Die Übergriffe in Egg und Babenhausen haben viele Menschen verunsichert. Sie stellen Fragen wie: Kann ich mich alleine abends noch nach draußen trauen? Und: Wie kann ich mich schützen? Die Polizei gibt Tipps. Einer davon: Wachsam sein! Ein Überblick.
Wie gefährlich ist es: Die Region ist statistisch gesehen sehr sicher, dafür sprechen die Zahlen der Polizei. Das Risiko, aus heiterem Himmel Opfer einer schweren Straftat zu werden, ist in Bayern gering – und im Unterallgäu noch kleiner. Bei Vergewaltigungen oder Tötungsdelikten gibt es oft eine Beziehung zwischen Täter und Opfer.
Aufmerksam sein: Wer ziellos oder unruhig herum fährt oder läuft, wer sich unmotiviert an einsamen Stellen aufhält oder sich gar versteckt (oder von Zeugen abwendet), ist laut Polizei verdächtig – lieber den Notruf 110 wählen.
Selbstsicher auftreten: Um nicht zum Opfer zu werden, könne ein selbstbewusstes Auftreten helfen. Dem Gegenüber sollte signalisiert werden, dass man aufmerksam und widerstandsbereit ist. Ein aufrechter Gang und ein erhobener Blick sind Zeichen dafür.
Vorbereitet sein: Bei einem unguten Gefühl sollte ein Umweg in Kauf genommen werden. Das Handy sollte griffbereit sein – am besten die 110 als Kurzwahl einrichten. Frauen könnten sich zum „Gassigehen“ oder Spazierengehen verabreden, zu zweit oder zu dritt laufen – den Weg vorher bekannt geben und eine Rückkehrzeit vereinbaren. In der Dunkelheit sei eine gute Taschenlampe hilfreich – notfalls auch als Schlagwerkzeug. Laut Polizei macht es Sinn, ein Angriffsszenario ab und an mental durchzuspielen, sich Fluchtmöglichkeiten zu überlegen und Schreien zu üben. Festgelegt werden sollten eine, maximal zwei Verteidigungstechniken, zum Beispiel ein gezielter Tritt ins Genital.
Laut sein: Bei einem Angriff lautet die Devise: Lärm, Licht, Leute. Ein sogenannter „Schrillalarm“ (mindestens 130 Dezibel, elektronisch) bewirke eine „Tatschockumkehr“: Der Angreifer werde überrascht. Der Alarm könne – anders als ein Pfefferspray – nicht gegen das Opfer verwendet werden. Auch Schlüssel oder Regenschirm seien als Abwehrwaffen geeignet.
Gegenwehr: Wer angegriffen wird, sollte sich schnell und entschlossen wehren: Unter Bedrohung könnten Menschen enorme Kräfte entwickeln. Eine Verteidigung sei in 90 Prozent der Fälle erfolgreich.
Helfer ansprechen: Bei Gefahr sollten Frauen andere Menschen hinzuziehen und potenzielle Helfer direkt ansprechen. Zum Beispiel so: „Sie da mit der roten Jacke, helfen sie mir bitte. Dieser Mann bedängt mich und ich möchte das nicht.“ Und: einen Notruf absetzen. Ortsangaben helfen der Polizei. (caj)
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