Eine Nachricht der Stadt Burgau hat innerhalb des Stadtrates und auch in Teilen der Bevölkerung für Unverständnis gesorgt. Im Benachrichtigungskanal der Stadt Burgau im Messengerdienst WhatsApp ist zu Beginn der Woche eine Meldung erschienen, die auf eine Mittagsruhe auf den Spielplätzen der Stadt hinweist. Auf dem veröffentlichten Foto steht: „Bitte keinen Lärm auf den Spielplätzen von 12 bis 14 Uhr. Vielen Dank für Ihr Verständnis!“ Darauf zu sehen ist eine Schaukel mit Kind, welche mit einer roten Linie durchgestrichen ist. „Mich erzürnt es noch heute“, sagte Ratsmitglied Heidi Häuser (FWV) in der vergangenen Sitzung.
Bei der Stadt Burgau sind mehrere Beschwerden wegen Lärm in der Mittagszeit eingegangen
Stadträtin Ramona Nahirni-Vogg (Bündnis 90/Die Grünen) stört sich vor allem an dem Foto. „Die Bildsprache geht gar nicht, ein durchgestrichenes Kind. Und es ist plump formuliert“, so Nahirni-Vogg. Dem pflichtete auch Harald Stöckle (FWV) bei. Erster Bürgermeister Martin Brenner (CSU) räumte ein, dass die Veröffentlichung unglücklich formuliert gewesen sei. Die Stadt hätte versucht, die Nachricht vorsichtig zu formulieren. Denn unter dem Foto steht weiter geschrieben, dass die Verwaltung um Rücksichtnahme auf die Nachbarschaft bittet und während der Mittagszeit daher lediglich eine minimale Lautstärke herrschen sollte. „Verzichten Sie bitte in dieser Zeit auf laute Aktivität“, heißt es in der Nachricht im Whatsapp-Kanal weiter.
Bürgermeister Brenner erklärte in der Sitzung, dass Anlass für diese Meldung mehrere Beschwerden waren, die bei der Stadt eingegangen sind, „und es scheint immer wieder Beschwerden zu geben“. Doch auch das ist für Stadträtin Häuser unverständlich: „Wir leben in einer kinderfreundlichen Region. Kinderlärm ist auszuhalten.“ Wer neben einem Spielplatz wohne, müsse auch mit spielenden Kindern rechnen. Brenner pflichtete der Rätin schließlich bei und sagte ebenfalls, dass Kinderlärm eigentlich auszuhalten sei.
Die zweistündige Mittagsruhe auf Spielplätzen ist auf Schildern vor Ort ausgewiesen
Dass eine solche Mittagsruhe auf Spielplätzen möglich ist, bestätigte Hauptamtsleiter Wolfgang Buckel. In einer Benutzungssatzung können solche zeitlichen Einschränkungen festgelegt werden, in der Markgrafenstadt bestehe die Mittagsruhe schon längere Zeit. Die entsprechenden Zeiten stehen auf Hinweisschildern vor Ort. „Das Kleingedruckte lesen die Leute immer selten“, kommentierte Stadtrat Stöckle mit einem Schmunzeln.
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