Ob zu niedrig oder zu hoch, der Blutdruck sagt viel über den Zustand des Herz-Kreislauf-Systems aus. Auch beim Thema Herzschwäche spielt er eine wichtige Rolle, da er auf die Erkrankung hinweisen kann. Was genau hinter einer Herzschwäche steckt, welche Symptome typisch sind und wie der Blutdruck damit zusammenhängt, erfahren Sie in diesem Überblick.
Was versteht man unter einer Herzschwäche?
Die Herzschwäche, auch unter dem Namen Herzinsuffizienz oder Herzmuskelschwäche bekannt, ist eine Erkrankung, die relativ häufig auftritt und das Herz betrifft. Laut Angaben des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit tritt sie meist nach dem 65. Lebensjahr auf und kommt mit zunehmendem Alter immer häufiger vor. So haben mehr als 10 Prozent der Menschen über 70 eine Herzschwäche.
Von einer Herzschwäche spricht man, wenn das Herz nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Dadurch werden Organe, Muskeln und Gewebe weniger mit Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig staut sich Blut vor dem Herzen, weil die Pumpleistung und damit die Weitergabe des Blutes eingeschränkt sind. Eine Herzschwäche kann plötzlich durch akute Probleme wie einen Herzinfarkt entstehen, aber auch allmählich infolge chronischer Belastungen wie dauerhaftem Bluthochdruck auftreten.
Wie weist der Blutdruck auf die Herzschwäche hin?
Dass bei einer Herzschwäche die Pumpleistung des Herzens verringert ist, zeigt sich auch im Blutdruck. Denn wie das Deutsche Herzzentrum der Berliner Charité erklärt, gehört ein niedriger Blutdruck zu den Symptomen, die durch eine Herzschwäche ausgelöst werden. Laut dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs liegt ein niedriger Blutdruck vor, wenn der systolische Wert unter 100 mmHg liegt.
Weitere Symptome, die neben einer Blutdruckveränderung auf eine Herzschwäche hindeuten können, sind laut der Berliner Charité unter anderem eine verringerte Leistungsfähigkeit, Erschöpfung und Atemnot. Außerdem kann sie sich durch Müdigkeit, Herzrasen oder auch durch Atemprobleme im Schlaf äußern. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kann es in der Folge sogar zu einem sogenannten kardialen Lungenödem kommen, bei dem starke Atemnot auftritt und Flüssigkeit in die Lungenbläschen austritt.
Welche Arten von Herzschwäche gibt es?
Herzschwäche ist nicht gleich Herzschwäche. Wie die American Heart Association erklärt, gibt es verschiedene Formen, je nachdem, welcher Teil des Herzens nicht mehr richtig arbeitet. Unterschieden wird daher zwischen der Linksherzinsuffizienz, die wiederum in eine systolische und eine diastolische Form unterteilt wird, und der Rechtsherzinsuffizienz. Sind beide Herzkammern betroffen, spricht man von einer biventrikulären Herzinsuffizienz.
Kann man eine Herzschwäche behandeln?
Eine Herzschwäche gilt meistens als dauerhafte Erkrankung, die zwar nicht heilbar, aber relativ gut behandelbar ist. Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS können verschiedene Maßnahmen helfen, die Beschwerden über viele Jahre zu lindern und das Fortschreiten zu verlangsamen. Dazu zählen unter anderem ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Bewegung und der Verzicht auf das Rauchen sowie Medikamente wie ACE-Hemmer oder Betablocker. In manchen Fällen werden auch Geräte operativ eingesetzt, die den Herzrhythmus regulieren. Oft werden mehrere Maßnahmen kombiniert und dauerhaft fortgeführt.
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