Viele Frauen kennen sie, auch wenn sie den Namen vielleicht nicht sofort zuordnen können: die Lutealphase. Dabei handelt es sich nämlich um Zeit nach dem Eisprung, in der auch häufig PMS-Beschwerden wie Stimmungsschwankungen auftreten. In diesem Überblick erfahren Sie mehr darüber.
Wann findet die Lutealphase im Zyklus statt?
Die Lutealphase ist ein Teil des Menstruationszyklus, der laut dem LMU Klinikum im Durchschnitt etwa 28 Tage dauert. Der Beginn eines Zyklus ist der erste Tag der Regelblutung, das Ende ist der Tag vor der nächsten Blutung. Der Ablauf folgt grundsätzlich immer dem gleichen Schema, auch wenn die genaue Länge individuell variieren kann. Erst bei Zyklen mit weniger als 20 oder mehr als 35 Tagen spricht man dabei von einem unregelmäßigen Zyklus.
Während eines Zyklus durchläuft der Körper insgesamt vier verschiedene Phasen, zu denen auch die Lutealphase gehört. Laut der Cleveland Clinic laufen die Phasen folgendermaßen ab:
- Menstruationsphase
- Follikelphase
- Ovulationsphase
- Lutealphase
Die Lutealphase ist also die letzte Phase jedes einzelnen Menstruationszyklus. Sie macht fast den gesamten zweiten Teil des Zyklus aus und dauert etwa zwei Wochen, also ungefähr vom 15. bis zum 28. Tag.
Was passiert in der Lutealphase im Körper?
Die Lutealphase ist also die letzte der Menstruationsphasen und beginnt nach der Ovulationsphase, dem Eisprung. Laut dem MSD Manual bildet sich aus dem geplatzten Follikel der Gelbkörper, der Progesteron freisetzt. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut verdickt und mit Nährstoffen anreichert, um eine mögliche Einnistung zu ermöglichen. Gleichzeitig ist auch der Östrogenspiegel erhöht und unterstützt den Aufbau der Schleimhaut. Wird die Eizelle nicht befruchtet, zerfällt der Gelbkörper, die Hormonspiegel sinken und der Zyklus beginnt mit der nächsten Monatsblutung wieder von vorne.
Löst die Lutealphase ein Stimmungstief aus?
In den letzten zwei Wochen vor der Monatsblutung, also während der Lutealphase, kann es zu einem Stimmungstief und weiteren Beschwerden kommen, die unter dem Begriff „prämenstruelles Syndrom“ (PMS) zusammengefasst werden. Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist PMS übrigens keine Seltenheit: Die meisten Frauen erleben zumindest gelegentlich PMS-Beschwerden. Etwa ein Drittel ist stärker betroffen und fühlt sich im Alltag deutlich beeinträchtigt. Bei rund fünf Prozent sind die Symptome sogar so stark ausgeprägt, dass Fachleute von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) sprechen.
Zu den typischen PMS-Beschwerden zählen laut IQWiG sowohl körperliche als auch seelische Anzeichen. So treten häufig Spannungsgefühle in Brüsten oder Unterleib auf, begleitet von Kopf-, Rücken- oder Muskelschmerzen. Auch Wassereinlagerungen, Schlafprobleme, Hautunreinheiten, Verdauungsbeschwerden oder Heißhunger können vorkommen. Viele Frauen fühlen sich außerdem erschöpft, niedergeschlagen oder gereizt, manche haben Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen, die bis zu einem spürbaren Stimmungstief führen können.
Was kann man selbst gegen PMS-Symptome machen?
Viele Frauen haben also hin und wieder mit dem prämenstruellen Syndrom zu tun. Wer die Beschwerden selbst etwas lindern möchte, kann laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS bestimmte Anpassungen im Lebensstil vornehmen, was unter Umständen die Symptome abschwächen kann. Dazu zählt:
- regelmäßig Sport treiben
- ausgewogen essen, am besten mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
- ausreichend schlafen
- Stress abbauen, zum Beispiel mit Entspannungstechniken
- bei Schmerzen Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol verwenden
- Nicht rauchen und zu viel Alkohol vermeiden
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren