Startseite
Icon Pfeil nach unten
Illertissen
Icon Pfeil nach unten
Vöhringen
Icon Pfeil nach unten

Vöhringen: Der Verkehr in der Ulmer Straße in Vöhringen wird ausgebremst

Vöhringen

Der Verkehr in der Ulmer Straße in Vöhringen wird ausgebremst

  • |
  • |
  • |
    Die Ulmer Straße in Vöhringen ist  ein Nadelöhr, weil sie neben dem örtlichen Verkehrsaufkommen auch den Durchgangsverkehr zu verkraften hat.
    Die Ulmer Straße in Vöhringen ist ein Nadelöhr, weil sie neben dem örtlichen Verkehrsaufkommen auch den Durchgangsverkehr zu verkraften hat. Foto: Ursula Katharina Balken

    Eine Lösung für die Ulmer Straße in Vöhringen muss her – da waren sich die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung einig. Nicht zuletzt der tödliche Unfall eines Kindes machte deutlich, dass die Sicherheit dort dringend erhöht werden muss. Doch wie die Lösung aussehen soll, dafür gab es ganz unterschiedliche Ansichten.

    Es war ein zähes Ringen, das sich jedoch durch Sachlichkeit und große Empathie für die Sache auszeichnete. Wenn die diskutierten Möglichkeiten auch recht unterschiedlich ausfielen, so wurde in der Debatte doch deutlich, wie wichtig eine Lösung für die Ulmer Straße den Räten aller Couleur ist. Denn über eines musste nicht diskutiert werden: Die Ulmer Straße ächzt im Teilstück zwischen der Kreuzung von Silcherstraße und Frauenstraße und dem Mini-Kreisverkehr unter dem Verkehr, nicht nur in Bezug auf das Aufkommen, sondern vor allem, weil zu schnell gefahren wird.

    Mehr Sicherheit in der UImer Straße: Drei Varianten für den Verkehr

    Nicht erst seit dem tragischen Unfalltod eines Buben im Frühjahr beklagen Vöhringer die Verkehrsdichte und das Tempo in diesem Bereich. So hatte Harald Vrkoslav, in der Verwaltung zuständig für den Straßenverkehr, eine dreiseitige Analyse der Optionen vorgelegt und gleichzeitig dazu Vor- und Nachteile der aufgezeigten Möglichkeiten dargestellt.

    • Erste Variante: Die 30-Stundenkilometer-Regel belassen und Pflasterungen aufbringen. Vorteile: Die Sicherheit von Fußgängerüberwegen kann durch ergänzende bauliche Maßnahmen verbessert werden. Nachteile: Bedenklich, wegen der sich entwickelnden Lärmbelästigungen der Anwohner, vor allen nachts.
    • Zweite Variante: Reduzierung der Geschwindigkeit auf 20 Stundenkilometer – was man dann einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich nennt. Der Zebrastreifen müsste laut Gesetz entfernt werden. Vorteil: Da es keine sichtbare Querungshilfe mehr gibt, würde die Aufmerksamkeit der Fußgänger erhöht. Durch die geringer zugelassene Geschwindigkeit der Autos verbessert sich die Verkehrssicherheit der Menschen, die zu Fuß unterwegs sind. Nachteil: Es ist ein rechtliches Problem, denn in 30er- und 20er-Zonen sind Zebrastreifen vom Gesetzgeber nicht zugelassen.
    • Dritte Variante: Eine Bedarfsampel. Vorteil: Für Querungen der Fußgänger die sicherste Lösung. Nachteile: Rückstau droht. Es gäbe lange Wartezeiten für ein- und ausparkende Autos. Außerdem bestünde bei Stau ein Gefahrenpotenzial für Fußgänger, die auf Höhe des Eiscafés zum Aufenthaltsraum am Bach wechseln wollen.
    An der Unfallstelle in der Ulmer Straße in Vöhringen gedachten die Menschen nach dem Unfall mit Kerzen, Blumen und Kuscheltieren dem getöteten Siebenjährigen.
    An der Unfallstelle in der Ulmer Straße in Vöhringen gedachten die Menschen nach dem Unfall mit Kerzen, Blumen und Kuscheltieren dem getöteten Siebenjährigen. Foto: Thomas Kempf (Archivbild)

    Ludwig Daikeler (SPD) hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Verkehrsberuhigung. Sein Vorschlag war es, das Tempo schon vor der Einfahrt in die Ulmer Straße zu reduzieren. Was ihn und Fraktionskollege Werner Zanker allerdings aufbrachte, ist die gesetzliche Regelung, nach der Zebrastreifen in einer 20er-Zone nicht erlaubt sind. Zanker: "Das ist der blanke Irrsinn." In anderen Städten, so beide Sprecher, würde das auch praktiziert. So gebe es in Illertissen sogar eine Ampel in der 20er-Zone.

    Zebrastreifen in der Ulmer Straße in Vöhringen wird entfernt

    Hans Gutter (CSU) warnte davor, den Zebrastreifen zu entfernen. "Er ist Hilfsmittel für ältere Menschen, auch an die müssen wir denken." Zweiter Bürgermeister Herbert Walk (CSU) schlug vor, mit einer gelben Blinkampel vorher auf den Kreisverkehr hinzuweisen.

    Die Debatte hatte sich fest gefahren. Nach einer Kurzkonferenz mit Harald Vrkoslav legte der Bürgermeister einen Kompromissvorschlag auf den Tisch: Auf dem Teilstück der Ulmer Straße sollen künftig statt der jetzt zugelassenen 30 nur 20 Stundenkilometer erlaubt sein. Gesetzeskonform entfällt der Zebrastreifen. Die Verwaltung will prüfen, mit welchen Mitteln der Verkehr außerdem zu verlangsamen ist. Im Gespräch sind beispielsweise mobile Schwellen aus Gummi, die sind nicht so lärmintensiv. Der Ausschuss folgte einstimmig dem Vorschlag von Bürgermeister Michael Neher.

    Dieser stellte fest, dass zahlreiche Autofahrer mit Ulmer Kennzeichen auf der Ulmer Straße unterwegs seien. Vielleicht werde eine 20er-Zone, in der man dann nur sehr langsam vorwärts kommt, den Fahrern den Weg über die Ulmer Straße lästig machen und sie wählen dann lieber eine Route außen herum. Denn es gibt durchaus Möglichkeiten, die Innenstadt zu meiden. Es werde wohl etwas dauern, aber mit der Zeit werden sich die Fahrer daran gewöhnen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden