Kommt eine Katze länger als gewöhnlich nicht nach Hause oder ist sie bereits mehr als 24 Stunden nicht mehr auffindbar, so gilt sie in der Regel als vermisst. Zuerst sollte in diesem Falle die direkte Umgebung überprüft und so sichergestellt werden, ob sich der Vierbeiner nicht in einem Zimmer oder an einem ruhigen Ort in der Wohnung versteckt hat. Ist das Tier in den Innenräumen nicht zu finden, dann sollte im Umfeld des Hauses weitergesucht werden, da sich Katzen gerne in Büschen und Sträuchern verstecken.
Kristina Berchtold vom Tierschutzverein München rät: „Grundsätzlich kann man die vermisste Katze jederzeit suchen, allerdings eignet sich die Abend- und Nachtzeit besonders, da es dann ruhiger ist und sich eine verschreckte Katze eher aus ihrem möglichen Versteck heraus traut.“ Wer abends sucht, sollte dies mit einer Taschenlampe tun, da das Tier etwa in Büschen durch das Reflektieren der Augen leichter erkennbar ist.
Wo sich vermisste Tiere am ehesten finden lassen
Laut Berchtold gibt es regelrechte Fallen, in die Katzen häufig tappen und von selbst oft nicht mehr herauskommen. „In 80 bis 90 Prozent der Fälle sind Katzen irgendwo eingesperrt. Es ist deshalb besonders wichtig, alle Räume, Keller, Schränke, Waschmaschinen, Trockner, Schubläden und Nischen in der eigenen Wohnung zu checken“, so Berchtold. Am besten sollten Türen für längere Zeit offenstehen, um dem Tier die Möglichkeit zu geben, von selbst hinauszulaufen.
Als nächsten Schritt empfiehlt es sich, umliegende Garagen, Schuppen, Keller und Dachböden zu überprüfen. Da auch ein Verkehrsunfall nicht ausgeschlossen werden kann, sollten die nächstgelegenen Straßenränder ebenso abgesucht werden. Besonders verletzte Tiere haben die Angewohnheit, sich gut zu verstecken. Ein weiterer Gefahrenpunkt: Ohne Wasser können Katzen nur wenige Tage überleben. „Tierhalter sollten daher auch nicht davor zurückscheuen, bei der Nachbarschaft zu klingeln und darum zu bitten, sich gegebenenfalls selbst umsehen zu dürfen“, sagt Berchtold. Ratsam ist es zudem, Wurfsendungen in den Briefkästen der Nachbarn zu hinterlassen, mit der Bitte, die Räumlichkeiten genau zu überprüfen.
Heimwegschleppe gilt als effektive Methode
Eine Heimwegschleppe ist eine Methode, um entlaufene oder vermisste Tiere dabei zu unterstützen, den Weg nach Hause zu finden. Dabei wird eine Geruchsspur gelegt – in der Regel mit stark riechenden Dingen, die der Katze vertraut sind. „Tierhalter können etwa ein getragenes Kleidungsstück, wie ein T-Shirt oder Socken, das stark nach Ihnen riecht, verwenden. Manche Halter verwenden auch benutztes Katzenstreu aus der Katzentoilette“, erklärt die Expertin. Das Material wird in einer Schleppe vom Ort, an dem die Katze gesehen wurde bis zurück nach Hause gezogen.
„Am besten funktioniert das bei windstillem Wetter oder abends, wenn weniger Gerüche in der Luft sind. Man kann auch mehrere Schleppen legen, rund um das Wohnhaus, die sternförmig alle nach Hause führen“, sagt Berchtold. Im Idealfall nimmt die Katze den vertrauten Geruch auf und folgt der Spur. Besonders bei Freigängern oder orientierungslosen Wohnungskatzen ist die Erfolgsgarantie hoch. Allerdings sollte die Spur nicht zu lang sein, da sie sonst zu schwach werden kann. Eine Futterspur sollte draußen hingegen nicht gelegt werden. „Das zieht Wildtiere oder andere Katzen an und verfehlt damit seinen Zweck“, sagt Berchtold.
Meldung beim Heimtierregister
Eine Vermisstenmeldung bei einem Heimtierregister ist äußerst sinnvoll, besonders, wenn das entlaufene Tier gechippt ist. Aber auch ohne Registrierung ist die Meldung wertvoll, da das Tier mit Foto und genauer Beschreibung trotzdem zur Suche ausgeschrieben werden kann. „Was viele Tierhalter nicht wissen, ist, dass die Registrierung nicht vom Tierarzt erfolgt, bei dem der Chip eingesetzt wird. Diese muss selbstständig durchgeführt werden“, erklärt Berchtold.
Dies könne aber auch nachträglich online gemacht werden, ebenso wie die Vermisstenmeldung. „Die beiden gängigsten Register sind Tasso und Findefix“, erklärt die Expertin. Sinnvoll sei zudem die Kontaktaufnahme mit Polizei, Deutscher Bahn, Straßenmeisterei, Tierheimen, Tierschutzvereinen, Tierkliniken und Tierarztpraxen sowie dem Ordnungsamt oder der Gemeinde. Lohnen könnten auch Nachfragen bei umliegenden Bauernhöfen oder der Jägerschaft.
Die Suche über das Internet, besonders Social Media, kann ebenfalls hilfreich sein. „Auch Nachbarschaftsplattformen wie nebenan.de sind dafür absolut sinnvoll“, erklärt Berchtold. Eine weitere ratsame Methode ist es, Suchplakate zu erstellen. Allerdings ist das Anbringen von Suchplakaten für eine vermisste Katze im öffentlichen Raum grundsätzlich genehmigungspflichtig ist.
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