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Welpen: Das ist bei der Erziehung besonders wichtig

Hunde

Was man bei der Welpenerziehung unbedingt beachten muss

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    Eignet sich gut als Spielzeug für Welpen: ein Knotentau.
    Eignet sich gut als Spielzeug für Welpen: ein Knotentau. Foto: Benjamin Nolte, dpa

    Die Erziehung eines Hundes bedeutet weit mehr, als ihm Kommandos wie „Sitz!“, „Platz!“, „Bleib!“ oder „Fuß!“ beizubringen. Sie beginnt bereits dort, wo der Hund behutsam an verschiedene Eindrücke und Situationen des Alltags gewöhnt wird - sei es an unterschiedliche Untergründe, den Umgang mit Kindern oder Autofahrten. „Ein verantwortungsvoller Halter legt hier bereits die grundlegenden Bausteine, damit der Hund später sicher und ausgeglichen auf Neues reagieren kann“, erklärt Rita Kampmann, Tierpsychologin, Hundetrainerin und Inhaberin der Münchner Hundeschule „Freude am Hund“. Wichtig ist dabei, ohne Strafen zu arbeiten und den Hund stattdessen mit positiver Motivation und kleinen Erfolgen zu fördern. So lernt das Tier, sich vertrauensvoll an seinem Menschen zu orientieren und baut eine stabile, liebevolle Bindung auf. 

    Hundeerziehung: Präge- und Sozialisierungsphase entscheidend 

    In den ersten acht Lebenswochen durchläuft ein Welpe die sogenannte Prägephase - eine entscheidende Zeit für seine Entwicklung und sein späteres Verhalten. „Es ist wichtig, dass der junge Hund in dieser Phase viele positive Erfahrungen sammeln kann und behutsam an verschiedene Eindrücke gewöhnt wird“, so Kampmann. Denn in dieser Phase beginnt das Tier Erlebtes mit Erfahrungen zu verknüpfen. Eine sanfte Einführung in die Welt hilft ihm daher, später neugierig, sicher und ausgeglichen auf neue Situationen zu reagieren. Eine gelungene Prägephase schafft die Basis für ein selbstbewusstes, entspanntes Tier und erleichtert die Erziehung und das Zusammenleben erheblich. 

    Ab der achten Lebenswoche folgt die Sozialisierungsphase, die bis etwa zur 16. Lebenswoche andauert. „Der Halter übernimmt nun die Rolle des Rudels und sollte dem Welpen Geborgenheit und Vertrauen vermitteln. In dieser Phase ist der junge Hund äußerst lernfähig und offen für neue Erfahrungen“, erklärt die Tierpsychologin. Halter sollten den Hund daher vorsichtig an unterschiedliche Umgebungen, Situationen und Reize heranführen, wobei entscheidend ist, den Welpen weder zu über- noch zu unterfordern. Sinnvoll ist in dieser Zeit der Besuch einer gut geführten Welpengruppe, damit das Tier frühzeitig lernt, mit Artgenossen zu kommunizieren und angemessen zu interagieren. „Die sozialen Kontakte zu anderen Hunden stärken seine Fähigkeit, Körpersprache zu lesen und soziale Signale zu verstehen - wichtige Grundlagen für sein ganzes Leben“, sagt Kampmann. 

    Rottweiler, Dobermann, Zwergspitz: Besonderheiten bei Rasse und Geschlecht in der Erziehung des Welpen

    In der Welpenerziehung sind rassespezifische Unterschiede von großer Bedeutung „Bei Rassen wie etwa dem Rottweiler, dem Dobermann oder auch Herdenschutzhunden, die einen ausgeprägten Schutz- und Wachinstinkt besitzen, ist es entscheidend, dass sie positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen und Situationen sammeln, um ein sicheres und ausgeglichenes Verhalten zu entwickeln und übermäßiges Misstrauen zu vermeiden“, rät Kampmann. Kleinere Rassen hingegen wie der Zwergspitz oder der Yorkshire Terrier haben in der Regel einen geringeren Schutztrieb. Für sie sei es besonders wichtig, sie behutsam an alltägliche Reize wie Lärm, Verkehr und Menschenmengen zu gewöhnen, um Unsicherheiten und Ängste abzubauen. „Hunde wie der Labrador oder der Golden Retriever sind von Natur aus sehr sozial und menschenbezogen, was die Bindungsarbeit in der Sozialisierungsphase erleichtert. Sie neigen dazu, schnell eine enge Bindung zu ihren Haltern aufzubauen.“

    Was man auf keinen Fall tun sollte 

    Bei der Erziehung eines Welpen ist es wichtig, bestimmte Fehler zu vermeiden, um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und das Lernen zu fördern. „Körperliche Bestrafung oder Härte sollten unter allen Umständen vermieden werden, da sie Angst auslösen und kontraproduktiv für den Lernprozess sind“, sagt Hundetrainerin Kampmann. Ebenso sei es problematisch, Befehle ständig zu wiederholen, da dies dazu führen kann, dass der Welpe nicht mehr darauf reagiert. Ein weiterer häufiger Fehler ist, die Sozialisierung überhaupt zu vernachlässigen, da der Kontakt zu anderen Hunden und Menschen entscheidend ist, damit der Welpe lernt, sich in verschiedenen Situationen sicher zu bewegen. „Zu den häufigsten Irrtümern bei der Welpenerziehung gehört die Annahme, dass Hunde ein schlechtes Gewissen haben könnten. Der schuldbewusste Blick ist lediglich eine Reaktion auf unsere Körpersprache, nicht aber auf Schuldgefühle“, so Kampmann. Häufig unterschätzt wird auch die Bedeutung von Konsequenz in der Erziehung. Dabei ist es für Welpen essenziell, klare und konsistente Regeln zu haben, um ihr Verhalten zu steuern und die nötige Orientierung zu bieten. 

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