjet-Angebot der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) mit zahlreichen europäischen Nachtzugverbindungen (www.nightjet.com) zu nennen. Mögen die Preise auf den ersten Blick manchmal etwas hoch erscheinen, sollte man bedenken, dass durch die Anfahrt über Nacht schon eine Übernachtung weniger das Urlaubsbudget belastet.
Was viele nicht wissen: Es gibt nach wie vor den guten alten Interrailpass, mit dem schon Generationen von – vor allem jungen – Europäern per Zug den Kontinent erkundet haben. Inzwischen werden Interrail-Pässe in vielen Variationen mit unterschiedlich vielen Reisetagen angeboten – und zwar für alle Altersklassen, auch mit attraktiven Angeboten für Familien (www.interrail.eu). So reisen Kinder unter zwölf Jahren mit ihren Eltern umsonst mit. Zur Auswahl stehen der Global-Pass, der in 33 Ländern gilt, und die Ein-Länder-Pässe, die Zugfahrten im jeweiligen Land erlauben. Für Schnellzüge wie den TGV in Frankreich oder den Le Frecce in Italien kommen zu den Pass-Kosten noch die Gebühren für die obligatorischen Sitzplatzreservierungen. Übrigens: In der Regel gib es mehrmals im Jahr Rabattaktionen mit bis zu 25 Prozent Preisnachlass auf alle Interrail-Angebote.
Günstig und klimafreundlich: Schon mal mit dem Fernbus verreist?
Ebenfalls interessant: Die Bahngesellschaften einzelner Länder bieten für Touristen eigene Pässe in unterschiedlichen Variationen an – als Beispiele seien hier der Trenitalia Pass oder der BritRail Pass genannt.
Günstig und zugleich klimafreundlich verreisen kann man auch mit Fernbussen – zum Beispiel ohne Umstieg mit dem Flixbus von Memmingen nach Nizza für knapp unter 70 Euro (www.flixbus.de). Interessant dabei: Auf vielen Flixbus-Routen besteht die Möglichkeit der Radmitnahme – vorausgesetzt, das Fahrrad wiegt nicht über 20 Kilogramm. Und auch hier gibt es für weiter entfernte Ziele Nachtverbindungen, mit denen man sich eine Übernachtung sparen kann – wenngleich natürlich das Schlafen im Bussitz nicht jedermanns Sache ist.
Der Autor
Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!, einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien. Hier schreibt der Ingenieur regelmäßig über neue Entwicklungen in der Branche. Zuletzt nahm er das Heizen im Sommer in den Blick – und warum es meistens nicht ausreicht, den Regler einfach nur herunterzudrehen. Und falls Sie sich schon mal gefragt haben, ob Sie Ihren Solarstrom an Ihre Nachbarn verkaufen können, finden Sie hier eine Antwort.
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