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Demenz: Das sind die Ursachen

Demenz

Demenz: Das sind die Ursachen

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    Wer an Demenz leidet, verliert zunehmend seine geistigen Fähigkeiten. Die Ursachen dafür sind vielfältig.
    Wer an Demenz leidet, verliert zunehmend seine geistigen Fähigkeiten. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Foto: Robert Kneschke, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leben laut der Alzheimer Forschung Initiative derzeit mit Demenzerkrankungen – und die Zahl könnte weiter steigen. Das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass die Alterung der Gesellschaft die Häufigkeit von Demenz in den kommenden Jahren deutlich erhöhen wird. Bei Demenz handelt es sich jedoch nicht um eine unausweichliche Begleiterscheinung des Älterwerdens. Denn viele Menschen bleiben auch noch bis ins hohe Alter geistig fit. Wer davon betroffen ist, leidet hingegen unter einem voranschreitendem Verlust der geistigen Fähigkeiten, der die eigene Lebensqualität stark beeinträchtigt. Doch welche Ursachen stecken hinter einer Demenz? Und gibt es Faktoren, die ihre Entwicklung begünstigen?

    Worum handelt es sich bei einer Demenz?

    Nach Angaben der Alzheimer Forschung Initiative ist Demenz keine eigenständige Krankheit, sondern ein Syndrom. Dabei wird eine Gruppe von verschiedenen Symptomen zusammengefasst. Wie die Autoren Lars Wojtecki und Celine Cont in ihrem Buch „Demenz“ beim Thieme Verlag erklären, wird der Begriff verwendet, um die „zunehmende Beeinträchtigung von Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen“, zu beschreiben.

    Wie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf seiner Webseite erklärt, ist zu Beginn einer Demenz häufig das Kurzzeit­gedächtnis und die Merkfähigkeit der Betroffenen gestört. Im späteren Verlauf würden dann auch bereits erlernte Inhalte des Langzeitgedächtnisses verschwinden. Es handelt sich also um mehr, als eine reine Gedächtnisstörung. Menschen mit Demenz verlieren bereits erlernte Fähigkeiten. Dies wiederum erschüttere „das ganze Sein des Menschen – seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein Erleben.“

    Im allgemeinen Sprachgebrauch kommt es häufig vor, dass Demenz mit Alzheimer gleichgesetzt wird. Das ist jedoch falsch. Laut den Autoren Wojtecki und Cont ist die Alzheimer-Krankheit vielmehr die am häufigsten auftretende Form der Demenz. Daneben existieren allerdings noch viele weitere Formen. Grundsätzlich werden diese in zwei Arten unterschieden:

    • Neurodegenerative Demenzen
    • Sekundäre Demenzen

    Demenz: Was sind die Ursachen?

    Wie das BMG informiert, können hinter Demenzerkrankungen eine Vielzahl von Ursachen stecken. Laut Wojtecki und Cont konnten die genauen Auslöser vieler Demenz-Formen bislang aber nicht vollständig entschlüsselt werden. Häufig würden jedoch Ablagerungen bestimmter Proteine im Gehirn eine Rolle spielen. Durch diese würden Schäden an den Nervenzellen entstehen, die wiederum die Kommunikation zwischen den Zellen stören und die Symptome der Demenz verursachen. Um den Ursprüngen auf den Grund zu gehen, ist es zunächst essenziell, die Art der Demenz zu diagnostizieren. Denn jede Form der Demenz bringt ihre eigenen Merkmale und Symptome mit sich.

    Laut dem BMG sind bis zu 90 Prozent der Fälle auf neurodegenerative Demenzen zurückzuführen, welche in der Regel unumkehrbar verlaufen. Hierzu gehören nach Angaben von Wojtecki und Cont etwa die Alzheimer-Demenz, die frontotemporale Lobärdegeneration sowie die Lewy-Körperchen-Demenz. All diese Formen entstehen aufgrund fortschreitender Abbauvorgänge im Gehirn, welche zum Beispiel durch Eiweißablagerungen verursacht werden (Alzheimer-Demenz).

    Etwa zehn Prozent der Fälle sind dem BMG zufolge sekundäre Demenzen. Laut den Autoren von „Demenz“ entstehen diese durch behandelbare Ursachen. So könne etwa ein Mangel an Vitamin B12 zu Gedächtnisproblemen führen. Durchblutungsstörungen im Gehirn – etwa nach einem Schlaganfall oder langjährigem Bluthochdruck – können die Ursache für eine sogenannte vaskuläre Demenz sein. Auch andere Krankheiten, beispielsweise Gehirnentzündungen oder Infektionen wie HIV oder Syphilis haben unter Umständen demenzielle Symptome zur Folge. Als weitere Ursachen werden Stoffwechselstörungen oder eine Schilddrüsenfehlfunktion genannt. Bei sekundären Demenzen ist eine frühzeitige Diagnose besonders wichtig, da sich manche ihrer Formen bei rechtzeitiger Erkennung gut behandeln oder sogar rückgängig machen lassen.

    Risikofaktoren bei Demenz: Welche Aspekte begünstigen ihre Entstehung?

    Obwohl eine Demenz nicht zwangsläufig mit dem Älterwerden auftritt, gilt das Alter laut der Alzheimer Forschung Initiative als der „größte bekannte Risikofaktor“. Diese Aussage wird auch von Wojtecki und Cont bekräftigt, die das Alter als den stärksten und zugleich nicht beeinflussbaren Risikofaktor einer Demenz bezeichnen. Schuld daran sei der biologische Alterungsprozess, welcher zu verschiedenen Veränderungen im Gehirn führe. Umso wichtiger sei es laut den Autoren, „den beeinflussbaren Faktoren gegenzusteuern“, welche mit dem eigenen Lebensstil sowie verschiedener Umweltfaktoren zusammenhängen.

    Wie das RKI informiert, können bestimmte gesundheitsrelevante Verhaltensweisen im Alltag dazu beitragen, das Risiko für eine Demenz zu erhöhen. Dazu gehören Bewegungsmangel, ein riskanter Alkoholkonsum und Rauchen. Darüber hinaus können aber auch bestimmte Vorerkrankungen relevant für die Entstehung einer Demenz sein. Das RKI nennt hierfür Adipositas, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes Mellitus, Seh- und Hörstörungen sowie Schädel-Hirnverletzungen.

    Nach Angaben der Alzheimer Forschung Initiative zählen außerdem seelische und soziale Faktoren zu den Risikofaktoren für Demenz: etwa Depressionen, Einsamkeit und soziale Isolation sowie zu geringe geistige Herausforderungen. Auch das RKI verweist auf solche Einflüsse. Demnach gelten Bildung, soziale Isolation, aber auch Luftverschmutzung als soziale und umweltassoziierte Risiken, die Demenzerkrankungen begünstigen.

    Wojtecki und Cont weisen zudem darauf hin, dass neben den bereits genannten Ursachen auch genetische und familiäre Faktoren zur Entstehung von Demenz beitragen können. Auch wenn Demenz grundsätzlich nicht als klassische Erbkrankheit gilt, zeigen Studien, dass Menschen mit einer familiären Vorbelastung ein erhöhtes Risiko haben, selbst daran zu erkranken. Insbesondere die familiäre Alzheimer-Krankheit werde durch genetische Faktoren verursacht. Verantwortlich dafür sind Veränderungen in spezifischen Genen. Trägt ein Elternteil eine solche Genmutation, besteht für das Kind eine Wahrscheinlichkeit von etwa 50 Prozent, ebenfalls an dieser speziellen Form der Demenz zu erkranken.

    Anzeichen von Demenz: Ab wann sollte man zum Arzt?

    Im Alltag begegnen viele Menschen immer wieder Momenten der Vergesslichkeit. Diese kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein, erklärt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Wer gelegentlich seinen Schlüssel verlegt, einen Termin vergisst oder sich nicht an den Namen eines Bekannten erinnert, muss deshalb nicht sofort beunruhigt sein. Treten jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg häufig Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration oder der Orientierung auf, sollte laut der Gesellschaft ärztlicher Rat eingeholt werden. Gleiches gilt bei ausgeprägten Stimmungsschwankungen oder einem spürbaren Nachlassen geistiger Fähigkeiten.

    In ihrem Buch „Demenz“ beschreiben die Autoren Wojtecki und Cont zudem konkrete Symptome, die im Verlauf einer Demenzerkrankung auftreten können. Neben dem typischen Gedächtnisverlust zählen dazu unter anderem Verwirrtheit, Denk- und Sprachstörungen sowie Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben. Darüber hinaus können auch Veränderungen im Verhalten und in der Persönlichkeit Hinweise auf eine Demenz sein. Dazu gehören etwa aggressives oder enthemmtes Auftreten, Stimmungsschwankungen wie Niedergeschlagenheit und Gereiztheit, ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus oder ein nachlassendes Urteilsvermögen.

    Nicht in jedem Fall steckt hinter den genannten Symptomen eine Demenz. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft nennt unter anderem Stress, Burn-out, seelische Belastungen oder hormonelle Veränderungen als mögliche Ursachen demenzähnlicher Beschwerden. Für eine verlässliche Diagnose und eine passende Behandlung ist daher eine ärztliche Abklärung wichtig.

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