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Kommunale Wärmeplanung: Wärmepumpe kaufen oder warten? Der Wärmeplan gibt den ersten Hinweis

Energiekolumne

Wärmepumpe kaufen oder warten? Der Wärmeplan gibt den ersten Hinweis

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    Die Wärmeplanung soll zeigen, welche Möglichkeiten es zum Beispiel für Fernwärme gibt.
    Die Wärmeplanung soll zeigen, welche Möglichkeiten es zum Beispiel für Fernwärme gibt. Foto: Marijan Murat, dpa

    Wie heizen wir in Zukunft? Eine Frage, die sich viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer stellen. Dabei nimmt die Zahl derer stetig zu, die beim Heizen von Öl oder Gas auf erneuerbare Energien umsteigen wollen. Aktuell zeigt der Iran-Konflikt einmal mehr die Folgen, die sich aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ergeben. Aber welche Möglichkeiten beim Umstieg gibt es und was passt am besten zum jeweiligen Gebäude? Eine wichtige Entscheidungshilfe bietet dabei die kommunale Wärmeplanung.

    Das aktuell noch geltende Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist eng an die kommunale Wärmeplanung gekoppelt. Auch wenn das GEG nun bis 1. Juli durch das Gebäudemodernisierungsgesetz ersetzt werden soll, gilt nach wie vor die Vorgabe, dass bis spätestens Mitte 2028 in allen Gemeinden eine kommunale Wärmeplanung vorliegen muss. Für Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern endet die Frist schon am 30. Juni 2026. Tatsächlich haben sich viele Kommunen – auch in Schwaben – frühzeitig um das Thema gekümmert. Für einige Kommunen gibt es bereits eine Wärmeplanung.

    Warten oder machen?

    Und das ist gut so. Denn Ziel der Wärmeplanung ist es, zu ermitteln, wie und mit welcher Wärmequelle sich künftig die Haushalte, die kommunalen Liegenschaften und die Gewerbebetriebe in den verschiedenen Gemeindegebieten am kostengünstigsten und effizientesten mit Wärme versorgen lassen. Das kann der Bau oder die Erweiterung eines Wärmenetzes sein. In der Potenzialanalyse werden aber auch sinnvolle dezentrale Lösungen aufgezeigt – zum Beispiel für jene Gemeindegebiete, in denen der Anschluss in absehbarer Zeit nicht möglich oder sinnvoll sein wird.

    Wie gehe ich mit der Wärmeplanung um?

    1. Plan finden: Suchen Sie auf der Website Ihrer Stadt/Gemeinde nach „kommunale Wärmeplanung“ oder „Wärmeplan“. Viele Kommunen veröffentlichen Karten und Zeitpläne.
    2. Eigene Adresse einordnen: Ist für Ihr Gebiet ein Wärmenetz geplant oder wahrscheinlich – oder wird eher eine dezentrale Lösung empfohlen? Das ist für die Entscheidung essenziell. In vielen ländlichen Lagen bleibt es häufig bei Einzel-Lösungen.
    3. Entscheidung ableiten: Ist ein Fernwärmenetz in absehbarer Zeit geplant, dann lohnt es sich, Angebote/Anschlussbedingungen zu prüfen und Investitionen zeitlich sauber zu planen. Ist kein neues Netz in Sicht, dann sollte man sich stärker mit Wärmepumpen, Pellets oder anderen Lösungen beschäftigen.

    Am Wärmeplan ist letztlich abzulesen, ob in den jeweiligen Bereichen Fernwärme verfügbar oder deren Ausbau vorgesehen ist, ob Voraussetzungen für die Errichtung von Nahwärmenetzen bestehen oder welche Umweltwärmequellen wie etwa Geothermie vorhanden sind. Hausbesitzer erhalten damit Planungssicherheit und eine Orientierungshilfe, welche Optionen für die Wärmeversorgung im jeweiligen Fall in Frage kommen und sinnvoll sind.

    Netzt oder eigene Anlage?

    Basis der kommunalen Wärmeplanung sind dabei die Gebäude- und Heizungsdaten für die jeweilige Kommune, die aus unterschiedlichen Datenbanken erhoben und anschließend von den Fachleuten analysiert werden. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, welche Möglichkeiten es für den Einsatz von erneuerbaren Energien in den einzelnen Gebieten gibt. Es geht darum, die aktuelle Heizsituation der Gebäude mit dem tatsächlichen Potenzial abzugleichen – etwa wie viel Holz überhaupt noch zusätzlich und nachhaltig genutzt werden kann. Zudem werden Umsetzungsstrategien für die Ziele entwickelt, die sich aus der kommunalen Wärmeplanung ergeben. Die kommunale Wärmeplanung ist damit ein ganz wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer klimafreundlichen und kostengünstigen Wärmeerzeugung.

    Fachleute gehen davon aus, dass der ganz große Umschwung hin zu Wärmenetzen nicht stattfinden wird, weil sich der Bau dieser Wärmenetze häufig nicht lohnen wird. Allerdings: In Großstädten wird Fernwärme wohl eine größere Rolle spielen, in ländlichen Gebieten werden Wärmenetze in der Regel nur in Stadt- und Ortskernen oder in der Nachbarschaft größerer Unternehmen wirtschaftlich darstellbar sein. Dank engagierter Bürger werden oft auch in ländlicheren Gemeinden noch Wärmenetze umgesetzt. Aber für das Gros der Gebäude in Deutschland bedarf es auch in Zukunft individueller Lösungen wie der Wärmepumpe oder einer Heizung mit Holzpellets oder Holz.

    Und mit der kommunalen Wärmeplanung kann jetzt jede und jeder einfach ablesen, ob ein Anschluss an ein Wärmenetz für das eigene Haus in der Zukunft eine Option sein kann.

    Zur Person

    Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu – kurz eza! – in Kempten. Er setzt sich seit Jahrzehnten für die Energiewende ein. Hier schreibt er regelmäßig zu Energiethemen. Zuletzt beschäftigte er sich mit dem Kaminofen. Das sind die wichtigsten Fragen, die man vor dem Einbau klären sollte. Wie man seine Heizung richtig dimensioniert, erklärt er hier.

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