Nur wenige Tage nach den beiden bewaffneten Raubüberfällen auf Tankstellen in Günzburg und Ichenhausen meldet die Polizei einen Fahndungserfolg: Nach intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm nahm die Polizei drei Tatverdächtige fest.
Wie berichtet, hatte am Montagabend ein maskierter Täter eine Tankstelle in der Schlachthausstraße in Günzburg überfallen. Er bedrohte den Tankwart mit einer schwarzen Pistole und entwendete Bargeld im mittleren dreistelligen Bereich aus der Kasse. Der Täter flüchtete anschließend in Richtung Ulmer/Heidenheimer Straße.
Kriminalpolizei Neu-Ulm stellt mutmaßliche Tatwaffe sicher
Bereits 24 Stunden später, am Dienstagabend, ereignete sich ein weiterer Raubüberfall auf eine Tankstelle in der Krumbacher Straße in Ichenhausen. Zwei maskierte Täter bedrohten einen Angestellten und einen Kunden mit einer schwarzen Pistole. Sie entwendeten Bargeld im niedrigen vierstelligen Bereich sowie Zigaretten und flüchteten zu Fuß in Richtung Günztalstraße.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm liefen daraufhin auf Hochtouren – und führten schon am Mittwoch zu einem Fahndungserfolg. Drei Tatverdächtige wurden identifiziert. Daraufhin erfolgten Durchsuchungen mit Unterstützung von Spezialkräften im Bereich Ichenhausen.
Die drei Tatverdächtigen sind Teenager im Alter zwischen 17 und 19 Jahren
Hier konnten die Ermittler die mutmaßliche Tatwaffe sowie mögliche Tatkleidung sicherstellen. Die Teenager bedrohten die Kassierer in Günzburg und Ichenhausen nicht mit einer echten Waffe, sondern mit einer Softair. Das sind Druckluftwaffen, die Plastik- oder Stahlkugeln verschießen können. Sie sehen echten Waffen täuschend ähnlich, oft sind die Designs von Waffenherstellern wie Heckler und Koch oder Walther lizenziert.
Zudem wurden die drei Tatverdächtigen im Alter von 17 bis 19 Jahren durch Spezialkräfte vorläufig festgenommen. „Es ist ein super Erfolg“, sagt Johannes Stoll, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West. „Wir hatten am Montag und Dienstag je einen Raubüberfall und bereits am Mittwochnachmittag konnten wir die drei Tatverdächtigen festnehmen.“
Die Kriminalpolizei Neu-Ulm sieht einen Zusammenhang zwischen den beiden Raubüberfällen
Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen den beiden Taten besteht und beide Raubüberfälle von derselben Tätergruppe begangen wurden. Stoll will aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen, wie die Polizei den drei Teenagern auf die Spur kam. „Es ist jedoch ein wichtiges Zeichen für die Bevölkerung, dass wir die Tatverdächtigen so schnell fassen konnten“, sagt Stoll.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Memmingen wurden alle drei Tatverdächtige am Donnerstag dem Bereitschaftsrichter beim Landgericht Memmingen vorgeführt. Dieser erließ die jeweils beantragten Haftbefehle und setzte diese in Vollzug. Anschließend wurden die drei Tatverdächtigen in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht.
Wie hoch die Schadenshöhe der beiden Tankstellenraube in Günzburg und Ichenhausen ist, ist noch nicht bekannt
„Es war eine intensive und hervorragende Arbeit der Kriminalpolizei in Neu-Ulm in enger Abstimmung mit Staatsanwaltschaft Memmingen“, sagt Stoll. „So ist es uns gelungen, die drei festzunehmen“, führt der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West fort.
Vorbei ist die Polizeiarbeit aber noch nicht. Gegenstand der weiteren Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Memmingen sind insbesondere die Hintergründe der Taten sowie die Schadenshöhe. Im Landkreis Günzburg kam es im vergangenen Jahr zu insgesamt 14 Raubüberfällen. Das ist ein Anstieg von mehr als 85 Prozent, denn 2024 gab es lediglich acht solcher Vorfälle.
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