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Vhs Günzburg fördert Austausch zwischen Generationen und Vielfalt im Programm

Landkreis Günzburg

Jubiläumsjahr der Vhs: Integration, Innovation und persönliche Geschichten im Fokus

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    Sie stellten das neue Semesterprogramm der Vhs vor (von links): Karl Jordan, Aufsichtsratsvorsitzender; Marc Hettich, Pädagogischer Mitarbeiter in Krumbach; Nathalie Charlet, Programmbereichsleiterin Deutsch und Integration; Christa Baumeister, Leiterin und Norbert Mäusle, stellvertretender Leiter und Geschäftsführer.
    Sie stellten das neue Semesterprogramm der Vhs vor (von links): Karl Jordan, Aufsichtsratsvorsitzender; Marc Hettich, Pädagogischer Mitarbeiter in Krumbach; Nathalie Charlet, Programmbereichsleiterin Deutsch und Integration; Christa Baumeister, Leiterin und Norbert Mäusle, stellvertretender Leiter und Geschäftsführer. Foto: Qendresa Sinani Gashi

    Dieses Jahr ist für die Volkshochschule im Landkreis Günzburg alles andere als gewöhnlich: 80 Jahre sind vergangen, seit das Volksbildungswerk gegründet wurde, und die Vhs hat sich längst als unverzichtbare Einrichtung der Erwachsenenbildung im Landkreis etabliert. „2026 ist für die Vhs ein besonderes Jahr“, betont die Leiterin, Christa Baumeister. „Damals, 1946, begann etwas Großes, und vielleicht kann man auch heute sagen: Gemeinsam gestalten wir das Morgen.“

    Mit Blick auf das Jubiläumsprogramm setzt die Vhs auf Kontinuität, wie Baumeister weiter ausführt: „Wir setzen auf unsere bekannten Bereiche Gesellschaft, Kunst, Gesundheit, Sprachen, EDV und Beruf. Das ist unser Kontinuum.“ Teilnehmende sollen sich darauf verlassen können, dass bewährte Angebote fortgeführt werden, gleichzeitig bringt das neue Semester aber auch neue Entwicklungen.

    So ist der Bildungsstandort Thannhausen nach längerer Vakanz wieder besetzt: „Claudia Schramm aus Thannhausen hat dort die Leitung übernommen“, erklärt Baumeister. Ergänzend gibt es zwei Reise-Highlights, die dieses Semester besonders hervorstechen: eine Fahrt nach Wien mit Maria-Theresia-Musical im Mai und eine Studienreise ins spanische und französische Baskenland im Juni. Baumeister sagt: „Diese Reise ist eine echte Besonderheit.“

    Online-Vorträge beleuchten Chancen und Risiken digitaler Technologien

    Auch Kooperationen werden weiter ausgebaut: Lesungen mit Martine Letterie und Heribert Prantl sowie die Zusammenarbeit mit der Landesgartenschau gehören zu den neuen Programmpunkten. Norbert Mäusle, stellvertretender Leiter und Geschäftsführer, betont den didaktischen Schwerpunkt: „Wir haben rund 20 kostenlose Online-Vorträge im Programm. Dabei geht es nicht nur darum, was KI kann und wie man sie nutzt, sondern auch um die Risiken und den verantwortungsvollen Umgang.“

    Präsenzveranstaltungen wie Cybersecurity für den Alltag oder Life-Hacks gegen Manipulation und Fake News ergänzen das Angebot. „Wir schauen nicht nur auf die Chancen, sondern auch auf die Risiken und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien“, so Mäusle. Im Bereich Integration setzt Nathalie Charlet auf Praxisnähe: „Wir erweitern unsere Kooperationen mit Kliniken und schulen Pflegekräfte, um die Gesundheitsversorgung hier im Landkreis zu stärken. Gerade weil viele Pflegekräfte aus dem Ausland kommen, ist das ein wichtiger Beitrag.“ Besonders ist die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag am 9. März mit der Journalistin Shahzad Eden Osterer, die über Frauenrechte im Iran und die Unterstützung von Exil-Iranerinnen berichtet. Charlet betont: „Es ist eine hochaktuelle und brisante Geschichte, die wir hier im Landkreis sichtbar machen wollen.“

    Ein weiterer Höhepunkt der Integration ist der Besuch von Samer Tannous, der vor zehn Jahren aus Syrien flüchtete und heute Französischlehrer sowie Kolumnist beim Spiegel ist. Charlet schwärmt: „Er bringt der Gesellschaft hier sehr viel, unterrichtet Kinder und schreibt humorvoll. Viele Spiegel-Leser werden ihn kennen.“ Er kommt am 9. Mai.

    Ein besonderes Ereignis wird auch in Ichenhausen stattfinden: ein Vortrag über die Friedensglocke, die aus alten Kriegsmaterialien gegossen und mit einem Pferdegespann von Berlin nach Jerusalem transportiert wurde. Karl Jordan, Aufsichtsratsvorsitzender der Vhs, beschreibt das Projekt als sehr persönlich und symbolträchtig: „Der Begleiter der Glocke hat vor Jahren bei mir in der Volkshochschule Englisch gelernt.“ Musikalisch wird der Vortrag von einer Jazz-Swing-Band begleitet.

    In Krumbach sichert Marc Hettich die Kontinuität der Angebote: „Bewährte Sprachkurse und Bewegungsangebote werden fortgeführt. Außerdem starten wir Kooperationen mit dem Heimatverein, der ein breites Angebot an Stadtführungen anbietet – von Kinderführungen bis zu Themenführungen.“ Ein innovatives Projekt ist der „Tisch der Generationen“: Junge und ältere Menschen treffen sich in moderierten Gesprächen, um Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse auszutauschen. Christa Baumeister weist auf ein Projekt hin, das bereits im vergangenen Semester gestartet ist: die Aktion „Vhs-Erfolgsgeschichten“. Dabei werden Geschichten von Teilnehmenden gesammelt, die zeigen, wie ein Vhs-Kurs ihr Leben entscheidend beeinflusst oder neue Perspektiven eröffnet hat. Ein wichtiger Punkt ist die Gebührenerhöhung um zwei  Euro pro Doppelstunde. „Das war notwendig, um als Vhs leistungsfähig zu bleiben und weiterhin kleine Gruppen mit fünf bis sieben Teilnehmenden anbieten zu können.“ Die Anpassung sei nach langer Diskussion beschlossen worden.

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