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Lebensmittelpreise stark gestiegen: Foodwatch bemängelt „unfaire Preistreiberei“

Kostenexplosion

Lebensmittelpreise enorm gestiegen: Foodwatch bemängelt „unfaire Preistreiberei“

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    In Supermärkten schlagen sich die niedrigeren Produktionskosten offenbar nicht auf die Lebensmittelpreise nieder.
    In Supermärkten schlagen sich die niedrigeren Produktionskosten offenbar nicht auf die Lebensmittelpreise nieder. Foto: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

    Die Lebensmittelpreise in Deutschland sorgen für Diskussionen: Während die Rohstoff- und Produktionskosten für Grundnahrungsmittel und weitere Güter zuletzt teilweise gesunken sind, bleiben die Preise in den Supermärkten offenbar unverändert hoch.

    Verbraucherschützer wie die Organisation Foodwatch kritisieren, dass Handelskonzerne in der Bundesrepublik die abseits der Inflation sinkenden Kosten nicht an die Verbraucher weitergeben – und stattdessen ihre Gewinnmargen wahren.

    Lebensmittelpreise steigen trotz sinkender Produktionskosten

    Laut einer Analyse von Foodwatch ist der durchschnittliche Preis eines Warenkorbs mit Grundnahrungsmitteln seit Februar 2022 (also dem Beginn des Ukraine-Kriegs) um 16 Euro gestiegen. Beispielhaft und besonders drastisch fiel die Verteuerung den Angaben zufolge bei Olivenöl und Orangensaft aus: Olivenöl koste mittlerweile 75 Prozent, Orangensaft sogar 85 Prozent mehr als noch Anfang des Jahres 2023.

    Das Statistische Bundesamt meldet im Hinblick auf die Lebensmittelpreise in Deutschland einen Anstieg von 34 Prozent innerhalb der vergangenen vier Jahre. Die Gründe für die Preisexplosion liegen vor allem in den erhöhten Energie- und Düngemittelkosten, die seit 2022 die Produktion teurer machen. Während diese Faktoren zuletzt jedoch an Einfluss verloren haben, bleiben die Kosten für Verbraucher und Verbraucherinnen gleich hoch. „Ein Rückgang der Rohstoffkosten wird nicht automatisch an die Verbraucher weitergegeben“, bemängelt die 2002 gegründete Organisation.

    Preisunterschiede bei einzelnen Lebensmitteln schwer nachvollziehbar

    Auffällig sind zudem die Preisschwankungen bei einzelnen Produkten wie Butter: Hier variieren die Lebensmittelpreise teils um bis zu zwei Euro pro 250-Gramm-Packung – ein Paradebeispiel dafür, wie unübersichtlich die Preisgestaltung im hiesigen Lebensmittelhandel sei. Ein weiterer Vorwurf: „Preise passen sich gegenseitig fast zeitgleich an, was den Verdacht möglicher Preisabsprachen nährt.“

    Um Licht ins Dunkel zu bringen, bietet Foodwatch einen „Preisradar“ an. Dieses Tool beobachtet die Preisentwicklung von Grundnahrungsmitteln wie Reis, Nudeln, Milchprodukten und Konserven. Der Fokus liegt dabei auf den günstigeren Eigenmarken der großen Handelsketten Aldi Nord, Rewe und Edeka. Deren Produkte versprechen eine Preisersparnis beim Einkaufen.

    Bemerkenswerterweise seien es jedoch gerade diese Eigenmarken, welche laut Foodwatch am stärksten im Preis gestiegen sind. Zwar dient der Preisradar nicht als Einkaufsratgeber, doch soll er Verbrauchern eine Orientierung bieten, wie sich die Lebensmittelpreise entwickeln.

    Foodwatch richtet Appell an kommende Bundesregierung

    Foodwatch richtet sich mit klaren Forderungen an die deutsche Politik. Die Organisation verlangt von der kommenden Bundesregierung, die Ende Februar 2025 gewählt wird, endlich Transparenz bei der Preisgestaltung im Lebensmittelhandel zu schaffen. Die Lösung wäre eine „Preisbeobachtungsstelle gegen unfaire Handelspraktiken und Preistreiberei“.

    Es müsse untersucht werden, ob die vier großen Handelskonzerne in Deutschland – Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) – ungerechtfertigte Gewinne auf Kosten der Verbraucher erzielen. Die Debatte um Lebensmittelpreise zeigt, wie stark die Preisgestaltung im Handel neben den tatsächlichen Herstellungskosten auch von Marktmechanismen geprägt ist.

    Den Verbrauchern zur Verfügung stehende Hebel: Lebensmittelpreise in Deutschland zu vergleichen und bewusster einzukaufen.

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