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Blutdruck messen: Geht das nur am Oberarm?

Blutdruck

Blutdruck messen: Geht das nur am Oberarm?

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    Blutdruck messen leicht gemacht: Neben der klassischen Messung am Oberarm ist das heute auch per Smartwatch oder App möglich.
    Blutdruck messen leicht gemacht: Neben der klassischen Messung am Oberarm ist das heute auch per Smartwatch oder App möglich. Foto: amenic181, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Mittlerweile gibt es unzählige Geräte auf dem Markt, um den Blutdruck zu messen. Am bekanntesten ist die klassische Messung am Oberarm. Doch auch moderne Alternativen wie die Apple Watch oder spezielle Apps werden immer beliebter. Doch wie genau und verlässlich sind diese neuen Methoden im Vergleich zur klassischen Messung? Dieser Artikel erklärt, warum regelmäßiges Blutdruckmessen so wichtig ist, welche Geräte es gibt und welche Modelle sich am besten eignen.

    Warum ist es so wichtig den Blutdruck regelmäßig zu messen?

    Der Blutdruck ist laut der Stiftung Gesundheitswissen der Druck in den Arterien, der entsteht, wenn das Herz Blut durch den Körper pumpt. Er zeigt also, wie stark das Herz und die Gefäße arbeiten müssen, um die Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Ein stabiler Blutdruck ist daher die Grundlage für ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Gemessen wird er in zwei Werten, nämlich dem Druck, wenn das Herz Blut in die Gefäße pumpt, und dem Druck, wenn es sich wieder entspannt. Die Deutsche Herzstiftung nennt als Normalwerte etwa 120/70 mmHg. Steigen die Werte dauerhaft an, spricht man von Bluthochdruck.

    Bleibt Bluthochdruck unbehandelt, muss das Herz laut MSD Manual durchgehend gegen den erhöhten Druck arbeiten. Die Herzkammern vergrößern sich, die Herzwände verdicken und das Herz kann sich nicht mehr richtig mit Blut füllen. Das macht den Bluttransport immer anstrengender. Langfristig gesehen kann das zu schwerwiegenden Folgen führen, darunter:

    • Herzrhythmusstörungen
    • Herzschwäche
    • Herzinfarkt
    • Nierenversagen
    • Schlaganfall
    • Vaskuläre Demenz

    Schon Werte ab 120-139/70-89 mmHg gelten nach Angaben der Deutschen Herzstiftung als leicht erhöht. Je länger der Bluthochdruck unentdeckt bleibt, desto größer ist das Risiko für ernst zu nehmende Folgeerkrankungen. Deshalb ist es besonders wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu messen und rechtzeitig gegenzusteuern.

    Welche Blutdruckmessgeräte gibt es?

    Bluthochdruck bleibt laut der Deutschen Herzstiftung oft lange unbemerkt, kann aber das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenerkrankungen deutlich erhöhen. Um den hohen Blutdruck rechtzeitig zu behandeln, ist es wichtig, die eigenen Werte regelmäßig zu kontrollieren. Die Stiftung Gesundheitswissen empfiehlt Menschen mit Bluthochdruck, den Blutdruck ein- bis zweimal pro Woche zu messen, mindestens jedoch einmal im Monat. Dafür muss man jedoch nicht jedes Mal in die Arztpraxis gehen. Mit den richtigen Blutdruckmessgeräten lässt sich der Blutdruck zuverlässig und bequem von zu Hause aus messen:

    • Oberarm: Oberarm-Messgeräte sind der Klassiker unter den Blutdruckmessgeräten. Die Manschette wird dabei laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) etwa zwei bis drei Zentimeter oberhalb der Armbeuge angelegt. Sitzt man aufrecht und legt die Beine nebeneinander, kann die Messung dann per Knopfdruck in nur wenigen Minuten durchgeführt werden. Um zuverlässige Werte zu erhalten, sollte man die Messung mehrmals mit einminütigen Pausen wiederholen.
    • Handgelenk: Handgelenk-Messgeräte sind eine weitere Möglichkeit, den Blutdruck zu kontrollieren. Diese funktionieren ähnlich einfach per Knopfdruck. Wichtig ist jedoch, wie das IQWiG betont, dass das Handgelenk bei der Messung auf Herzhöhe abgelegt wird. Liegt es zu hoch oder zu niedrig, kann das zu fehlerhaften Ergebnissen führen.
    • Finger: Auch am Finger lässt sich der Blutdruck messen. Dafür wird ein Clip über die Fingerkuppe gesetzt, der mit Sensoren den Blutfluss registriert. Laut der Medical Tribune können solche Geräte oft zusätzlich die Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung, Körpertemperatur oder Atemfrequenz erfassen.
    • App: Blutdruck messen funktioniert inzwischen auch ganz einfach per App. Die Deutsche Hochdruckliga hat dazu verschiedene Apps geprüft und nach Kriterien wie Validität, Sicherheit, Datenschutz und Benutzerfreundlichkeit bewertet. So können Betroffene auf geprüfte Lösungen zurückgreifen, wenn sie ihren Blutdruck zusätzlich mit dem Smartphone im Blick behalten möchten.
    • Smartwatch: Immer beliebter werden außerdem Smartwatches. Neben Funktionen wie Schrittzähler, Kalorienverbrauch oder Benachrichtigungen können moderne Modelle mittlerweile auch den Blutdruck erfassen. Laut dem Kardiologen Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung liefern solche Geräte sogar auch relativ zuverlässige Ergebnisse.

    In Arztpraxen wird der Blutdruck, wie der Ratgeber Herzinsuffizienz beschreibt, neben der automatischen Oberarmmessung häufig noch klassisch mit einer Manschette und einem Stethoskop gemessen. Weiterhin gibt es Langzeit-Blutdruckmessungen über 24 Stunden oder invasive Verfahren.

    Blutdruck nicht nur am Oberarm messen: Welches Blutdruckmessgerät ist das beste?

    Blutdruckmessgeräte gibt es für den Oberarm, das Handgelenk, den Finger oder sogar digital per App und Smartwatch. Doch sind all diese Möglichkeiten wirklich gleichermaßen zuverlässig? Die Stiftung Warentest hat 2023 verschiedene Blutdruckmessgeräte untersucht. Testsieger waren dabei Modelle für den Oberarm und das Handgelenk, da sie die genauesten Werte lieferten.

    Auch die American Heart Association (AHA) empfiehlt für die regelmäßige Kontrolle ein Oberarm-Messgerät. Geräte für das Handgelenk oder den Finger schnitten deutlich schlechter ab. Vor allem bei Finger-Messgeräten zeigte sich laut der Medical Tribune, dass die Genauigkeit eingeschränkt ist. Während der systolische Wert in rund 90 Prozent der Fälle korrekt ermittelt wurde, lag die Genauigkeit beim diastolischen Wert nur bei etwa 63 Prozent. Smartwatches können laut der Deutschen Herzstiftung bei richtiger Anwendung ebenfalls verlässliche Blutdruckwerte liefern. Sie ersetzen jedoch weder einen Arztbesuch noch die klassische Oberarmmessung.

    Zudem betont die AHA, dass bestimmte Blutdruckmessgeräte nicht für alle Personengruppen geeignet sind. Gerade bei älteren Menschen, Schwangeren oder Kindern sollte die Wahl des richtigen Geräts ärztlich besprochen werden.

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