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Vitamin-B12-Mangel beheben: Sind Spritzen besser als Tabletten?

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Vitamin-B12-Mangel beheben: Sind Spritzen besser als Tabletten?

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    Manche Menschen vertragen Vitamin-B12-Spritzen besser als Vitamin-B12-Tabletten.
    Manche Menschen vertragen Vitamin-B12-Spritzen besser als Vitamin-B12-Tabletten. Foto: Superzoom, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Müdigkeit, geringere Leistungsfähigkeit und depressive Verstimmungen gehören zu den typischen Symptomen eines Vitamin-B12-Mangels. Auch Schmerzen in den Beinen oder vermehrtes Schwitzen können Warnsignale sein.

    Wer einen Vitamin-B12-Mangel bei sich feststellt, sollte frühzeitig handeln, um eine Unterversorgung rechtzeitig auszugleichen. Dabei stellen sich viele Betroffene die Frage, welches Vitamin-B12-Präparat das Richtige ist. Helfen Vitamin-B12-Spritzen wirklich besser als Tabletten?

    Übrigens: Besonders für Vegetarierinnen und Veganer ist die Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten häufig unverzichtbar. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont, wird die Versorgung über die Ernährung in diesen Fällen oft nicht ausreichend gedeckt.

    Vitamin B12 einnehmen: Welche Präparate gibt es?

    Vitamin B12 wird laut der Verbraucherzentrale in zahlreichen Darreichungsformen angeboten, darunter:

    Bei der Auswahl des richtigen Präparats sollte ein Blick auf die enthaltene Vitamin-B12-Verbindung geworfen werden. Nach Anhang II der EU-Richtlinie 2002/46/EG (Stand 16.03.2025) sind folgende Formen für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen – sowohl einzeln als auch in Kombination:

    • Cyanocobalamin
    • Hydroxocobalamin
    • 5-Desoxyadenosylcobalamin
    • Methylcobalamin

    Doch Vorsicht: Der Markt für Vitamin-B12-Präparate ist groß und wächst stetig weiter. Ob die angebotenen Produkte tatsächlich den gesetzlichen Vorgaben entsprechen, kontrollieren laut dem BfR die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer. Dabei zeigt sich immer wieder, dass nicht alle Präparate überzeugen.

    So ließ Öko-Test im Jahr 2023 insgesamt 29 Vitamin-B12-Produkte untersuchen. 19 davon erhielten keine Bewertung mit „gut“. Kritisiert wurden vor allem die häufig sehr hohen Dosierungen pro Tagesportion. Nach aktuellem Kenntnisstand gilt eine hohe Vitamin-B12-Zufuhr laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zwar nicht als gesundheitsschädlich. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass eine dauerhaft sehr hohe Aufnahme möglicherweise mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko in Zusammenhang stehen könnte.

    Vitamin-B12-Spritzen oder Tabletten: Was wirkt besser bei einem Mangel?

    Vitamin B12 kann sowohl oral, also beispielsweise als Tablette oder Tropfen, als auch parenteral per Spritze verabreicht werden. Doch ist eine Form tatsächlich wirksamer als die andere?

    Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Übersichtsarbeit der Cochrane-Kollaboration. Die Forschenden werteten mehrere Studien mit insgesamt 153 Patientinnen und Patienten aus und verglichen die Wirkung von oral eingenommenem Vitamin B12 mit intramuskulär verabreichten Vitamin-B12-Spritzen. Das Ergebnis: Beide Anwendungsformen zeigten eine vergleichbare Wirkung bei der Behandlung eines Vitamin-B12-Mangels. Bei der Normalisierung des Vitamin-B12-Serumspiegels konnten keine deutlichen Unterschiede festgestellt werden.

    Allerdings weisen die Forschenden darauf hin, dass die Aussagekraft der bisherigen Daten begrenzt ist. Die Zahl der Teilnehmenden war mit nur 153 Personen vergleichsweise gering. Um zuverlässigere Aussagen darüber treffen zu können, ob Vitamin-B12-Spritzen Vorteile gegenüber Tabletten bieten, sind also weitere Studien mit mehr Probandinnen und Probanden erforderlich.

    Vitamin-B12-Spritzen oder Tabletten: Welche Vor- und Nachteile gibt es?

    Da Vitamin-B12-Spritzen und Tabletten nach aktuellem Kenntnisstand ähnlich wirksam dabei helfen können, einen Mangel zu beheben, spielen bei der Wahl der Therapie oft praktische Aspekte eine Rolle. Unterschiede gibt es vor allem bei Kosten, Anwendung und Aufwand.

    Ein Vorteil von Vitamin-B12-Tabletten sind der Deutschen Apotheker Zeitung zufolge die vergleichsweise geringen Kosten. Zudem können sie bequem zu Hause eingenommen werden. Allerdings ist dafür meist eine regelmäßige, oft tägliche Einnahme erforderlich.

    Spritzen müssen dagegen nicht täglich verabreicht werden. Das kann für einige Betroffene angenehmer sein. Gleichzeitig ist die Behandlung jedoch aufwendiger, da die Injektion in der Regel in einer Arztpraxis erfolgen muss. Auch bei den Kosten gibt es Unterschiede: Wer Vitamin-B12-Spritzen erhält, muss die Behandlung häufig zunächst selbst bezahlen. Laut der Verbraucherzentrale werden die Kosten jedoch von der Krankenkasse rückerstattet.

    Vitamin-B12-Spritzen: Wohin werden sie verabreicht?

    Vitamin-B12-Spritzen werden intramuskulär verabreicht. Das bedeutet, dass das Vitamin direkt in einen Muskel gespritzt wird. Laut praktischarzt.de kommen dafür verschiedene Körperstellen infrage. Häufig erfolgt die Injektion in den Oberarm, den Oberschenkel oder das Gesäß. Welche Stelle gewählt wird, hängt unter anderem von der verabreichten Menge und den individuellen Voraussetzungen der Patientin oder des Patienten ab.

    Für wen sind Vitamin-B12-Spritzen besser geeignet als Tabletten?

    Für manche Menschen können Vitamin-B12-Spritzen die bessere Wahl sein. Wie die Verbraucherzentrale erklärt, kann es vorkommen, dass das Vitamin nicht ausreichend über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird. In diesem Fall bringen herkömmliche Tabletten wenig. Eine Alternative können dann Vitamin-B12-Spritzen sein. Da das Vitamin dabei direkt in den Muskel injiziert wird, umgeht die Behandlung den Verdauungstrakt.

    Auch Vitamin-B12-Lutschtabletten kommen dabei infrage. Sie werden nicht geschluckt, sondern im Mund aufgelöst, sodass das Vitamin über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann.

    Allerdings haben Lutschtabletten auch Nachteile. Sie sind deutlich teurer als herkömmliche Vitamin-B12-Tabletten und kosten je nach Produkt rund 25 Euro für drei Monate. Zudem übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten in der Regel nicht. Auch für Schwangere sind nicht alle Präparate geeignet.

    Fazit: Sind Vitamin-B12-Spritzen besser als Tabletten?

    Ob Vitamin-B12-Spritzen besser sind als Tabletten, hängt also vom individuellen Fall und dem jeweiligen Mangelzustand ab. Nicht jede Person reagiert gleich auf die Einnahme von Vitamin-B12-Präparaten.

    Wer trotz regelmäßiger Einnahme von Tabletten keine Verbesserung der Werte feststellt, sollte in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt andere Darreichungsformen wie Spritzen oder alternative Präparate in Betracht ziehen.

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