Haldenwang Italien, Slowenien, Norwegen – diese Länder konnte man am Ostersonntag mit den Ohren bereisen beim Jahreskonzert des Musikvereins Haldenwang-Hafenhofen im voll besetzten Bürgersaal des Rathauses Haldenwang. Die Hauptkapelle mit 50 Musikern präsentierte die Reisen facettenreich in Tönen. Mit Wechseln zwischen schnellen und langsamen Tempi charakterisiert der Komponist Lorenzo Pusceddu im Stück „Chantueri“ das wechselhafte Temperament der Italiener. Die geschichtliche Entwicklung Sloweniens erzählt Alfred Bösendorfer in seiner symphonischen Ouvertüre „Slovenia“. Das Werk beginnt mit düsteren Klängen als Zeichen der serbischen Vorherrschaft im ehemaligen Jugoslawien. Dann folgt der Aufmarsch der Partisanen. Das erfolgreiche Ende ihres Freiheitskampfes wird mit einem grandiosen Freiheitshymnus dargestellt. Derselbe Komponist setzt die Landschaft Norwegens in Noten, im Stück „Norway Impressions“. Umrahmt von prunkvollen Fanfaren erzählen zärtliche Holzbläser von der Befahrung des Sogne-Fjords.
Das Beste von Eric Clapton
Doch die Hauptkapelle präsentierte nicht nur konzertante Blasmusik. Für Freunde der Popmusik gab es eine Anleihe bei Eric Clapton mit dem Medley „The Cream of Clapton“, arrangiert von Ron Sebregts. Auch Freunde traditioneller böhmisch-mährischer Klänge kamen auf ihre Kosten. Mal militärisch zackig mit dem Marsch „Die Regimentskinder“ von Julius Fucik, mal gemütlich mit der Polka „Hab Sonne im Herzen“ von Kurt Pascher.
Einen Spaziergang quer durch alle Musikrichtungen bot die Jugendkapelle mit 20 Mitgliedern, die den Konzertabend eröffnet hatte. Bei der Klassik ging es los mit dem Prager Tanz, einem Menuett von Joseph Haydn, über die Märsche von John Philip Sousa bis hin zu Musical-Höhepunkten mit dem Medley „Andrew Lloyd Webber in Concert“.
Seit zehn Jahren übergangsweise im Amt
Michael Fritz vom Bezirksvorstand des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) ehrte 13 Vereinsmitglieder für langjährige Tätigkeit, darunter auch Ulrich Hins. „2002 sagte er zu, den Vorsitz des Vereins nur übergangsweise und höchstens für eine Amtszeit zu übernehmen. Jetzt ist er schon in der vierten Amtsperiode“, bemerkte sein Stellvertreter Klaus Haltmayer.
Als Dankeschön vom ASM bekam Ulrich Hins das bronzene Abzeichen am weiß-blauen Band. Er bedankte sich bei allen Musikern für den Probenfleiß, besonders bei den Dirigenten Josef Weishaupt (Jugend), Martin Erber und Christoph Hins (Hauptkapelle). Beide Kapellen ernteten tosenden Applaus und Zugabe-Rufe, die die Musiker gerne erfüllten.