Blutdruckwerte gelten als wichtige Orientierung für die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Immer mehr Menschen kontrollieren ihren Blutdruck daher auch regelmäßig zu Hause. Bei der Wahl des richtigen Geräts taucht dann oftmals eine Frage auf: Soll man lieber am Oberarm oder am Handgelenk messen? In diesem Überblick erfahren Sie mehr dazu.
Blutdruck messen: Welche Stelle wird empfohlen?
Wenn man den Blutdruck zu Hause messen möchte, kommen zwei Körperstellen infrage, für die es jeweils passende Geräte gibt: der Oberarm und das Handgelenk. Doch welche Methode wird empfohlen? Darauf gibt es eine klare Antwort. Laut einer Veröffentlichung der American Heart Association und der American Medical Association sind Oberarmgeräte vorzuziehen, da es bei Handgelenkmessungen häufiger zu fehlerhaften Werten durch eine falsche Positionierung des Geräts kommt.
Besonders bei älteren Menschen kann eine Messung am Oberarm zudem empfehlenswert sein. Denn wie auf der Webseite der Deutschen Herzstiftung von Kardiologe Vinzenz Graf von Kageneck erklärt wird, werden die Blutgefäße ab dem 65. Lebensjahr weniger elastisch, was zu einer Abweichung zwischen den Werten am Oberarm und am Handgelenk führen kann. Bei größeren Unterschieden sollte man sich dem Experten zufolge auf die Messwerte am Oberarm stützen.
Oberarm-Messung: Was ist zu beachten?
Die Messung am Oberarm ist also generell eher zu empfehlen als die am Handgelenk. Damit die Messung am Oberarm aber auch zuverlässige Ergebnisse liefert, kommt es auf die richtige Durchführung an. Laut dem österreichischen Gesundheitsministerium sollte man immer denselben Arm nutzen, im Sitzen und in Ruhe messen und den Arm dabei auf Herzhöhe halten. Die Manschette muss außerdem direkt auf der Haut liegen und richtig passen, sonst fallen die Werte zu hoch oder zu niedrig aus. Wichtig ist zudem, nur geprüfte Geräte zu verwenden. Eine Übersicht über geprüfte Blutdruckmessgeräte findet man zum Beispiel auf der Seite der Deutschen Hochdruckliga.
Für wen kommt eine Handgelenk-Messung infrage?
Nicht immer ist eine Messung am Oberarm jedoch die beste Option. In manchen Fällen sollten Betroffene eher auf die Handgelenkmessung zurückgreifen. Laut der Mayo Clinic trifft das beispielsweise auf Menschen mit sehr großen Oberarmen zu, bei denen die Manschette nicht richtig sitzt. Auch nach einer Entfernung von Lymphknoten in der Achsel kann die Messung am Handgelenk sinnvoll sein.
Wenn man den Blutdruck mit einem Handgelenk-Messgerät misst, muss man aber auch einige Dinge beachten, um falsche Ergebnisse zu vermeiden, wie die Mayo Clinic erklärt. Dazu gehört, die Manschette direkt über der Pulsader am Handgelenk anzulegen und nicht über Kleidung zu verwenden. Wichtig ist außerdem, ruhig sitzen zu bleiben, das Handgelenk in Herzhöhe zu halten und es nicht abzuknicken.
Blutdruck Messen: Diese Werte sollten Sie kennen
Wenn man seinen Blutdruck durch Messungen kontrollieren will, ist es ratsam, auch die Blutdruck-Richtwerte zu kennen, um abschätzen zu können, ob etwas nicht stimmt. Die Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) aus dem Jahr 2024 ist dabei die aktuellste und gibt laut der Deutschen Herzstiftung folgende Grenzwerte für das Messen zu Hause vor:
- Nicht erhöht: unter 120/70 mmHg
- Erhöht: 120-134/70-84 mmHg
- Bluthochdruck: ab 135/85 mmHg
Wichtig ist dabei zu wissen, dass diese Werte nur für Messungen zu Hause gelten. Wie die Deutsche Herzstiftung erklärt, gelten laut ESC-Leitlinie für Messungen beim Arzt andere Grenzwerte, denn zu Hause erfolgt die Messung meist ohne Hektik und die oft mit einem Arztbesuch verbundene Aufregung entfällt. Deshalb sind die Grenzwerte für eine Hypertonie bei der Messung beim Arzt höher anzusetzen:
- Normaler Blutdruck: bis 120/70 mmHg
- Erhöhter Blutdruck: 120-139/70-89 mmHg
- Bluthochdruck: ab 140/90 mmHg
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