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Günzburg : So bleibt das Immunsystem auch im Herbst stark

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So bleibt das Immunsystem auch im Herbst stark

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    Apothekerin Birgit Gräber-Brenner empfiehlt Mittel zur Stärkung der Immunabwehr, um vorzubeugen. Bei den Erkältungspräparaten gibt es derzeit keine Engpässe.
    Apothekerin Birgit Gräber-Brenner empfiehlt Mittel zur Stärkung der Immunabwehr, um vorzubeugen. Bei den Erkältungspräparaten gibt es derzeit keine Engpässe. Foto: Qendresa Sinani Gashi

    Der Regen prasselt gegen die Fenster und drinnen sitzt die dreijährige Erva zu Hause. Sie konnte heute nicht in den Kindergarten gehen, sie ist erkältet. Damit ist sie nicht alleine. Ihre Mutter, Eda Yücel, versucht, ihr den Tag so angenehm wie möglich zu gestalten. „Meine Tochter fühlte sich nicht wohl, also blieb sie zu Hause“, erzählt sie. Erva zeigt die typischen Symptome einer Erkältung: Husten, Schnupfen und allgemeines Unwohlsein. Besonders der plötzliche Wetterumschwung, Ende September hatte es noch hochsommerliche Temperaturen, im Oktober sanken die Grade auf bis unter zehn, machen Kinder anfälliger für Krankheiten.

    Tage, an denen Kinder wie Erva zu Hause bleiben müssen, sind in den Kindergärten in der Region aktuell keine Ausnahme. Zwei Erzieherinnen aus dem Landkreis bestätigten auf Nachfrage, dass in den letzten Tagen auffallend viele Kinder gefehlt haben, meist wegen Husten, Schnupfen oder Fieber. Offiziell wollten sie sich jedoch nicht äußern: „Wir möchten keine Panik verbreiten, sonst lassen Eltern ihre Kinder vielleicht gar nicht mehr kommen“, erklärt eine von ihnen.

    Besonders schwierig sei die Situation, wenn erkrankte Kinder trotz Symptomen gebracht werden. „Wenn ein Kind krank ist, steckt es schnell andere an. Wir bitten die Eltern deshalb immer wieder: Bitte bringt eure Kinder nicht, wenn sie Fieber haben oder stark husten. Aber nicht alle halten sich daran“, sagt eine Erzieherin aus einer anderen Einrichtung.

    Aktuell bleibt die kleine Erva aus Günzburg wie viele Kinder vom Kindergarten zu Hause, da sie erkältet ist.
    Aktuell bleibt die kleine Erva aus Günzburg wie viele Kinder vom Kindergarten zu Hause, da sie erkältet ist. Foto: Qendresa Sinani Gashi

    Um die Ausbreitung einzudämmen, greifen viele Einrichtungen zu zusätzlichen Hygienemaßnahmen. Spielzeug wird häufiger desinfiziert, die Räume werden regelmäßig gelüftet, und kleinere Gruppen werden soweit möglich auseinandergehalten. Man achte sehr darauf, dass die Kinder viel an die frische Luft gehen, auch wenn es kälter wird. Bewegung draußen sei wichtig für das Immunsystem.

    Nachfrage nach Medikamenten gegen Erkältung und Grippe in der Apotheke steigt

    Auch Birgit Gräber-Brenner, Inhaberin der Brenner-Apotheke in Günzburg und der Güssen-Apotheke in Leipheim, bestätigt den Trend: „Das sind vor allem die Erkältungskrankheiten, die jetzt natürlich entweder durch den Wetterumschwung oder durch Flugreisen entstehen.“

    In den vergangenen zwei Wochen sei die Nachfrage nach Erkältungsmedikamenten in der Apotheke deutlich gestiegen: „Die letzte Woche ist es vor allem richtig losgegangen, als es so kalt wurde.“ Die typischen Beschwerden kennt sie genau: „Meistens geht es im Hals los und dann kommt die Nase und der Husten, der sich tiefer festsetzt. Das ist die landläufige Erkältung.“ Vor allem Kinder und ältere Menschen sind betroffen. „Jetzt zieht es durch die Schulen weiter. Im Kindergarten geht es los mit Infekten, die sich dann richtig ausbreiten“, berichtet Gräber-Brenner. Dabei sei das Verhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen ziemlich ausgeglichen: „Ich würde sagen, das hält sich die Waage. Wenn einer in der Familie krank ist, dann ist der nächste gleich angesteckt. Das kann man kaum verhindern.“

    Um vorzubeugen, setzt die Apothekerin auf Stärkung der Immunabwehr: „Wir empfehlen, über den Darm zu arbeiten, zum Beispiel mit Probiotika. Dazu kommen Vitaminpräparate, Vitamin C und auch pflanzliche Mittel, die besonders für Kinder geeignet sind.“ Bekannte Produkte wie pflanzliche Präparate gegen Erkältung oder homöopathische Mittel könnten dabei helfen, eine Erkrankung abzumildern: „Wenn man sie rechtzeitig nimmt, kann man verhindern, dass es schlimmer wird.“

    Doch nicht nur Präparate aus der Apotheke sind wichtig: „Die Abwehr zu stärken bedeutet auch, an der frischen Luft zu sein, sich zu bewegen, Sport zu treiben und auf gesunde Ernährung zu achten. Aber so viel Vitamin C, wie man eigentlich bräuchte, kann man gar nicht nur über Obst aufnehmen, da helfen hochwertige Präparate aus der Apotheke.“ Auch alte Hausmittel seien nach wie vor sinnvoll: „Ein heißes Fußbad, wenn man kalte Füße hat, oder ein heißer Tee, das sind einfache Maßnahmen, die immer noch wirken.

    Erkältung oder Grippe? Das ist der Unterschied

    Viele Patienten seien zudem unsicher, wie sie eine einfache Erkältung von einer Grippe unterscheiden können. „Die Leute kommen und sagen: ‚Ich habe eine Grippe‘ und oft stimmt das gar nicht“, sagt die Apothekerin. „Eine echte Grippe ist immer viral und hat immer auch ein hohes Fieber dabei.“ Die Apothekerinnen und Apotheker in Günzburg beraten hier gezielt: „Wenn jemand kommt und seine Beschwerden schildert, können wir unterscheiden, ob es eine Erkältung oder eine Grippe ist. Gerade Kinder, Senioren oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem schicken wir viel schneller zum Arzt. Wir sind keine Ärzte, aber wir können rechtzeitig entscheiden, wann ein Arztbesuch wichtig ist.“

    Und wie sieht es mit der Versorgungslage aus? „Engpässe gibt es leider immer wieder“, sagt Gräber-Brenner. Besonders im Winter rechnet sie mit Problemen bei antibiotischen Säften: „Wir bevorraten uns zwar sehr gut, aber die Situation bleibt angespannt.“ Bei Erkältungspräparaten sei die Lage besser: „Nasensprays, Halstabletten oder Tees sind in der Regel lieferbar. Falls ein bestimmtes Präparat fehlt, gibt es meist Alternativen.“

    Um Ervas Gesundheit zu unterstützen, setzt auch ihre Mutter auf ausgewogene Ernährung und natürliche Heilmethoden. „Sie bekommt regelmäßig Obst und Gemüse. Außerdem gebe ich ihr ab und zu einen Löffel Traubensirup, das gibt Energie und wirkt sogar blutbildend“, sagt sie. „Bei verstopfter Nase stecke ich Nelken in eine Zwiebel ans Fenster, und bei Husten lege ich ein Stück Schafwolle auf die Brust. Außerdem bekommt sie Tee, auch wenn sie nicht immer gern trinkt. Sollte sich ihr Zustand verschlechtern, gehe ich natürlich zum Arzt.“

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