Die Wärmepumpe gilt als „Effizienzwunder“. Typischerweise produziert sie im Schnitt aus einem Teil Strom drei bis fünf Teile Wärme. Wie effizient die gesamte Heizungsanlage mit Wärmepumpe im konkreten Fall arbeitet, hängt von vielen Faktoren ab. Eine Rolle spielt dabei auch die passende Wahl der Wärmepumpe, die richtige Dimensionierung und die sinnvolle hydraulische Einbindung des Pufferspeichers ins Heizsystem.
Nicht immer nötig, aber durchaus sinnvoll
Der Vorteil eines Pufferspeichers: Mit seiner Hilfe kann überschüssige Wärme zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden – Wärmeerzeugung und -verbrauch lassen sich auf diese Weise entkoppeln, weshalb Pufferspeicher bei den unterschiedlichsten Heizsystemen zum Einsatz kommen. Im Falle der Wärmepumpe kann diese in Phasen mit hoher Effizienz – bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beispielsweise bei höheren Lufttemperaturen unter Tags – laufen und Wärme für später speichern, oder aber günstiger Solarstrom von der eigenen Anlage wird zur Wärmeproduktion genutzt.
Bei einer Wärmepumpen-Heizung hat der Pufferspeicher aber noch weitere Funktionen. So lässt sich die Zahl der Taktzyklen etwas verringern, sprich die Wärmepumpe schaltet sich weniger oft ein und aus, was die Lebensdauer erhöht. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen kommt noch dazu, dass der Pufferspeicher die Wärmeenergie für die Abtaufunktion liefern kann. Diese ist bei sehr niedrigen Außentemperaturen zur Enteisung der Wärmetauscher in der Außeneinheit notwendig.
Nicht immer ist die Kombination aus Wärmepumpe und Pufferspeicher freilich notwendig und sinnvoll. In Gebäuden mit Flächenheizung und massiven Wänden und Böden kann auf einen Speicher verzichtet werden. Hier fungieren die Fußböden, die Wände beziehungsweise die Decken als noch größerer und besserer Wärmespeicher.
Was die Effizienz der Wärmepumpe senkt
Jeder Pufferspeicher hat Wärmeverluste. In manchen Internetforen werden Pufferspeicher sogar als echte „Effizienz-Killer“ einer Wärmepumpen-Heizung bezeichnet – was in Einzelfällen zutreffen kann, aber nicht verallgemeinert werden sollte. Da sind zum einen die Wärmeverluste über die Oberfläche des Pufferspeichers, die bei zu großen dimensionierten Modellen stärker ins Gewicht fallen. Eine häufig genannte Größenfaustformel lautet: Zehn Liter pro kW Heizleistung bei einer modernen, modulierenden Wärmepumpe, sprich bei einer Zehn-kW-Wärmepumpe reicht ein Pufferspeicher mit 80 bis 120 Litern aus. Zudem sollte der Speicher in eine möglichst gute Dämmung eingepackt sein. Idealerweise entscheidet man sich für Modelle der Effizienzklasse A oder B.
Auch eine ungünstige hydraulische Einbindung senkt die Effizienz. Wird beispielsweise das erwärmte Heizungswasser von der Wärmepumpe komplett in den Speicher geleitet, kommt es bei preisgünstigen Pufferspeichern und Kombipufferspeichern häufig zu Vermischungsverlusten, weil dabei kältere und wärmere Wasserschichten durchgewirbelt werden. Die Wärmepumpe muss dann mehr Energie aufwenden, um die benötigte Vorlauftemperatur im Heizkreislauf zu erreichen. Anders, wenn der Heizkreis zuerst direkt bedient wird und nur die Überschüsse in den Pufferspeicher gehen. Das sorgt für eine bessere Schichtung und höhere Effizienz. Wichtig ist auch der hydraulische Abgleich nach dem Einbau der Wärmepumpe – unabhängig davon, ob ein solcher an der bisherigen Heizungsanlage schon einmal durchgeführt worden ist.
Abgesehen von den bereits erwähnten Funktionen des Pufferspeichers beim Heizen mit Wärmepumpe macht die Kombi das System insgesamt unempfindlicher. Der Pufferspeicher schützt den Heizungsbauer und die Anlage vor unsachgemäßen Einstellungen durch den Nutzer, meinte kürzlich ein erfahrener Heizungsbauer mit einem Augenzwinkern im Gespräch.
Zur Person
Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu – kurz eza! – in Kempten.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren