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Kübelpflanzen nach dem Winter: Diese 5 Schritte machen sie wieder fit

Gartenkolumne

Kübelpflanzen nach dem Winter: In fünf Schritten zur besseren Blüte

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    Indem man alte und braune Blätter entfernt und harte Triebe abschneidet, wird die Pflanze wieder stark für den Rest des Jahres.
    Indem man alte und braune Blätter entfernt und harte Triebe abschneidet, wird die Pflanze wieder stark für den Rest des Jahres. Foto: Christine Scherer © LWG Veitshöchheim

    Lange Zeit standen sie im Winterquartier. Doch jetzt wird es höchste Zeit, sich um überwinterte Kübelpflanzen zu kümmern. Auch wenn die Arbeit draußen im Garten bei frühlingshaftem Wetter mehr Spaß macht, müssen wir uns dringend um die Kübelpflanzen kümmern, die während des Sommers wachsen und viele Blüten hervorbringen sollen.

    Im Winter haben es die mediterranen Kübelpflanzen schwer. Sie führen ein Schattendasein irgendwo im Keller, der Garage oder anderen Orten, die keine optimalen Überwinterungsmöglichkeiten bieten. Meist sind die Standorte zu warm und zu dunkel. Folglich treiben jetzt lange, dünne und schwache Triebe aus. Sie besitzen oft nur eine hellgrüne Farbe und knicken leicht um. Und nicht selten lassen sich erste Schädlinge entdecken, besonders dann, wenn es klebt. Blattläuse, Wollläuse und Napf-Schildläuse scheiden klebrigen Honigtau aus, der Rußtaupilze fördert. Ungünstige Lebensbedingungen sowie Schadorganismen schwächen die Pflanzen, die im Sommer wieder kräftig blühen sollen.

    Pflanzen mit Schädlingen ausdünnen

    Gehen Sie am besten gleich mit Schere und Eimer an die Pflanze. Schneiden Sie vertrocknete oder auch faulige Triebe weg und kürzen Sie lange stark ein. Sorgen Sie für Luft und Licht in der Pflanze, damit dann auch die Neutriebe gut abtrocknen können.

    Aus den „Augen“ der verbleibenden Triebstücke entwickeln sich in den nächsten Wochen junge kräftige Zweige. Mit den Rückschnittmaßnahmen entfernen Sie gleichzeitig Schaderreger, die die ohnehin dünnen grünen Triebe zusätzlich schwächen würden.

    Manche Pflanzen haben sehr viele trockene, manchmal auch feucht-faulige Blätter entwickelt. Oft sind sie mit Grauschimmelsporen, dem Schwächepilz Botrytis, behaftet. Entfernen Sie diese gründlich! Nun hat die Pflanze wieder Möglichkeiten frisch und gesund auszutreiben.

    Frühjahrscheck für Kübelpflanzen

    1. Ausputzen und schneiden: Vertrocknetes und fauliges Material entfernen. Lange, dünne Triebe kräftig einkürzen.

    2. Schädlinge entfernen: Klebrige Blätter deuten oft auf Läuse hin (Honigtau). Befallene Triebe beim Schnitt gleich entsorgen und nicht auf dem Topf liegen lassen.

    3. Umtopfen oder auffrischen: Neue, möglichst torfreduzierte Erde nutzen. Bei großen Horsten (z. B. Agapanthus/Canna) kann Teilen verjüngen.

    4. Wasser und Dünger dosieren: Erst mehr gießen, wenn wieder grünes Blattwerk da ist. Mit Dünger vorsichtig beginnen – besonders, wenn nicht frisch umgetopft wurde.

    5. Abhärten nicht vergessen: Erst tagsüber raus, halbschattig starten. Vlies für kühle Nächte bereithalten, bei Frost Pflanzen besser wieder reinholen.

    Neue Kübel für den Sommer

    Topfen Sie um, wenn dies schon länger nicht geschehen ist. Zu groß gewordene Horste, beispielsweise von Schmucklilie (Agapanthus) oder Indischem Blumenrohr (Canna), können Sie teilen. Dadurch verjüngen Sie die Pflanzen und geben ihnen neuen Schwung. Wie auch bei verholzenden Pflanzen - zum Beispiel: Fuchsie, Wandelröschen und Pelargonie - befreien Sie den Wurzelballen von einem Teil alter Erde und kürzen, falls nötig, die Wurzeln etwas ein.

    Verwenden Sie zum Ein- oder Umtopfen neue, möglichst torffreie oder torfreduzierte Kübelpflanzenerde. Kübelpflanzenerden enthalten strukturstabile mineralische Anteile, damit das Substrat nicht stark zusammensackt. Dies ist besonders wichtig, da die Pflanzen mehrere Jahre im Topf wachsen sollen. Auch ist es möglich, vorhandene Blumenerde mit Splitt oder Tongranulat selbst zu mischen.

    Zeit fürs Freiland

    Es wird Zeit, die Kübelpflanzen heller und wärmer zu stellen. Beginnen Sie dann auch mit dem Gießen. Bedenken Sie jedoch, dass eine Pflanze erst mehr Wasser benötigt, wenn sie grüne Blätter bildet, die verdunsten. Beginnen Sie auch bald mit leichtem Düngen, wenn Sie nicht umgetopft haben. Die Nährstoffe fördern das Wachstum und geben einen guten Start in den Sommer.

    Härten Sie Ihre Kübelpflanzen rechtzeitig ab! Bei milden Temperaturen, auch schon im März und April, kommen sie - zunächst tagsüber - ins Freie an einen halbschattigen Platz. Auch sonnenliebende Pflanzen bekommen sonst Sonnenbrand durch die ungewohnten Strahlen.

    Für kalte Tage und vor allem Nächte legen Sie ein Vlies parat, mit denen Sie die Kübelpflanzen schützen können. Bei Frost räumen Sie besser ein. Diese arbeitsaufwendigere Methode lohnt sich besonders bei ungünstigem Überwinterungsquartier. Zum einen wachsen die Triebe kräftig heran und sie vertragen die Sonneneinstrahlung später besser. Auch fördern die kühlen Temperaturen im Frühjahr oft auch die Blütenbildung. Freuen Sie sich schon jetzt auf den sommerlichen Balkon und die Terrasse, umgeben von Ihren blühenden Schönheiten.

    Zur Person

    Isolde Keil-Vierheilig arbeitet bei der Bayerischen Gartenakademie am Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau. Viele Jahre konnte man sie persönlich am sogenannten Gartentelefon erreichen. Hier gibt sie Tipps für Hobbygärtnerinnen und Freizeitgärtner. Zuletzt schrieb sie über Heidelbeeren und deren richtige Pflege. Wie man Vitamine auf der Fensterbank züchtet, lesen Sie hier.

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