Startseite
Icon Pfeil nach unten
Gesundheit
Icon Pfeil nach unten

Depressionen, ADHS und Co.: Mentale Gesundheit: Was seriöse Social-Media-Posts ausmacht

Depressionen, ADHS und Co.

Mentale Gesundheit: Was seriöse Social-Media-Posts ausmacht

  • |
  • |
  • |
  • |
    Nicht immer seriös: Vereinfachte Checklisten und schnelle Diagnosen auf Social Media können ein verzerrtes Bild psychischer Erkrankungen vermitteln.
    Nicht immer seriös: Vereinfachte Checklisten und schnelle Diagnosen auf Social Media können ein verzerrtes Bild psychischer Erkrankungen vermitteln. Foto: Elisa Schu/dpa/dpa-tmn

    Mentale Gesundheit ist heute längst kein Tabuthema mehr. Gerade auch in sozialen Netzwerken wie TikTok und Instagram gehen viele Menschen offen mit Depressionen, Burn-out, Angststörungen, Traumata und Neurodivergenz um. Andere Betroffene fühlen sich dadurch weniger allein und das allgemeine Bewusstsein für psychische Gesundheit wächst.

    Doch nicht alle Mental-Health-Inhalte auf TikTok und Co. sind seriös, sagt Petra Beschoner, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin. „Psychische Erkrankungen dürfen nicht zu Lifestyle-Begriffen verkommen oder in kurzen Videos abgehandelt werden“. Die wachsende Zahl von Selbstdiagnosen sieht die Ärztin kritisch.

    Was seriöse von unseriösen Posts unterscheidet

    Skeptisch sollte man demnach werden, wenn ein Post mit einfachen Checklisten arbeitet, etwa: „5 Zeichen, dass du traumatisiert bist“ oder „Daran erkennst du ADHS“. Denn so einfach und eindeutig sind psychische Erkrankungen nicht. Auch wenn Creator stark zuspitzen oder Angst schüren, sollte man ihre Inhalte nicht für bare Münze nehmen.

    Was hingegen Anzeichen für seriöse Accounts sind:

    • Sie erklären ein Thema, ohne vorschnell Diagnosen nahezulegen.
    • Sie benennen Grenzen.
    • Sie verweisen auf professionelle Hilfe. 
    • Sie betonen, dass man einzelne Symptome immer im Zusammenhang betrachten muss.

    Nicht jede Befindlichkeit ist eine Diagnose

    Beschoner betont außerdem, dass man es nicht direkt pathologisieren sollte, wenn es einem vereinzelt nicht gut geht. Erschöpft, gereizt oder verunsichert fühlt sich schließlich jeder mal. „Menschen dürfen traurig oder überfordert sein, ohne sich sofort krank fühlen zu müssen“, so die Ärztliche Leiterin der Akutklinik Bad Saulgau. „Wer das eigene Verhalten permanent analysiert, verliert schnell das Vertrauen in normale emotionale Schwankungen und die eigene Widerstandskraft“.

    Soziale Medien schaffen ihr zufolge mitunter einen regelrechten Druck, sich ständig um die eigene mentale Gesundheit zu kümmern. Gerade Teenagerinnen seien davon betroffen. „Der Fokus auf innere Stabilität sollte entlasten, nicht zusätzlichen Leistungsdruck erzeugen“, so Beschoner.

    Wann man professionelle Hilfe suchen sollte

    Trotz aller Kritik sieht die Psychiaterin die neue Offenheit auf sozialen Medien positiv, da Betroffene sich bei psychischen Problemen früher Hilfe suchen. Gerade junge Menschen würden online Halt, Orientierung und Austausch erfahren. „Entscheidend ist, dass digitale Communitys unterstützen, aber fachliche Hilfe nicht ersetzen“.

    Wenn Belastungen über einen längeren Zeitraum anhalten, den Alltag bestimmen, Schlaf, Arbeit, Schule oder Beziehungen leiden und Betroffene aus diesem Zustand aus eigener Kraft nicht herausfinden, sollte man sich Hilfe suchen. Als erste Anlaufstelle empfiehlt Petra Beschoner die Hausarztpraxis, die bei Bedarf weitervermitteln kann.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren