Der geplante Fellheimer Geschichtsweg macht große Fortschritte. Im Mittelpunkt steht das Vorhaben, die bis ins 17. Jahrhundert hinein reichende, jüdische Geschichte Fellheims und bedeutende Geschichtsorte wie die Ehemalige Synagoge, das Langhaus, das Fellheimer Schloss, die jüdische Metzgerei, die Judenschule sowie den jüdischen Friedhof und die ehemalige Mikwe (Ritualbad) für Besucherinnen und Besucher erlebbar zu gestalten.
Bürgermeister Reinhard Schaupp erläuterte, dass sich das Projekt mitten in der Umsetzung befinde. Die Standorte und Themeninhalte von sieben Informationsstelen entlang der Ortsdurchfahrt stehen bereits fest. Das Geschichtsweg-Projekt, das die herausragende, geschichtliche Bedeutung Fellheims hervorheben soll, wird über das Leader-Förderprogramm bezuschusst.
"Wir liegen gut im Zeitplan", sagt der Bürgermeister von Fellheim
Der Verein Cultura Kulturveranstaltungen ergänzt das Angebot mit zwei weiteren Infotafeln zur Geschichte des Doppeldorfes Fellheim, die aus dem Förderprogramm „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gefördert werden können. Die Info-Träger werden aus Corten-Stahl, dem gleichen Material, aus dem das Eingangsportal der Ehemaligen Synagoge besteht, gefertigt. „Wir liegen gut im Zeitplan, haben grünes Licht von allen Fördergebern und können die konzeptionelle Planung nun auch in die Umsetzung bringen“, sagt Schaupp.
Gute Nachrichten hat der Bürgermeister mit Blick auf weitere engagierte Unterstützung. Dies gestaltet sich in der Form, dass die Schüler des Illertal-Gymnasiums Vöhringen und der Förderkreis Synagoge Fellheim an speziellen Audio-Elementen arbeiten, die wesentliche Geschichtselemente hörbar machen werden.
Der ehemalige Landwirtschaftsminister Josef Miller übernimmt die Schirmherrschaft
Der Geschichtsweg soll noch in diesem Jahr fertig werden. Geplant ist laut Reinhard Schaupp zudem, dass einzelne Elemente mit übergeordneten Aktivitäten verbunden werden. So sollen die gemeindlichen Service- und Infostelen zwischen der ehemaligen jüdischen Siedlung, der früheren Schule und dem kulturhistorisch herausragenden Schlossbau zusammen mit der lokalen Leader-Arbeitsgruppe Kneippland Unterallgäu vernetzt werden.
Eine historische Übersichtskarte, eine Infotafel zur Dorfherrschaft und ein Faltblatt sind Teil des nationalen Festjahres „2021 Jüdisches Leben in Deutschland“, betreut von den Cultura Kulturveranstaltungen. Passend zu diesem Jubiläumsjahr soll der Geschichtsweg Fellheim noch in diesem Jahr fertiggestellt und eröffnet werden. Die Schirmherrschaft über das Projekt wird der ehemalige Landwirtschaftsminister Josef Miller aus Memmingen übernehmen.
„Dank des modularen Aufbaus können wir den Geschichtsweg jederzeit ergänzen oder erweitern“, fügte der Fellheimer Bürgermeister Schaupp hinzu. So sei letztlich auch eine Anbindung an den Iller-Radweg und den künftig erfahrbaren Erlebnisraum Iller möglich. Auch an das Unterallgäuer Kneipp-Netz und den künftigen Haltepunkt der Illertalbahn am historischen Bahnhof in Fellheim könne an den Weg angeknüpft werden.