Drei Preise für herausragende Architektur, vier für hervorragende denkmalpflegerische Sanierungen – das ist die Bilanz bei der Verleihung des Architekturpreises und des Denkmalpreises 2026. Der stellvertretende Bezirkstagspräsident Peter Schiele verlieh die Auszeichnungen an sieben Preisträgerinnen und Preisträger aus den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg, Unterallgäu und Donau-Ries. Darunter ist auch die Kita Dürrlauingen, geplant von Architekt Martin Endhardt aus Günzburg, sowie die Grundschule Senden, die vom Krumbacher Büro Jakob geplant worden ist.
„Mit unseren beiden Preisen zeichnen wir Bau-Objekte aus, die ästhetisch hervorstechen, sich hervorragend in ihre Umgebung integrieren und die Werte des Bezirks Schwaben berücksichtigen: Soziales, Kultur und Umwelt“, sagte der stellvertretende Bezirkstagspräsident Peter Schiele bei der Preisverleihung im Ofenhaus auf dem Gaswerksareal in Augsburg. MIt dem Architekturpreis wurde außerdem der Palliativdienst Mittelschwaben aus Weißenhorn (Landkreis Neu-Ulm) für den Bau seines Palliativdienst-Gebäudes geehrt.
Den ersten Denkmalpreis bekam Michaela Schütz für die denkmalpflegerische Sanierung des ehemaligen Kuratenhauses in Boos-Reichau (Landkreis Unterallgäu). Den zweiten Preis erhielten Christian und Veronika Groß, Armin Schropp und Franziska Kreft für die Restaurierung des Klosters Mussenhausen (Markt Rettenbach, Landkreis Unterallgäu). Anerkennungspreise gingen an die Stadt Oettingen (Landkreis Donau-Ries) für die denkmalpflegerische Sanierung des Hotels Krone und an die Marktgemeinde Rettenbach (Landkreis Unterallgäu), die das ehemalige Fugger-Amtshaus restauriert hat.
Dürrlauingen setzt auf passivhaus-zertifiziertes Kinderhaus
„Das ist das Haus des Nikolaus“ – so die Entwurfsidee der Gebäudeform für die Kita Dürrlauingen. Das neue Kinderhaus fügt sich mit seiner Architektur und den Materialien in die umgebende Bebauung im Dorfkern ein, so die Beurteilung der Jury. Jede Gruppe hat ihr eigenes eingeschossiges barrierefreies Häuschen mit eigener Freifläche. Ein im Norden angeordneter Flur verbindet alle Gruppenhäuser, die in der Formensprache ein einfaches Haus nachbilden. Die Jury war von der klaren und eindrücklichen Formensprache sowie von der einfachen, aber kindgerechten sowie nachhaltigen Bauweise beeindruckt. Das Kinderhaus ist in Passivhaus-Bauweise erstellt worden
Die neue dreizügige Grundschule in Senden, geplant von Jakob Architekt Ingenieur aus Krumbach, sticht sowohl architektonisch als auch ökologisch hervor. Der Entwurf der Grundschule basiert auf einer klaren funktionalen Gliederung: Aula, Lehrgebäude und Turnhalle bilden eigenständige, aber miteinander verbundene Baukörper. Die Organisation orientiert sich am pädagogischen Konzept, indem die Klassenzimmer als Einheiten um zentrale Gemeinschaftsbereiche (Lehrerstützpunkt, Marktplatz) gruppiert sind. Innen wie außen ist Flexibilität das wesentliche Gestaltungsprinzip, um vielfältige Nutzungen und Lernformen zu ermöglichen.
Bei der Planung und Umsetzung wurde eine möglichst klare und nachhaltige Bauweise realisiert. Die Fassade fällt durch ihre besondere Architektur direkt ins Auge. Die Fassade der Turnhalle, Mensa und des Schulgebäudes ist aus natürlich verwitterter Weißtanne. Für eine helle und freundliche Atmosphäre sind im ganzen Schulhaus große Holzfenster und Glaselemente verbaut. Alle Bauphasen zeichneten sich durch eine nachhaltige und schadstoffarme Materialauswahl aus. Bei der Materialwahl spielte die regionale Herkunft eine zentrale Rolle.
Nachhaltigkeit überzeugt bei Grundschule Senden
Der Architekturpreis würdigt herausragende bauliche Leistungen in der Baukultur, die typische regionale Strukturen enthalten beziehungsweise diese modern interpretieren. Auch soziale und ökologische Gesichtspunkte spielen bei der Preisvergabe eine große Rolle. Insgesamt 24 Bewerbungen gingen ein. Nach einer Vorauswahl besichtigte die Jury acht Objekte vor Ort.
Die Jury setzt sich zusammen aus Nina Zeilhofer (Architektin), Alfons Weber (weiterer Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten, Bezirksrat), Edgar Rölz (Kulturbeauftragter Bezirk Schwaben, Bezirksrat), Christine Rietzler (Bezirksrätin), Christoph Lang (Bezirksheimatpfleger Schwaben) und Christian Mischo (Abteilungsleitung Bau, Umwelt und Energie des Bezirks Schwaben). Den Architekturpreis verlieh der Bezirk Schwaben in diesem Jahr zum vierten Mal. (AZ)
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