„Weißer Winterglockenapfel“, „Jakob Lebel“ oder „Schöner aus Boskoop“ – die Apfelsorten auf der Streuobstwiese am Roggenburger Kloster haben klingende Namen. Diesem jetzt vollreifen, süßsauren Obst haben sich Besucher und Mitarbeiter des Bildungszentrums am Wochenende bei den „Roggenburger Apfeltagen“ gewidmet.
Schließlich gibt es von den runden Paradiesfrüchten auf dem Klosterareal jede Menge: Nicht weniger als 21 verschiedene Apfelsorten wachsen auf 150 Bäumen auf der Wiese nahe dem Bildungszentrum. Da fallen in guten Jahren tonnenweise Äpfel an. Auch heuer wurde ein Großteil des Obstes schon geerntet und von einem regionalen Hersteller zu Bio-Apfelsaft verarbeitet, wie Bildungsreferentin Dörte Fischer berichtete, die am Samstag Erwachsene und Kinder an der handbetriebenen Saftpresse begrüßte.
Die Äpfel aus Roggenburg sind als Bio-Äpfel zertifiziert
Einen Leiterwagen voller Äpfel hatte das Team des Bildungszentrums da schon frisch geerntet und für die Besucher bereitgestellt. Die Familien durften loslegen, die Äpfel in grobe Stücke schneiden und anschließend in der Presse zu schmackhaftem Saft verarbeiten. Trotz des kühlen Wetters fanden sich einige Apfelfans zu dem Unterfangen ein. „Wir wollten mal sehen, wie man Apfelsaft herstellt“, sagte ein Teilnehmer aus Buch, während die Gruppe die Früchte vorbereitete. „Viele Kinder wissen heute gar nicht, wie viel Arbeit Apfelsaft macht“, sagte Dörte Fischer über die Veranstaltung, die in diesem Jahr im Rahmen der „Tage der Regionen“ stattfand. Diese Aktionen mit Regionalbezug sollen die Bevölkerung auf die Vorteile örtlicher Produkte aufmerksam machen.
Gut sechs Liter Saft pressten die Teilnehmer am Samstagmittag aus den Apfelstücken heraus – und kosteten ihn natürlich direkt. Um ihn haltbar zu machen, müsste man den Saft noch erhitzen, auf 60 bis 70 Grad. So behalte er viele wertvolle Inhaltsstoffe und bleibe, dunkel und kühl gelagert, bis zu zwei Jahre genießbar, erklärte Fischer.
Seit zwei Jahren sind die Roggenburger Äpfel zudem als Bio-Äpfel zertifiziert – das bringt immerhin mehr Einnahmen für die jährliche Ernte. Im vergangenen Jahr fiel sie, wohl witterungsbedingt, komplett aus, im Jahr 2018 war es dafür ein Rekordergebnis mit 18,5 Tonnen gewesen. Dass die Roggenburger Streuobstwiese aber nicht nur viele Äpfel einbringt, sondern auch ökologischen Nutzen hat, erfuhren die Besucher in der kleinen Ausstellung, die das Team im Innenhof des Klosters vorbereitet hatte. Auch reichlich Apfelprodukte gab es dort zu probieren und zu erstehen, vom scharfen Apfel-Chutney über Apfelbrand bis zum süßen Gelee.
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