Der Blutdruck ist eine wichtige Kenngröße für den allgemeinen Gesundheitszustand und sollte regelmäßig überprüft werden. Denn wenn er lange Zeit zu hoch ist, kann das zu ernsthaften Folgeerkrankungen führen. Bei der Messung werden immer zwei Werte angegeben, der diastolische und der systolische. Doch was sagen diese Zahlen eigentlich aus? In diesem Überblick erfahren Sie mehr.
Blutdruckwerte: Wie ist das Herz aufgebaut?
Systolische und diastolische Blutdruckwerte geben Auskunft darüber, wie gut Herz und Gefäße funktionieren und spielen deshalb eine wichtige Rolle für das allgemeine Wohlbefinden. Da beide Werte eng mit der Arbeitsweise des Herzens verbunden sind, ist es sinnvoll, zunächst einen Blick auf dessen grundlegenden Aufbau zu werfen.
Wie die Deutsche Herzstiftung erklärt, besteht das Herz aus einer rechten und einer linken Hälfte, die jeweils eigene Aufgaben übernehmen, um den Körper über das Blut zu versorgen. So gelangt sauerstoffarmes Blut über die Venen zurück zum Herzen und wird in der rechten Herzhälfte aufgenommen. Von dort wird es zur Lunge gepumpt, wo es Sauerstoff aufnimmt. Anschließend fließt es zum Herzen zurück und erreicht die linke Herzhälfte. Diese transportiert das nun sauerstoffreiche Blut über die Hauptschlagader in die Arterien weiter und von dort durch den gesamten Körper.
Systolischer und diastolischer Wert: Was bedeuten die Blutdruckwerte?
Das Herz sorgt also dafür, dass Sauerstoff über das Blut im Körper verteilt wird. Dieser Kreislauf wird durch die Pumpleistung des Herzens aufrechterhalten, denn mit jedem Schlag wird Blut durch den Körper transportiert. Bei jedem Herzschlag entstehen dabei zwei Extremwerte, die für die Blutdruckmessung entscheidend sind.
Laut der American Heart Association steigt der Druck in den Arterien in dem Moment an, in dem das Herz pumpt. Der höchste Wert, der dabei gemessen wird, ist der systolische Blutdruck, der auch als oberer Wert bezeichnet wird. Zwischen den Schlägen, also in der Ruhephase, sinkt der Druck wieder ab. Der niedrigste Wert, der in dieser Phase gemessen werden kann, ist der diastolische Blutdruck, auch als unterer Wert bekannt. Zusammen ergeben beide Werte den Blutdruck, der beim Arzt oder auch zuhause gemessen wird.
Systolischer und Diastolischer Wert: Normalwerte und Bluthochdruck
Der systolische und der diastolische Wert geben also an, wie hoch der Druck in den Arterien während und zwischen den Herzschlägen ist. Doch welche Blutdruckwerte gelten dabei als normal, und ab wann sind sie schon erhöht? Wie die Deutsche Herzstiftung erklärt, gibt es verschiedene Leitlinien, an denen man sich orientieren kann, darunter die der European Society of Cardiology (ESC) aus dem Jahr 2024.
Laut der ESC-Richtlinie gelten für den systolischen und diastolischen Blutdruck folgende Werte bei der Messung in der Arztpraxis:
- Normaler Blutdruck: bis 120/70 mmHg
- Erhöhter Blutdruck: 120-139/70-89 mmHg
- Bluthochdruck: ab 140/90 mmHg
Bei der Messung zuhause gelten laut der ESC-Richtlinie diese Werte:
- Nicht erhöht: unter 120/70 mmHg
- Erhöht: 120-134/70-84 mmHg
- Bluthochdruck: ab 135/85 mmHg
Blutdruck diastolisch und systolisch: Was heißt eigentlich mmHg?
Wenn also vom Blutdruck die Rede ist, geht es immer um zwei Werte, und zwar den systolischen und diastolischen Blutdruck. Hinter diesen Zahlen steht bei jeder Messung die Einheit „mmHg“. Doch was bedeutet sie eigentlich? Laut dem österreichischen Gesundheitsministerium handelt es sich dabei um eine Druckeinheit, die für Millimeter Quecksilbersäule steht. In der Medizin wird sie verwendet, um den Druck von Körperflüssigkeiten zu bestimmen. Physikalisch beschreibt diese Größe den statischen Druck, der von einer einen Millimeter hohen Quecksilbersäule erzeugt wird.
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