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Nachruf: Burtenbachs Altbürgermeister Hans Rößner ist tot

Burtenbach

„Ein Arbeitstier, im positiven Sinne“: Hans Rößner war Bürgermeister mit Leib und Seele

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    Burtenbachs Altbürgermeister Hans Rößner ist im Alter von 89 Jahren verstorben.
    Burtenbachs Altbürgermeister Hans Rößner ist im Alter von 89 Jahren verstorben. Foto: Wolfgang Kahler (Archivbild)

    Eine Armbanduhr hat Hans Rößner schon getragen. Aber der Burtenbacher hat selten darauf geschaut, er ist „gerannt von morgens bis abends, hat geschafft wie ein Wahnsinniger“, sagt seine Frau Inge. Keine Aufgabe, kein Amt sei ihm zu viel gewesen, ob als Bürgermeister von Burtenbach, als Zimmerer und Maurer oder als jahrzehntelanger Vorsitzender des TSV. Egal, wie hart der Job und am Ende sein Leben mit einer schweren Krankheit gewesen sei, betont seine Frau: „Er war immer gut aufgelegt, er hat nie aufgegeben.“ Kurz nach seinem 89. Geburtstag ist Hans Rößner jetzt gestorben. Mit seiner Familie trauert auch Rathauschef Roland Kempfle. Sein direkter Vorgänger im Amt sei ein „Burtenbacher durch und durch“ und ein „Bürgermeister mit Leib und Seele“ gewesen. Nach Walter Gruber, der im vergangenen Jahr starb, muss die Gemeinde nun von ihrem zweiten Altbürgermeister Abschied nehmen.

    Altbürgermeister Hans Rößner engagierte sich Jahrzehnte in Burtenbach

    Hans Rößner war, wie er selbst einmal von sich sagte, ein Kind der Gemeinde. Dort wuchs er auf, dort besuchte er die Schule und machte dann auch eine Lehre, wurde Zimmerer- und Maurermeister. Für kurze Zeit arbeitete er in Thannhausen, bevor er beruflich in die Heimat zurückkehrte und mehr als drei Jahrzehnte bei ein- und demselben Bauunternehmen blieb. Als „Arbeitstier, aber im positiven Sinn“ beschreibt ihn seine Frau, die ihm zu Hause den Rücken freihielt. Denn ihr Mann sei ja nicht nur in den Beruf voll eingespannt gewesen, er engagierte sich über die Maßen in der Kommunalpolitik und im Sportverein, „alles nebenbei“. Dafür habe er so einige Nächte, Wochenenden und auch Urlaube geopfert, „aber er wollte es so, es hat ihn keine Stunde gereut, dass er so viel gearbeitet hat“, betont die Witwe. Und sie selbst habe keine Sekunde der 63 Jahre währenden Ehe bereut.

    Der Eintrag ins Goldene Buch ihrer Gemeinde, gehalten von Bürgermeister Roland Kempfle, gehörte 2017 zum Höhepunkt einer eigens anberaumten Matinee zu Ehren der beiden Altbürgermeisterjubilare Walter Gruber (links) und Hans Rößner (rechts).
    Der Eintrag ins Goldene Buch ihrer Gemeinde, gehalten von Bürgermeister Roland Kempfle, gehörte 2017 zum Höhepunkt einer eigens anberaumten Matinee zu Ehren der beiden Altbürgermeisterjubilare Walter Gruber (links) und Hans Rößner (rechts). Foto: Gertrud Adlassnig (Archivbild)

    18 Jahre war Rößner Gemeinderat von 1972 bis 1990, ab 1972 außerdem Zweiter Bürgermeister. Sein „Chef“ im Rathaus war Walter Gruber, zu dem er laut seiner Frau ein ganz besonderes und sehr enges Verhältnis pflegte. Sie waren genau ein Jahrzehnt auseinander, hatten fast zeitgleich Geburtstag und feierten fast immer gemeinsam. 1990 trat Rößner die Nachfolge seines Freundes im Rathaus an. Während seiner zwölfjährigen Amtszeit wurden neue Bau- und Gewerbegebiete erschlossen, Kindergärten in Oberwaldbach und Kemnat gebaut, ein Feuerwehrhaus in Oberwaldbach und die neue Gemeindebücherei kamen ebenso wie ein Jugendzentrum dazu. 2002 kandidierte Rößner nicht mehr, Roland Kempfle übernahm die Geschäfte.

    Burtenbachs Altbürgermeister Hans Rößner erhielt die Bürgermedaille

    Ein Jahr später verlieh er seinem Vorgänger den Ehrentitel Altbürgermeister. Der Markt Burtenbach habe ihm viel zu verdanken, sagte Kempfle damals wie heute. Rößner habe sich unglaublich und unermüdlich engagiert. Er selbst habe ihn immer für seine Energie bewundert, er habe sich oft gefragt, woher er die Kraft und Zeit nahm, auch noch 37 Jahre lang den TSV Burtenbach als erster Vorsitzender zu leiten. „Das war außer seiner Familie seine große Liebe, sein Lebenswerk.“ Auf Kempfles Vorschlag wurde dann 2020 erstmals die Bürgermedaille verliehen. Diese besondere Ehrung bekamen damals vier Persönlichkeiten aus der Gemeinde, darunter auch Hans Rößner. Für sein herausragendes und langjähriges Engagement in Burtenbach und seinen Ortsteilen.

    Mit der Bürgermedaille für herausragendes und langjähriges Engagement in Burtenbach sowie den Ortsteilen Kemnat und Oberwaldbach wurden 2020 im Rathaus geehrt (von links): Leo Brenner, Gottlieb Wiedemann, Hans Rößner und Artur Bommer mit Bürgermeister Roland Kempfle (Mitte).
    Mit der Bürgermedaille für herausragendes und langjähriges Engagement in Burtenbach sowie den Ortsteilen Kemnat und Oberwaldbach wurden 2020 im Rathaus geehrt (von links): Leo Brenner, Gottlieb Wiedemann, Hans Rößner und Artur Bommer mit Bürgermeister Roland Kempfle (Mitte). Foto: Wolfgang Kahler (Archivbild)

    Kempfle, der bei der Kommunalwahl im März nach 24 Jahren im Amt nicht mehr als Bürgermeister antritt, betont wiederholt, dass er sich selbst keinen besseren Vorgänger hätte wünschen können. Sie beide hätten sich gegenseitig sehr geschätzt, seien sich stets auf Augenhöhe begegnet. Rößner habe sich im Ruhestand nie in seine Arbeit eingemischt, stattdessen das politische Leben in der Marktgemeinde weiter sehr aufmerksam und interessiert verfolgt. Wovor der jetzige Rathauschef auch tief den Hut zieht: Rößner habe stets eine positive Lebenseinstellung gehabt. Selbst zuletzt an seinem 89. Geburtstag, als der Jubilar von Krankheit gezeichnet gewesen sei, habe er noch vor Energie gesprüht. Die Witwe kann das nur bestätigen: „Schlechte Laune gab‘s nicht.“

    Burtenbach: Trauerfeier für verstorbenen Altbürgermeister Rößner am 12. Februar

    Roland Kempfle bedauert sehr, dass Burtenbach innerhalb nur eines Jahres zwei Altbürgermeister zu Grabe tragen müsse. Mit Walter Gruber und nun Hans Rößner habe man zwei Persönlichkeiten verloren, die den Markt geprägt hätten. Er hebt heraus: „Man wird sie nie vergessen, es gibt viele sichtbare Zeichen ihrer Lebensleistung.“

    Hans Rößner hinterlässt seine Frau Inge und seinen Sohn Hans. Die Trauerfeier mit anschließender Beerdigung findet am Donnerstag, 12. Februar, um 14 Uhr in der Johanneskirche in Burtenbach statt.

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