Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die chronische Ein- und Durchschlafstörung (Insomnie) gilt als die am häufigsten auftretende Form der Schlafstörungen.
- Eine Insomnie gilt als chronisch, wenn die Schlafstörungen über einen Zeitraum von mehr als ein bis drei Monate, mindestens dreimal pro Woche auftreten.
- Hinter einer chronischen Schlafstörung können verschiedene körperliche und psychische Ursachen stecken – unter anderem Stress, Ängste, Schmerzen oder seelische und körperliche Erkrankungen.
Probleme beim Einschlafen, wiederholtes Aufwachen in der Nacht, Bewegungsdrang oder nächtliches Schnarchen – Schlafprobleme können in zahlreichen verschiedenen Formen auftreten. Nach Angaben der Deutschen Hirnstiftung werden insgesamt 80 Arten von Schlafstörungen unterschieden. Zu der am häufigsten auftretenden Form zählt jedoch die chronische Ein- und Durchschlafstörung, die in der Fachsprache auch als Insomnie bezeichnet wird.
Laut der Stiftung Gesundheitswissen benötigen Menschen mit Insomnie mehr Zeit zum Einschlafen, werden nachts häufiger wach oder erwachen sehr früh, ohne wieder einschlafen zu können. Die einzelnen Schlafstörungen können dabei einzeln oder in Kombination auftreten. Zudem verursachen sie verschiedene Einschränkungen am darauffolgenden Tag, die Betroffenen die Bewerkstelligung ihres Alltags erschweren. In Deutschland sind rund 6 von 100 Menschen von einer chronischen Insomnie mit Beschwerden am Folgetag betroffen. Weltweit leiden der Deutschen Hirnstiftung zufolge rund 15 Prozent der Bevölkerung an chronischen Schlafstörungen. Doch ab wann gilt die Schlafstörung als chronisch? Und welche Ursachen können dahinterstecken?
Insomnie: Ab wann gilt eine Schlafstörung als chronisch?
Wohl jeder Mensch hat in seinem Leben bereits Nächte erlebt, in denen er kaum ein Auge zu bekommen hat. Doch eine schlaflose Nacht bedeutet nicht automatisch auch eine Schlafstörung. Erst wenn ein Mensch über einen Monat lang mindestens dreimal in der Woche Probleme beim Ein- oder Durchschlafen hat, wird in der Fachsprache von einer Insomnie gesprochen, erklärt ein Informationsblatt der Bundesärztekammer.
Die Aussagen dazu, ab wann eine Schlafstörung als chronisch gilt, variieren jedoch. Laut der Stiftung Gesundheitswissen spricht man in der Medizin von einer Kurzzeitinsomnie, wenn die Probleme weniger als drei Monate bestehen, und von einer chronischen Insomnie, sobald die Beschwerden länger als drei Monate anhalten oder über Jahre wiederkehrend auftreten. Nach Angaben von gesund.bund.de, einem Portal des Bundesministeriums für Gesundheit, liegt eine chronische Schlafstörung bereits vor, „wenn eine Person in mehr als drei Nächten pro Woche schlecht schläft und dieser Zustand über mehr als einen Monat bestehen bleibt“.
Unabhängig davon zeichnet sich die Schlafstörung dadurch aus, dass der Schlaf als nicht erholsam empfunden und dadurch die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt wird. Während Frauen und ältere Menschen am häufigsten mit Schlafproblemen zu kämpfen haben, kann die chronische Störung in jedem Alter auftreten, informiert gesund.bund.de – selbst bei kleinen Kindern. Aber wodurch wird sie verursacht?
Was sind die Ursachen von chronischen Schlafproblemen?
Trotz intensiver Forschungsarbeit ist bislang nicht alles über Schlafstörungen bekannt, informiert der Bundesverband Schlafapnoe und Schlafstörungen Deutschland (BSD). Auf den Informationsportalen findet man verschiedene Erklärungen zu den möglichen Ursachen hinter einer chronischen Schlafstörung. Bestimmte Lebensumstände wie Schichtarbeit, aber auch erbliche Veranlagung oder Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus können etwa hinter chronischen Schlafproblemen stecken. Darüber hinaus werden zahlreiche äußere Einflüsse wie Lärm, Licht, Alkohol, Koffein oder Medikamente als Auslöser aufgeführt. Doch auch verschiedene psychische und körperliche Faktoren können eine chronische Schlafstörung auslösen:
Psychische Faktoren
- Stress
- Sorgen durch belastende Lebensereignisse
- Psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen
- Nächtliches Grübeln
In manchen Fällen verselbstständigt sich das Problem. Betroffene werden aus Sorge vor der nächsten schlechten Nacht wachgehalten, wodurch ein Teufelskreis entsteht.
Körperliche Faktoren
- Schmerzen
- körperliche Anspannung
- nächtlicher Harndrang
- Wechseljahre
- Allergien
- verschiedene Krankheiten
In manchen Fällen kann es vorkommen, dass die Insomnie bestehen bleibt, obwohl die auslösenden Ereignisse verschwunden sind, informiert die Stiftung Gesundheitswissen.
Verwendete Quellen
Quellen A-Z
- Bundesärztekammer: https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/pdf-Ordner/Patienteninformationen/insomnie.pdf
- Bundesministerium für Gesundheit: https://gesund.bund.de/schlafstoerungen#auf-einen-blick
- Bundesverband Schlafapnoe und Schlafstörungen Deutschland: https://bsd-selbsthilfe.de/schlafwissen/ein-und-durchschlafstoerungen-insomnien/
- Deutsche Hirnstiftung: https://hirnstiftung.org/erkrankung/schlafstoerungen/
- Stiftung Gesundheitswissen: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/insomnie/allgemeines
Wer bei sich eine Schlafstörung vermutet, sollte in jedem Fall ärztlichen Rat einholen. Denn auf Dauer kann eine chronische Insomnie laut der Bundesärztekammer zu einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck oder Herzinfarkt führen.
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