Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich, die Generation der Baby-Boomer geht in Rente und immer weniger junge Menschen zahlen in die Rentenkasse ein. Es sind mehrere Entwicklungen, die in Deutschland die Furcht schüren, dass es zu steigenden Rentenbeiträgen und/oder sinkenden Rentenzahlungen kommen könnte. Um derartige Szenarien zu verhindern, und die Rente dauerhaft sicher zu machen, hat die Bundesregierung eine Rentenkommission eingesetzt. Eine Idee der Expertenrunde ist eine Anhebung des Rentenalters. Doch was würde das bedeuten und welche Jahrgänge wären in welcher Form betroffen?
Rente mit 70: Welche Jahrgänge wären zuerst betroffen?
Eine Rentenreform ist nötig, da sind sich bei den aktuellen Entwicklungen fast alle Bürger und Experten einig. Wie diese aussehen könnte, sorgt derzeit allerdings für kontroverse Diskussionen. So auch ein Plan der Rentenkommission: die Rente mit 70. Wie die Bild aus Kommissionskreisen erfahren haben will, soll das 13-köpfige Expertengremium am Montag, 23. Februar 2026, über diese Überlegung beraten. Ob es bereits zu einer Entscheidung kommen wird, war zunächst unklar.
Sollte sich die Rentenkommission für eine Rente mit 70 Jahren aussprechen, stellt sich immer noch die Frage nach dem Zeitplan. Zuletzt stieg das Rentenalter jedes Jahr um zwei Monate, informiert die Deutsche Rentenversicherung. Würde es in diesem Tempo weitergehen, würde der Jahrgang 1982 den ersten darstellen, der erst ab einem Alter von 70 Jahren in Rente gehen dürfte. Diese Erkenntnis ergibt sich aus den Berechnungen der Frankfurter Rundschau, die in der folgenden Tabelle veranschaulicht werden.
| Geburtsjahr | Erreichen des Renteneintrittsalters | Jahr des Rentenbeginns |
|---|---|---|
| 1964 | 67 Jahre | 2031 |
| 1965 | 67 Jahre, 2 Monate | 2032 |
| 1966 | 67 Jahre, 4 Monate | 2033 |
| 1967 | 67 Jahre, 6 Monate | 2034 |
| 1968 | 67 Jahre, 8 Monate | 2035 |
| 1969 | 67 Jahre, 10 Monate | 2036 |
| 1970 | 68 Jahre | 2038 |
| 1971 | 68 Jahre, 2 Monate | 2039 |
| 1972 | 68 Jahre, 4 Monate | 2040 |
| 1973 | 68 Jahre, 6 Monate | 2041 |
| 1974 | 68 Jahre, 8 Monate | 2042 |
| 1975 | 68 Jahre, 10 Monate | 2043 |
| 1976 | 69 Jahre | 2045 |
| 1977 | 69 Jahre, 2 Monate | 2046 |
| 1978 | 69 Jahre, 4 Monate | 2047 |
| 1979 | 69 Jahre, 6 Monate | 2048 |
| 1980 | 69 Jahre, 8 Monate | 2049 |
| 1981 | 69 Jahre, 10 Monate | 2050 |
| 1982 | 70 Jahre | 2052 |
| 1983 | 70 Jahre, 2 Monate | 2053 |
| 1984 | 70 Jahre, 4 Monate | 2054 |
Könnte eine Rente mit 70 erst viel später in Kraft treten?
Wenn es nach dem Wirtschaftsweisen Martin Werding geht, sollte das Renteneintrittsalter in Richtung der 70 Jahre deutlich langsamer steigen. Als Mitglied der Rentenkommission schlug er laut ZDF heute vor, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und schrittweise ansteigen zu lassen. Konkret: Das Renteneintrittsalter soll ab 2031 alle zehn Jahre um ein halbes Jahr erhöht werden.
Werdings Berechnungen zufolge würde die Rente ab 70 Jahren dann erst im Jahr 2091 nötig sein. Schon in den Jahren und Jahrzehnten zuvor erwartet sich Werding mit diesem Vorgehen günstige Effekte wie niedrigere Beitragssätze und ein höheres Rentenniveau. Andere Wirtschaftsweisen würden diese Einschätzung teilen, berichtet ZDF heute.
Rentenkommission tagt: Wie könnte die Rente mit 70 aussehen?
Die Rentenkommission soll derzeit mehrere Modelle der Rente mit 70 prüfen, wie die Bild berichtet. Dabei gehe es vor allem um die Fragen, wie schnell das Rentenalter angehoben wird, wie hoch Abschläge bei einem Renteneintritt vor Erreichen des 70. Lebensjahres sein könnten und wie das Arbeiten über das 70. Lebensjahr attraktiver gemacht werden könnte. Laut der Bild plant die Kommission „sehr großzügige“ finanzielle Belohnungen für alle, die auch nach ihrem 70. Geburtstag noch arbeiten.
Konkrete Ergebnisse der Gespräche könnten im Frühjahr bekannt werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) plant laut ZDF heute, die Rentenreform gegen Ende des Jahres 2026 auf den Weg zu bringen.
Auch interessant: Die Rentenkommission soll prüfen, ob Beamte zukünftig in die Rentenversicherung einzahlen sollen. In Österreich wird ein solches Modell bereits praktiziert.
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