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Kunstpreis bei Off Art feiert Premiere Artis 2026 im Schulmuseum Ichenhausen

Ichenhausen

Kunstpreis für 2450 Topfreiniger in Ichenhausen: "Der erste Impuls ist der Wow-Effekt."

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    Bei seiner 15. Kunstausstellung, der Artis 2026 im bayerischen Schulmuseum Ichenhausen, verlieh der Günzburger Kunstverein Off Art erstmals einen Kunstpreis. "Sonnenflügel", die Plastik des Künstlers Walter Zepf (hinten, Mitte), erhielt den ersten Preis. Museumsleiterin Johann Haug (rechts daneben) hielt die Laudatio.
    Bei seiner 15. Kunstausstellung, der Artis 2026 im bayerischen Schulmuseum Ichenhausen, verlieh der Günzburger Kunstverein Off Art erstmals einen Kunstpreis. "Sonnenflügel", die Plastik des Künstlers Walter Zepf (hinten, Mitte), erhielt den ersten Preis. Museumsleiterin Johann Haug (rechts daneben) hielt die Laudatio. Foto: Peter Wieser

    Dass so viele Gäste am Donnerstag ins Bayerische Schulmuseum Ichenhausen kamen, damit hatte zuvor wohl niemand gerechnet. Zum zweiten Mal, nach 2022, findet dort mit der Artis 2026 eine Kunstausstellung des Günzburger Kunstvereins Off Art statt. Sie ist inzwischen die 15. in dieser Art, das Thema lautet „Impulse“. Bei der Vernissage an diesem Donnerstag verlieh der Kunstverein zugleich erstmals einen eigenen Kunstpreis.

    81 Werke zeigen in Ichenhausen künstlerische Impulse aus ganz Deutschland

    Wie lässt sich die Bezeichnung „Impulse“ in Bezug auf Malerei, Skulpturen und Installationen übertragen und erklären? „Der Impuls (p) ist das Produkt der Masse (m) und der Geschwindigkeit (v) eines Körpers“, brachte Karen Steifensand, die Vorsitzende des Kunstvereins, den Gästen zunächst die Bedeutung in der Physik nahe. Also: Kilogramm mal Meter pro Sekunde. „Impulse sind Anstöße. Sie entstehen plötzlich – manchmal sanft, manchmal mit Wucht.“

    Genau dort beginne künstlerische Arbeit: bei einem inneren oder äußeren Impuls, einer Beobachtung oder Erinnerung, einer gesellschaftlichen Spannung oder einem Moment von Schönheit. 64 Künstlerinnen und Künstler, nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Deutschland, waren mit 81 Werken Impulsen gefolgt.

    Impulse, so lautet das Thema der Kunstausstellung. Auf dem Bild: Laudatorin Theresa Pfeiffer, Off Art-Vorsitzende Karen Steifensand, Dylan Steiert (Dritter Preis), Walter Zepf (Erster Preis), Melanie Ellmers (Dritter Preis), Museumsleiterin Johanna Haug sowie Laudatorin und Zweite Vorsitzende des Kunstvereins Susanne Aßfalg-Pögl.
    Impulse, so lautet das Thema der Kunstausstellung. Auf dem Bild: Laudatorin Theresa Pfeiffer, Off Art-Vorsitzende Karen Steifensand, Dylan Steiert (Dritter Preis), Walter Zepf (Erster Preis), Melanie Ellmers (Dritter Preis), Museumsleiterin Johanna Haug sowie Laudatorin und Zweite Vorsitzende des Kunstvereins Susanne Aßfalg-Pögl. Foto: Peter Wieser

    Drei Preise wurden verliehen: 1500 Euro, 1000 Euro und 500 Euro. Lässt sich aus gewöhnlichen Topfreinigern, die es in einer Packung zumeist in drei verschiedenen Farben gibt, ein Werk zeitgenössischer Kunst kreieren? Walter Zepf aus Dürbheim bei Tuttlingen hat aus 2450 solcher Pfannenputzer aus Kunststoff in der Farbe Gelb die Plastik „Sonnenflügel“ geschaffen. Der erste Impuls für sie sei der Wow-Effekt, den das Kunstwerk verbreitet, sagte Museumsleiterin Johanna Haug, die die Laudatio bei der Vergabe des ersten Preises hielt.

    "Die letzte Zigarette" – die aus vier ausgedrückten Zigaretten bestehende Skulptur von Dylan Steiert erhielt den zweiten Preis.
    "Die letzte Zigarette" – die aus vier ausgedrückten Zigaretten bestehende Skulptur von Dylan Steiert erhielt den zweiten Preis. Foto: Peter Wieser

    Der zweite Impuls sei die Haltekraft, welche die Augen über das Werk wandern lasse. Der dritte sei: Am liebsten würde man sich in den Sonnenflügel hineinlegen und in die Welt hinausrollen, gefolgt von einem Schweif aus Licht und Wärme, ähnlich wie beim antiken Phaeton und seinem Sonnenwagen.

    Die Laudatio zur Verleihung des zweiten Preises hielt Theresa Pfeiffer: „Die letzte Zigarette“ (Dylan Steiert, Nürnberg) – eine Alltagsszene trifft auf Monumentalität in vier übergroßen ausgedrückten Zigarettenstummeln. Genau darin liege die Kraft der Skulptur, eine klassische Steinbildhauerei aus Frankenjura, Carrara-Marmor und Basalt. Jedoch gebe es einen gewissen feinen Humor mit dem Charme des Scheiterns: „Die letzte Zigarette, aber es gleich vier Stück.“

    Melanie Ellmers aus Türkheim zeigt Mädchen im Raumanzug auf 'Together'

    Die Laudatio zum dritten Preis hielt Susanne Pögl-Aßfalg, die zweite Vorsitzende des Kunstvereins. Auf dem Bild „Together“ (Melanie Ellmers, Türkheim) kniet ein lächelndes, einen Raumanzug tragendes Mädchen, umgeben von einer kräftigen pink-orangefarbenen Wolke, vor dem Betrachter. Mit einer Spraydose schreibt sie in Spiegelschrift das Wort „Together“. Weitere am Boden liegende Spraydosen lassen vermuten, dass die Außerirdische schon mehrere solcher Botschaften der Gesellschaft geschrieben haben könnte.  

    "Together" – das Bild mit dem sprayenden Mädchen im Raumanzug von Melanie Ellmers wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet.
    "Together" – das Bild mit dem sprayenden Mädchen im Raumanzug von Melanie Ellmers wurde mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Foto: Peter Wieser

    Die ausgestellten Arbeiten haben eines gemeinsam: sie erzeugen Spannung, ziehen den Blick auf sich und fordern auf, Fragen zu stellen. Jede auf eine andere Art und Weise. Kraftvoll, aber auch zurückhaltend, manchmal ein Lächeln hervorrufend. „Voyage fantastique“ (Michael Stang, Günzburg) – ein verlassenes Auto, alt, aber klassisch markant, steht auf dem Bild bereit für eine fantastische Reise, dem Entfliehen von einem Ort, umgeben von bläulichen und rötlichen Häuserzeilen.

    „Wachstum regt sich“ (Gabriele Holzgräfe, Bibertal) – die Keramikarbeit setzt eine Entwicklung in Gang. Eine sich entfaltende Knospe lässt aus einem Impuls heraus Wirklichkeit werden. Anders ist das bei dem Karussell mit den vier lebensgroßen schwebenden Affen (Andrea Legde, Nennslingen bei Weißenburg): Vermutlich sind sie Exemplare zahlreicher menschlicher Vorfahren, die die Installation „Unusque pro se“ darstellt. Jeder ist für sich und es gibt unter den Figuren keine Verbindung. Stattdessen hat jede einen Stapel Goldstücke angehäuft.

    Die Ausstellung kann bis Anfang Oktober während der Öffnungszeiten des Bayerischen Schulmuseums dienstags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Während der Zeit vom 10. bis zum 24. August ist das Museum geschlossen.

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