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Langzeitzuckerwert bei Diabetes: Wie hoch sollte er sein?

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Langzeitzuckerwert bei Diabetes: Wie hoch sollte er sein?

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    Der Langzeitwert des Blutzuckers hilft Diabetikerinnen und Diabetikern, den Erfolg ihrer Therapie zu beziffern.
    Der Langzeitwert des Blutzuckers hilft Diabetikerinnen und Diabetikern, den Erfolg ihrer Therapie zu beziffern. Foto: Pixel-Shot, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Immer wieder den Blutzucker überprüfen, wenn nötig Insulin spritzen, um den Wert zu senken oder etwas essen, um ihn zu erhöhen. Auf gewisse Mahlzeiten und Lebensmittel verzichten und auf Bewegung und gesunde Ernährung achten. Das ist für viele Diabetikerinnen und Diabetiker in Deutschland der Alltag. Über vier Millionen gibt es, die meisten von ihnen haben Typ-2-Diabetes, einige leiden unter Typ-1-Diabetes, wenige unter einem Double-Diabetes und andere haben noch seltenere Formen der Stoffwechselerkrankung.

    Für die Diabetestherapie müssen sie sich alle nach einem Faktor richten: dem Blutzuckerwert. Er muss ständig im Blick behalten werden, denn eine Unter- oder Überzuckerung hat ernsthafte Folgen, bis hin zum diabetischen Koma. Im Alltag ist der Blutzuckerwert entscheidend, für Menschen mit Typ-1-Diabetes, die ihre Krankheit ein Leben lang begleiten wird, ändert sich das nicht. Menschen mit Typ-2-Diabetes können von der Krankheit geheilt werden. Für beide Typen gibt es noch einen weiteren Faktor, der für sie entscheidend ist: den Langzeitzuckerwert.

    Was genau aber ist der Langzeitzuckerwert? Wieso ist er so wichtig für Diabetiker und wie hoch sollte er im Idealfall sein? Hier finden Sie alle Antworten auf diese Fragen.

    Diabetes: Warum ist der Blutzuckerwert wichtig?

    Um zu erklären, was der Langzeitzuckerwert ist, muss man zunächst die Rolle des Blutzuckers für Diabetikerinnen und Diabetiker verstehen. In beiden der weit verbreiteten Formen der Stoffwechselerkrankung, Typ 1 und Typ 2, hat der Körper Schwierigkeiten, aufgenommenen Zucker zu verarbeiten und in Energie umzuwandeln.

    Bei Typ-1-Diabetes liegt das, wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt, an einem absoluten Mangel des Hormons Insulin, das für die Verarbeitung des Zuckers verantwortlich ist. Diese Form des Diabetes beginnt meist bereits im Kinder- oder Jugendlichenalter und ist bisher nicht heilbar.

    Typ-2-Diabetes ist ebenfalls eine Unfähigkeit, aufgenommenen Zucker zu verarbeiten, hier spielt der Lebensstil aber eine entscheidende Rolle. Zum einen sind die Körperzellen durch starken Zuckerkonsum mit der Zeit nicht mehr in der Lage, Insulin aufzunehmen. Diese Insulinresistenz führt zu einer nicht ausreichenden Verarbeitung des konsumierten Zuckers. Dazu kommt eine „Erschöpfung“ der insulinproduzierenden Zellen, die über Jahre hinweg eine Überproduktion des Hormons leisten mussten, weil so viel Essen aufgenommen wurde.

    In beiden Fällen führt Diabetes dazu, dass der Körper den aufgenommenen Zucker nicht verarbeiten kann und es so zu einem zu hohen Blutzuckerspiegel kommt, der gefährlich werden kann. Hier kommt das künstlich zugeführte Insulin ins Spiel. Typ-1-Diabetiker, die überhaupt kein Insulin produzieren können, wird das Insulin das ganze Leben begleiten, da sie es sich ständig spritzen müssen. Bei Typ-2-Diabetikern ist das anders, es kann auch eine zeitweise Verabreichung von Insulin notwendig sein, oft ist aber auch ein Wandel des Lebensstils, also mehr Bewegung und eine gesündere Ernährung, ein ausreichend großer Faktor, um den Diabetes zu bezwingen.

    Langzeitzuckerwert: Was bedeutet er für Diabetiker?

    Damit Diabetiker, die sich Insulin verabreichen müssen, wissen, wann sie sich das Hormon spritzen müssen, überprüfen sie regelmäßig ihren Blutzuckerwert. Dieser wird entweder in mg/dl gemessen, das für „Milligramm pro Deziliter“ steht, oder in mmol/l, das für „Millimol pro Liter“ steht, wobei mmol/l deutlich weiter gebräuchlich ist als mg/dl. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt der nüchterne Blutzuckerspiegel – gemeint ist der Wert nach etwa acht bis zehn Stunden ohne Nahrungsaufnahme – bei einem gesunden Erwachsenen ohne Diabetes zwischen 70 mg/dl (3,9 mmol/l) und 100 mg/dl (5,6 mmol/l).

    Diabetiker spritzen sich daher das Insulin, um auf einen für ihr Krankheitsbild ungefährlichen Blutzuckerwert zu kommen. Die Zielwerte des Blutzuckerwerts sind dabei entscheidend, um zu wissen, wie viel Insulin man sich spritzen muss. Wie das Gesundheitsportal Enableme erklärt, liegt der Zielwert bei gesunden Menschen im nüchternen Zustand bei 60 bis 100 mg/dl und nach dem Essen bei 90 bis 140 mg/dl. Für Diabetiker ist dieser Wert höher, bei Typ-1-Diabetikern sind es nüchtern 90 bis 120 mg/dl, nach dem Essen 130 bis 160 mg/dl. Noch höher sind sie bei Typ-2-Diabetikern, dort liegen die Werte nüchtern bei 100 bis 125 mg/dl und nach dem Essen bei 140 bis 199 mg/dl.

    Aber welche Rolle spielt jetzt der Langzeitzuckerwert? Der Langzeitzuckerwert gibt an, wie sich die Qualität der Blutzuckereinstellung in den letzten acht bis zwölf Wochen entwickelt hat, erklärt die Apotheken Umschau. Das ist entscheidend, um zunächst Diabetes zu diagnostizieren und später die Therapieziele zu erreichen.

    Langzeitzuckerwert bei Diabetikern: Wie misst man ihn?

    Für Typ-1-Diabetiker ist der Langzeitzuckerwert entscheidend, um sicherzustellen, dass die Krankheit im Zaum gehalten wird. Für Typ-2-Diabetiker kann der Langzeitzuckerwert und die ständige Senkung des Werts als neues Therapieziel eine langsame Heilung der Stoffwechselerkrankung bedeuten.

    Der Langzeitzuckerwert wird auch HbA1c genannt, was für Hämoglobin (Hb), auch „roter Blutfarbstoff“ genannt, und Glukose (Zucker), die sich an das Hämoglobin anlagert, steht. Der Langzeitzuckerwert sagt also aus, wie viel Blutzucker sich in den letzten zwei bis drei Monaten an die roten Blutkörperchen gebunden hat. Der Langzeitzuckerwert HbA1c wird gemessen in mmol/mol oder auch in Prozent. Das bedeutet beispielsweise bei einem HbA1c von zehn Prozent sind etwa zehn Prozent der Hämoglobinmoleküle „verzuckert“.

    Diabetes: Wie oft muss man den Langzeitzuckerwert messen?

    Die Deutsche Diabeteshilfe empfiehlt, dass Typ-1-Diabetiker ihren Langzeitzuckerwert ein- bis zweimal im Quartal messen lassen. Bei Typ-2-Diabetikern sei es auch seltener in Ordnung, hier reichen zwei Messungen im Jahr.

    Langzeitzuckerwert bei Diabetikern: Wie hoch sollte er sein?

    Bei gesunden Menschen liegt der Langzeitzuckerwert HbA1c bei etwa 30 mmol/mol (oder bei etwa fünf Prozent). Für Typ-2-Diabetiker ist es das Ziel, irgendwann wieder auf ein gesundes Level zu kommen, also die Krankheit zu besiegen. Allerdings haben viele Studien belegt, dass eine Senkung unter sieben Prozent keinen Nutzen für Typ-2-Diabetiker hat, wie die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft erklärt.

    Das Ziel für Typ-2-Diabetiker setzt die Arzneimittelkommission deshalb zwischen sieben und acht Prozent an. Bei Menschen mit einem Alter von mehr als 75 Jahren oder einer Lebenserwartung von unter zehn Jahren reiche es wiederum aus, den Langzeitzuckerwert nicht über 8,5 Prozent steigen zu lassen.

    Bei Typ-1-Diabetikern gilt auch ein Zielwert von unter acht Prozent, nur wenige erreichen weniger als sieben Prozent, wie ein Bericht der Deutschen Diabetes Gesellschaft zeigt. Allgemein gilt, dass Werte zwischen sechs und acht Prozent gut bis ausreichend sind. Zwischen acht und zehn gilt der Wert als schlecht und ab zehn Prozent wird es sehr gefährlich. Menschen mit sehr schwerem Diabetes können Werte bis zu 15 Prozent aufweisen.

    Übrigens: Es gibt jetzt eine Künstliche Intelligenz, die anhand der Stimme Diabetes diagnostizieren kann.

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