Scharfe Messer, heiße Herdplatten: Schon mit guten Augen ist Kochen manchmal nicht ohne. Doch was, wenn man einen relevanten Teil seines Sehvermögens verloren hat - etwa im Alter? Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband gibt Tipps, damit die Zubereitung von Mahlzeiten stressfrei und ohne Verletzungen klappt.
Tipp 1: Auf Kontraste setzen
Kohlrabi, Hähnchenfilet oder Feta auf einem hellen Brettchen zerkleinern? Das ist mit einer Sehbehinderung ein schwieriges Unterfangen, denn Lebensmittel und Unterlage sind dann kaum zu unterscheiden.
Besser ist es, wenn ein deutlicher Kontrast zwischen beiden besteht. Der DBSV rät daher, sich ein helles und ein dunkles Brettchen anzuschaffen.
Kühlschranktürgriff, Mülleimer, Geschirrschublade: Auch sie sind am besten so gestaltet, dass sie einen Kontrast zur Umgebung bilden. Dabei helfen kontrastfarbene Klebestreifen.
Tipp 2: Nicht blenden lassen
Ist die Arbeitsfläche gut ausgeleuchtet, sieht man besser, was man da gerade schnippelt oder verrührt. Eine Möglichkeit ist, Leuchtleisten mit Klebeband unter dem Hängeschrank zu befestigen. Die Arbeitsoberfläche sollte aus einem gedeckten, nicht spiegelndem Material bestehen - Blendungen können nämlich irritieren.
Tipp 3: Feste Küchenordnung einhalten
Ist das Pfeffer - oder Zimt? Gewürzstreuer sehen sich oft sehr ähnlich, Verwechslungen können aber die ganze Mahlzeit ruinieren. Farbiges Klebeband oder tastbare Buchstaben helfen dabei, sie einfach zu unterscheiden.
Nicht nur im Gewürzregal gilt: Ordnung ist ein Muss. Sind Lebensmittel, Küchengeräte stets am selben Ort zu finden, erleichtert das die Orientierung.
Tipp 4: Zutaten mit Pizzaschneider oder Reibe zerkleinern
Viele Zutaten lassen sich auch ohne ein scharfes Küchenmesser, an dem man sich schnell mal schneidet, kleinbekommen. Kräuter etwa lassen sich mit einem Pizzaroller zerkleinern. Manches Gemüse lässt sich auch mit der Hobelfläche einer Reibe in Scheiben schneiden - am besten mit einem Fingerschutz.
Tipp 5: Heiße Flächen mit feuchten Fingern anfassen
Steht der Topf richtig auf der Herdplatte? Ist das Schnitzel in der Pfanne schon richtig heiß? Wer Dinge anfassen muss, die knallheiß sein könnten, tut das am besten mit angefeuchteten Fingern, um Verbrennungen zu vermeiden. So verdunstet nämlich zunächst das Wasser unter den Fingern und bildet ein Dampfpolster - das schützt die Haut.
Tipp 6: Das Fleisch auf 6 Uhr platzieren
Beim Befüllen des Tellers kann man sich an einer Uhr orientieren - und Speisen immer auf den gleichen „Uhrzeiten“ platzieren, wie der DBSV rät. So weiß man stets, wo was ist. Fleisch sollte man dabei immer auf 6 Uhr platzieren - so lässt es sich am besten schneiden.
Tipp 7: Hilfsmittel nutzen
Diverse Helfer erleichtern das Kochen mit Sehbehinderung:
- Ein Milchwächter - eine Platte, die man in den Topf legt - gibt ein Geräusch von sich, wenn Nudelwasser oder auch Milch im Topf kocht. So lässt sich einem Überkochen vorbeugen.
- Es gibt Messbecher mit fühlbaren Innenmarkierungen und „sprechende“ Küchenwaagen.
- Schneidebretter mit einem Knick in der Mitte erleichtern es, Gemüse und Co. in den Topf zu befördern, ohne dass etwas danebengeht.
- Mit Doppelpfannen wird das Wenden von Fleisch, Omelett und Co. leichter - man dreht einfach die ganze Pfanne um. (dpa)
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