Komplett dicht: Weil die Vöhlinstraße saniert wird, ist die Fahrbahn bis zum Herbst gesperrt. Nicht alle Fahrer halten sich an die reguläre Umleitung. Foto: Langhans
Kieselsteine fliegen umher, Staubwolken steigen auf: Darüber beklagen sich Augenzeugen, wenn sie sehen, wie Autofahrer von der Illertisser Ortseinfahrt über den schmalen Weg hinab in Richtung Innenstadt fahren. Und das verbotenerweise, denn diese Straße ist eigentlich gar keine: Sie ist nicht befestigt und nur für Radfahrer freigegeben. Trotzdem wird der Weg in diesen Tagen auch von motorisierten (und wohl ortskundigen) Verkehrsteilnehmern genutzt: Sie wollen dadurch die gesperrte Vöhlinstraße umgehen – und Zeit sparen. Denn so gelangen sie vermeintlich schneller in die Stadt als über die Umleitung, die über den Zubringer und die Memminger Straße führt. Es handelt sich allerdings um eine illegale Abkürzung durch den Wald, wie Bernd Hillemeyr vom städtischen Tiefbauamt sagt. Deshalb will er gar nicht so genau sagen, wo genau sich der betreffende Weg befindet. Ansonsten gebe es durch Nachahmer wohl noch mehr Verkehr auf dem Schleichweg. Und noch mehr Ärger.
Stadtverwaltung will Barrieren aufstellen
Deshalb will die Stadtverwaltung handeln: „Wir werden dem einen Riegel vorschieben.“ Demnächst sollen Barrieren die Durchfahrt von Autos unmöglich machen. Wie genau die Blockade aussehen werde, sei noch nicht klar, so Hillemeyr. Man werde sehen, was der Bauhof an schildern und Baken zur Verfügung hat. „Es muss halt verkehrssicher sein.“
Der Schleichweg ist bislang das einzige Ärgernis im Zuge der Umleitung: „Sie wird ansonsten gut angenommen“, sagt Hillemeyr. Staus oder gar ein Verkehrschaos seien durch die gesperrte Hauptzufahrt zur Illertisser Innenstadt nicht bemerkt worden. Das liege möglicherweise auch daran, dass die Umleitungsschilder früh und in großer Zahl aufgestellt worden seien. Zudem habe die Sanierung der Vöhlinstraße in den Osterferien begonnen, und damit in einer eher verkehrsarmen Zeit. Inzwischen hätten sich die Fahrer mit dem Ziel Innenstadt daran gewöhnt, wie ausgeschildert, vom Autobahnkreisel auf den Zubringer auszuweichen.
Die reguläre Umleitung zweigt am Kreisverkehr bei der Autobahn auf den Zubringer ab. Foto: Jens Carsten
Die Arbeiten selbst gehen gut voran, sagt Hillemeyr. Die ersten Meter des neuen und breiten Kanals seien bereits verlegt. „Wenn es so bleibt, sind wir zufrieden.“ Eine Prognose zum weiteren Verlauf könne er nicht abgeben: „Wenn es jetzt vier Wochen lang regnet, sieht es sicher anders aus.“ Die neuen Leitungsrohre werden einen Durchmesser von bis zu einem Meter haben. Damit seien sie etwa vier Mal so leistungsfähig wie die alten, die nun ausgebaut werden. Weil der neue Kanal viel mehr Wasser aufnehmen kann, sollen Überschwemmungen der Vergangenheit angehören, sagt Hillemeyr.
Die Bauarbeiten in der Vöhlinstraße sollen bis zum Herbst dauern. Solange müssen Autofahrer die Umleitung noch in Kauf nehmen. Und zwar die reguläre, betont Hillemeyr.
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