Wegen des fortschreitenden Eschentriebspitzensterbens mussten wie schon im Stadtwald und im Auwald auf dem Gelände des Günzburger Waldbades um Neujahr eine Vielzahl von Eschen gefällt werden. "Dies war insbesondere aus Sicherheitsgründen notwendig, da die Gefahr in Bezug auf herabfallende Äste zu groß und die Standsicherheit einzelner Bäume nicht mehr gewahrt war", melden jetzt die Stadtwerke Günzburg. „Aus Gründen der Verkehrssicherung mussten wir diesen Schritt unternehmen, da die Sicherheit unserer Badegäste vorgeht“, sagt Lothar Böck, Vorstand der Stadtwerke. „Teilweise hat dies zu größeren Lücken im Baumbestand geführt“, so Böck weiter. Die genauen Zahlen teilte er am Mittwochnachmittag auf Anfrage der Redaktion mit: Rund 280 Bäume waren über das weitläufige Gelände verstreut, jetzt sind es 55 Bäume weniger. Das entspricht einem Verlust von knapp 20 Prozent. Dabei aber soll es nicht bleiben.
Da auch in den vergangenen Jahren auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gelände immer wieder einzelne Bäume gefällt werden mussten, sind bereits in der Vergangenheit Nachpflanzungen erfolgt. In diesem Jahr wie in den darauffolgenden Jahren soll das mit größeren Bäumen entsprechend weitergehen, um den Parkcharakter der Anlage mit klimaresistenten Arten auszubauen und für die Zukunft zu rüsten. Der Stadtförster machte Vorschläge, welche Bäume für eine Wiederbepflanzung sinnvoll sind: Gedacht ist an verschiedene Ahornarten, Linden, Hainbuchen, Rotbuchen und eventuell einzelne Douglasien. Das wäre dann das erste Nadelgehölz im Waldbad. An einigen Randbereichen der Liegewiese werden zudem breite Pflanzstreifen mit kleinen Forstpflanzen, Sträuchern und Hecken bestückt, um einen Übergang in den angrenzenden Nauwald zu gestalten. Vorgesehen ist konkret ein fünf Meter breiter und gut 100 Meter langer Streifen.
Sonnensegel wird nahe dem Kinderspielplatz im Waldbad angebracht
„Zum Glück haben wir im Waldbad bereits eine gute Mischung verschiedener Baumarten, darunter nach wie vor viele Großbäume, die der Einrichtung weiterhin eine Gliederung geben“, so Böck. „Zudem werden wir mit einem Sonnensegel in einem Bereich der Liegewiese eine Schattenfläche schaffen“, setzt der Stadtwerkevorstand fort. Das Segel soll in der Nähe des Spielplatzes aufgestellt werden. Ungefähr 85 Quadratmeter Fläche werden damit beschattet.
Da die Neupflanzungen mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden sind, suchen die Stadtwerke Sponsoren, die sich an den Kosten für einen oder mehrere Bäume, Strauch- und Heckenpflanzen oder die vorgesehenen Pflanzstreifen mit kleinen Forstpflanzen beteiligen. Neben Firmen sind auch Privatpersonen angesprochen. Nähere Informationen sind ab Donnerstag auf den Homepages der Stadtwerke oder des Waldbades unter den Internetadressen www.stadtwerke-guenzburg.de und www.waldbadguenzburg.de beziehungsweise bei den Stadtwerken direkt zu erfragen (Telefonnummer: 08221/36716). Etwa 450 Euro netto kostet ein Baum ab einer bestimmten Größe, wenn Pflanzung und regelmäßiges Gießen eingerechnet werden. Nach der Aktion sollen die Baumsponsoren und -sponsorinnen zu einem gemeinsamen Fototermin eingeladen werden. Das ist jedenfalls der Plan.
Böck verspricht: Charakter eines Waldbades in Günzburg bleibt erhalten
„Wir freuen uns über jeden Beitrag oder Beteiligung. Das Waldbad wird auch weiterhin dem Namen ,Waldbad' gerecht werden, nur sicherer und was den Baumbestand und die Artenvielfalt betrifft auf die Zukunft ausgerichtet“, stimmt Lothar Böck bereits im Hinblick auf die kommende Freibadsaison ein, die entweder am 6. oder am 13. Mai beginnen wird. Die Stadtwerke legen sich voraussichtlich Ende April auf den Starttermin fest.
Die vergangene Badesaison sei mit 110.000 Gästen "überdurchschnittlich gut" gewesen. Und das nicht nur verglichen mit den Zahlen in den Corona-Jahren. "Es war ein sehr guter Sommer", sagt Böck. Dennoch blieb ein Defizit in Höhe von rund 450.000 Euro. Böck hält es gleichwohl für wichtig, dass die Stadt das Freibad betreibt. In den Urlaub zu fahren, kann sich mancher Haushalt mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Mittel und die gestiegenen Preise einfach nicht mehr erlauben. Der Anteil der "Balkonien-Urlauber" wird nach Einschätzung Böcks noch zunehmen. "Kommunale Einrichtungen werden da im sozialen und gesellschaftlichen Leben an Wert gewinnen", sagt der Stadtwerkechef voraus.
Wie die gefällten Eschen zum Teil verwendet werden
Ein Teil der gefällten Eschen soll Verwendung im Rahmen des geplanten Neubaus finden, insbesondere im Bereich der Innenausstattung des neuen Kioskbereiches, der für die übernächste Freibadsaison entstehen soll. „Der Gedanke, Holz, das vor Ort gewachsen ist, an Ort und Stelle wiederzuverwenden, finde ich nicht nur schön, sondern trägt auch ein Stück Nachhaltigkeit in sich. So bleibt etwas Vergangenes auch in der Zukunft erhalten“, sagt Lothar Böck. (mit AZ)