Es gibt kaum etwas Tragischeres, als wenn ein Kind unerwartet stirbt. So ist auch die Trauer und Anteilnahme in Vöhringen noch immer riesig, nachdem am Ostersonntag ein Siebenjähriger bei einem Verkehrsunfall sein Leben verloren hat. Noch immer brennen Kerzen an der Unfallstelle, an der auch Blumen, selbst gemalte Bilder und Kuscheltiere niedergelegt wurden. Darüber hinaus wollen offensichtlich viele Menschen der Familie helfen - indem sie spenden.
Vöhringer Bürgermeister hält Kritik für unangebracht
Jeder, der bereits einen geliebten Menschen verloren hat, weiß, dass Geld in solchen Situationen kaum den Kummer zu lindern vermag. Nachdem bei der Crowdfunding-Plattform "Go fund me" eine private Spendenaktion gestartet worden war, fragten sich auch manche Nutzer in den sozialen Medien, wofür das Geld überhaupt gebraucht werde. Nichtsdestotrotz kamen innerhalb eines Tages mehr als 10.000 Euro zusammen. Bürger haben auch an die Stadt den Wunsch herangetragen, dass diese ein offizielles Spendenkonto eröffnet.
Bürgermeister Michael Neher, der am Freitag auch persönlich an der Trauerfeier für den verstorbenen Buben teilgenommen hat, hat wenig Verständnis für die auf Facebook geäußerte Kritik an der "Go fund me"-Kampagne. Fragen, wozu das Geld gebraucht werde, hält er nach einem so tragischen Unfall für unangebracht.
Neher: Die Bürger wollen irgendwie helfen
Dass die Stadt ein Spendenkonto einrichtet, nachdem auch so viele Bürger danach gefragt hatten, war für den Bürgermeister selbstverständlich: "Die Menschen wollen helfen, und das war die beste und einfachste Möglichkeit." Er hatte zuvor auch mit der betroffenen Familie gesprochen und sich dabei versichert, dass die Angehörigen auch mit der Aktion einverstanden sind. Neher sagt: "Ich bin sicher, das kommt nicht nur finanziell an, sondern auch als Zeichen der Anteilnahme." Die Spendensumme werde der Familie selbstverständlich zu 100 Prozent und zu deren freien Verfügung übergeben.
Für das Spendenkonto zuständig ist bei der Stadtverwaltung Simone Thalhofer-Preußner, die auch die rechtlichen Hintergründe erklären kann. Eine Kommune darf Spendenkonten für mildtätige Zwecke einrichten. Das gilt per Definition auch dann, wenn jemand seelisch in Not geraten sei, so Thalhofer-Preußner. Wie vermögend der oder die sind, die von einem schweren Unglück betroffen waren und denen solche Spenden zugutekommen, spiele dabei keine Rolle. Das ist auch bei anderen wohltätigen Aktionen so, die die Stadt unterstützt - zum Beispiel bei "Vöhringen zeigt Herz".
Die Initiative, deren Schirmherr Bürgermeister Neher ist, organisiert jedes Jahr eine Weihnachtsgeschenkeaktion. Kinder und Senioren können Wünsche äußern, die von Spendenwilligen anonym erfüllt werden. Gedacht ist das natürlich für ärmere Familien, eine Bedürftigkeitsprüfung oder Ähnliches gibt es aber nicht. Wie auch bei der aktuellen Spendenaktion muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er spenden möchte oder nicht.
Die Details zum Spendenkonto gibt es hier.
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