Ein guter Schlaf gehört wohl zu den wichtigsten Voraussetzungen für unsere Gesundheit. Wie viel Schlaf wir dabei konkret brauchen, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Neben etwa Alter und Lebensstil scheint auch das Geschlecht eine Rolle zu spielen. Aber gibt es tatsächlich Unterschiede zwischen Frauen und Männern? Hier erfahren Sie mehr dazu.
Schlaf nach Geschlechtern: Brauchen Frauen mehr Schlaf?
Schlaf ist für jeden Menschen ein wichtiger Bestandteil, um langfristig leistungsfähig und gesund zu bleiben. Geht es jedoch darum, wie viel Schlaf benötigt wird, gibt es zwischen den Geschlechtern wohl tatsächlich einen Unterschied. Denn wie die Cleveland Clinic erklärt, brauchen Frauen mehr Schlaf als Männer, da sie mehr Faktoren aufweisen, die den Schlaf stören und daher vermutlich mehr Schlaf benötigen, um dies wieder auszugleichen. Zu diesen Faktoren gehören laut Cleveland Clinic unter anderem:
- Hormonelle Veränderungen: Schwankungen im Hormonhaushalt beeinflussen den Schlafrhythmus. Zyklus, Schwangerschaft, Stillzeit und besonders die Wechseljahre können dazu führen, dass Frauen länger zum Einschlafen brauchen, weniger Tiefschlaf erreichen und häufiger Schlafstörungen entwickeln.
- Depressionen und Angststörungen: Psyche und Schlaf beeinflussen einander. Frauen sind doppelt so häufig von Depressionen und Angststörungen betroffen wie Männer, wie die Cleveland Clinic erklärt. Beide Erkrankungen stehen in engem Zusammenhang mit Schlaflosigkeit.
- Schlafstörungen: Frauen leiden öfter an Schlafstörungen als Männer. Dazu gehört das Restless-Legs-Syndrom, das bei ihnen doppelt so häufig auftritt.
Warum ausreichender Schlaf so wichtig ist
Schlaf ist die Grundlage dafür, dass Körper und Geist funktionieren. Während der Nacht erholt sich der Organismus, das Gehirn verarbeitet Eindrücke und festigt Erinnerungen. Laut dem Amt für Frauengesundheit im US-Gesundheitsministerium geht man außerdem davon aus, dass dabei Abfallstoffe abgebaut werden, die sich tagsüber ansammeln. Bleibt die Nachtruhe regelmäßig zu kurz, steigt das Risiko für gesundheitliche Probleme wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Depressionen.
Diese Tipps können bei Einschlafproblemen helfen
Genug Schlaf ist also wichtig. Aber was tun, wenn das Einschlafen oder Durchschlafen nicht so ganz klappen will? Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gibt in diesem Fall unter anderem folgende Tipps, die dabei helfen können:
- Schlafhygiene beachten: Jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen. Auf Kaffee, Alkohol oder Nikotin am Abend besser verzichten, auch schweres Essen direkt vor dem Schlafen meiden.
- Das Bett richtig nutzen: Erst dann ins Bett gehen, wenn man sich wirklich schläfrig fühlt. Wer länger wach liegt, sollte lieber kurz aufstehen. Wichtig ist auch, das Bett nicht für andere Dinge wie Fernsehen oder Arbeiten zu nutzen.
- Zur Ruhe kommen: Entspannungsübungen wie Muskelentspannung, Atemtechniken, Meditation oder Fantasiereisen können helfen, den Kopf freizubekommen.
- Aktiv bleiben: Bewegung am Tag kann sich positiv auf den Schlaf auswirken. Empfohlen werden gleichmäßige Aktivitäten wie Spazierengehen oder Walken.
- Angenehme Rituale: Warme Getränke wie Tee oder Milch, ein Bad oder beruhigende Düfte wie Lavendel werden von vielen als wohltuend empfunden. Ob sie den Schlaf wirklich verbessern, ist jedoch nicht eindeutig belegt.
Schlafstörungen bei Frauen: Wann sollte man zum Arzt gehen?
Gelegentliche Nächte mit schlechtem Schlaf sind normal und brauchen keine Behandlung. Laut dem Patientenratgeber der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) zu Schlaf von Frauen wird ärztliche Hilfe aber dann wichtig, wenn die Probleme länger als vier Wochen bestehen und den Alltag spürbar beeinträchtigen.
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