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Wenn die Rente nicht ausreicht: So sorgen Sie für den Pflegefall vor

Pflege

Versicherungen, Immobilienrenten und Kredite: So sorgen Sie finanziell für die Pflege vor

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    Pflegebedürftigkeit ist ein teures Risiko.
    Pflegebedürftigkeit ist ein teures Risiko. Foto: Sebastian Kahnert, dpa

    Pflege ist teuer – für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die sie mit immer höheren Beiträgen zur gesetzlichen Pflegeversicherung mitfinanzieren müssen, erst recht aber für die Pflegebedürftigen, deren Renten und deren Erspartes häufig nicht ausreichen, um jahrelang einen ambulanten Pflegedienst oder gar einen Platz in einem Pflegeheim bezahlen zu können. 3000 Euro und mehr an monatlicher Eigenbeteiligung sind hier inzwischen die Regel. In vielen Fällen ist eine Verwertung der eigenen Immobilie dann der naheliegendste Weg. Doch auch hier lauern finanzielle und juristische Fallen. Um auf Nummer sicher zu gehen, raten Verbraucherschützer, vorher einen Anwalt zu konsultieren oder sich an eine Verbraucherzentrale zu wenden. Wie aber sorgt man am besten vor? Ein Überblick:

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    Die Pflegetagegeldversicherung

    Sie ist die am weitesten verbreitete Art der privaten Absicherung. Der Versicherer zahlt hier pro Tag der Pflegebedürftig­keit einen vorher vereinbarten Betrag – zum Beispiel 50 oder 100 Euro. Viele Kunden betrachten solche Policen als Erb- und Vermögensschutz, damit sie als Pflegefall ihre Immobilie nicht zu Geld machen müssen. Die Stiftung Warentest gibt jedoch zu bedenken: Jeder, der über den Abschluss einer solchen Police nachdenke, sollte sich vorher um wichtigere Versicherungen kümmern, etwa die eigene Altersvorsorge und die Berufsunfähigkeit. Eine Tagegeldversicherung, sagt Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, „kann ich auch noch mit 70 abschließen, aber dann kostet sie mich eben mehrere Hundert Euro im Monat.“ In sehr jungen Jahren abgeschlossen könne der Beitrag auch bei zehn oder 20 Euro liegen

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    Der Pflege-Bahr

    Benannt nach seinem Erfinder, dem früheren Gesundheitsminister Daniel Bahr, FDP. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Tagegeldversicherung, die der Staat mit fünf Euro im Monat bezuschusst. Die Versorgungslücke im Pflegefall jedoch schließt sie nicht. Mehr als ein paar Hundert Euro im Monat bringe der Pflege-Bahr nicht, sagt Experte Grieble. Da die meisten anderen Policen eine Gesundheitsprüfung voraussetzen, ist er vor allem für Menschen interessant, die eine solche Prüfung nicht bestehen würden oder nicht bestanden haben. Der Pflege-Bahr verlangt diese Prüfung explizit nicht.

    3

    Die Pflegekostenversicherung

    Sie zahlt nicht für jeden Tag einen fixen Betrag, sondern orientiert sich an den tatsäch­lichen Pflege­kosten, die der Versicherte nach Abzug der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegekasse noch zu tragen hat. Je nach vereinbarter Versicherungsleistung finanziert sie entweder einen Teil oder die gesamten zusätzlichen Pflegekosten. Wichtig zu wissen: Die Versicherung übernimmt meist nur Kosten für die reine Pflege. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung zahlt in der Regel der Versicherte. Die Beiträge für 50-Jährige lagen 2024 nach Angaben der Verbraucherzentralen je nach Tarif bei gut 30 bis 130 Euro im Monat. 

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    Die Pflegerentenversicherung

    Sie zahlt je nach Pflegebedürftig­keit eine monatliche Rente. Nach dem Prinzip einer Lebens­versicherung werden Kunden an Über­schüssen beteiligt, die ein Versicherer möglicherweise erwirt­schaftet. Im Vergleich zu den anderen Pflegeversicherungen liegt der Beitrag in der Pflegerente deutlich höher, etwa zwei- bis dreimal so hoch. Die volle Rente erhält der Versicherte in der Regel erst ab Pflegegrad 4 oder 5. In den niedrigeren Pflegegraden wird sie nur anteilig oder gar nicht gezahlt.

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    Die Umkehrhypothek

    Auch Immobilienrente oder Reverse Mortgage genannt. Die Idee dahinter: Immobilienbesitzer verkaufen ihr Objekt oder beleihen es. Je nach Finanzierungsmodell erhalten sie eine Einmalzahlung, eine befristete oder eine lebenslange Rente - und wohnen bis ans Lebensende mietfrei in der Immobilie. Erst nach dem Tod oder einem Auszug ins Altersheim geht die Immobilie in den Besitz der Käufer über, in der Regel sind das Banken oder Versicherungen. Nachteil: Die Umkehrhypothek ist ein relativ teures Produkt, sowohl was die Zinsen als auch die Gebühren betrifft. 

    6

    Der Seniorenkredit

    Bei einem Seniorenkredit ist die monatliche Belastung geringer als bei klassischen Krediten, da ausschließlich Zinsen gezahlt werden und keine monatliche Tilgung. Getilgt wird der Kredit am Ende der Laufzeit in einer Summe – meist durch den Verkauf der Immobilie. Das Eigentum an der Immobilie bleibt den Kreditnehmern während der Kreditlaufzeit erhalten. Vor Abschluss eines solchen Darlehens darf die Immobilie mit keinen anderen Restschulden mehr belastet sein. Bislang bieten allerdings nur wenige Banken und Sparkassen Seniorenkredite an.

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    Die Leibrente

    Hier verkauft der Eigentümer seine Immobilie und erhält dafür bis ans Lebensende eine monatliche oder jährliche Rente und ein lebenslanges Wohnrecht. Wird ein Nießbrauchrecht vereinbart, kann der frühere Eigentümer die Immobilie auch an Dritte vermieten, wenn er oder sie in ein Pflegeheim zieht. Die vereinbarte Leibrente fließt weiter. Verbraucherschützer monieren jedoch zwei Nachteile: teilweise hohe Vermittlungskosten und kaum Angebote auf dem deutschen Markt. Überdies begrenzten Anbieter die Laufzeit häufig auf zehn oder 15 Jahre. Anders als bei der Umkehrhypothek kommt es bei der Leibrente bereits bei der Unterzeichnung des Vertrags zu einem Verkauf und damit zu einem Eigentümerwechsel. Die Rechte des bisherigen Eigentümers, wie das mietfreie Wohnrecht bis ans Lebensende, werden ins Grundbuch eingetragen. Für Sanierungen ist, sofern nichts anderes vereinbart wurde, dann der neue Eigentümer verantwortlich. Nach einer Modellrechnung der Verbraucherzentralen kann der Eigentümer einer Immobilie, die heute 250.000 Euro wert ist und dessen statistische Lebenserwartung noch 15 Jahre beträgt, mit einer Rente von 588 Euro im Monat rechnen. Das Wohnrecht ist dabei mit 800 Euro im Monat veranschlagt.

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