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GKV oder PKV entscheiden – Voraussetzungen 2026, Jahresarbeitsentgeltgrenze 6450 Euro, Rückkehr in die GKV

Finanzkolumne

GKV oder PKV: Was beim Wechsel wirklich zählt

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    Mit dem Chefarzt auf den Befund schauen? Das versprechen viele private Krankenversicherungen.
    Mit dem Chefarzt auf den Befund schauen? Das versprechen viele private Krankenversicherungen. Foto: Christin Klose, dpa

    Gesetzlich oder privat? Das klingt nach freier Wahl, ist aber durch Einkommen, Beruf und Biografie enger vorgegeben, als viele denken. Aktuelle Beitragserhöhungen, insbesondere in der privaten Krankenversicherung, veranlassen viele Betroffene, ihren Versicherungsschutz neu zu überdenken. Wer zu schnell wählt, dem drohen später finanzielle Herausforderungen. Vor allem der Rückweg in die gesetzliche Krankenversicherung kann schwierig werden.

    Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bis zur Jahresarbeitsentgeltgrenze, Studierende, viele Auszubildende, Beziehende von Arbeitslosengeld und viele Rentnerinnen und Rentner. Wer als Angestellter dauerhaft über dieser Grenze verdient (2026: 6450 Euro brutto im Monat), kann sich zwischen freiwilliger GKV und privater Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Selbstständige, Freiberuflerinnen und viele Beamte können grundsätzlich direkt in die PKV wechseln oder sich freiwillig gesetzlich versichern.

    So funktioniert die gesetzliche Kasse

    In der gesetzlichen Krankenversicherung trägt die Gemeinschaft: Die Beiträge orientieren sich am Einkommen und nicht daran, wie alt oder krank jemand ist. Wer wenig verdient, wird entsprechend geringer belastet, während Besserverdienende bis zu einer Obergrenze mehr einzahlen. Ehepartner und Kinder ohne oder mit sehr geringem Einkommen können ohne eigene Beiträge mitversichert sein. Familien haben so mehr Geld in der Tasche.

    Was die private Versicherung anpreist und was man wissen muss

    Private Krankenversicherungen werben mit schnellen Terminen, Behandlungen durch Chefärzte, Einzelzimmern und umfangreichen Extraleistungen, etwa bei Zahnersatz oder Brillen. Die Prämien richten sich jedoch nach dem Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsumfang.

    Junge, gesunde Alleinstehende kommen anfangs häufig günstiger weg als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge jedoch spürbar und können in der Rentenphase zur Last werden, wenn das Einkommen sinkt. Für Familien werden die Kosten höher: Für Kinder und nicht berufstätige Partner sind eigene Verträge nötig, eine kostenlose Mitversicherung gibt es nicht.

    Von der gesetzlichen in die private Versicherung zu wechseln, ist relativ unkompliziert, doch die Rückkehr ist oft nur unter engen Voraussetzungen möglich. Wer wieder versicherungspflichtig wird, etwa durch ein niedrigeres Gehalt, eine klassische Anstellung, ein Studium oder Arbeitslosigkeit mit ALG I, kann in vielen Fällen in die GKV zurückkehren. Ab Mitte fünfzig stehen die Chancen jedoch meist schlecht, wenn man in den Jahren zuvor überwiegend privat oder außerhalb der GKV versichert war. Wer sich in jungen, gut verdienenden Jahren für die PKV entscheidet, sollte diese langfristige Wirkung unbedingt mitdenken.

    Welche Absicherung für wen sinnvoll ist

    Für angestellte Personen mit Kinderwunsch, durchschnittlichem Einkommen und begrenzten Rücklagen bietet die gesetzliche Krankenkasse oft mehr Stabilität und besser kalkulierbare Kosten. Gut verdienende Singles oder kinderlose Paare mit dauerhaft hohem Einkommen und der Bereitschaft, Risiken zu tragen, können von privaten Tarifen profitieren, sollten aber gezielt für die höheren Beiträge im Alter vorsorgen. Selbstständige müssen sehr genau nachrechnen, denn sie müssen die vollen Beiträge, ob gesetzlich oder privat, allein stemmen, auch in Zeiten mit schwankenden oder niedrigen Einnahmen.

    Im Zweifel lohnt ein kühler Kassensturz: Wie hoch wird Ihr voraussichtliches Einkommen im Ruhestand sein? Eine unabhängige Beratung bei der Verbraucherzentrale kann helfen, eine tragfähige Entscheidung zu treffen.

    Zur Person

    Sascha Straub ist Fachmann für Finanzfragen und Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Bayern. Zuletzt hat er sich angsehen, was eigentlich hinter den Mini-Preisen von Temu, Shein und Aliexpress steckt. Zwar keine kleinen Preise, aber zumindest ein gutes Gewissen, versprechen „grüne“ Geldanlagen. Wie sie funktionieren, erklärt Finanzexperte Straub hier.

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