Stadtgärtner Christian Haller und sein Team haben für neuen Blumenschmuck in den Pflanzkästen in Illertissen gesorgt. Nichts Ungewöhnliches – oder doch? Ja. Die viereckigen Tröge sind über den reinen Zweck des Blumentopfs hinaus plötzlich selbst zum Kunstobjekt geworden: Eine der vier robusten Holzwände ersetzt jeweils ein echtes Gemälde. Das geübte Auge mag dahinter den Kunstzirkel Illertissen vermuten, und so ist es auch.
Das künstlerische Stadtraumprojekt wird am Freitag, 12. Juni, ab 19 Uhr auf dem Illertisser Marktplatz im Rahmen einer Vernissage öffentlich vorgestellt. Geplant ist ein kleiner „Artwalk“, also Rundgang zu einigen der dekorierten Blumenkästen mit zugehörigen Erklärungen der jeweiligen Kunstschaffenden. Als Vorsitzende verrät Theresia Richter-Numberger schon mal, wie sie diesmal zu ihrer Idee gekommen sind, um wieder Kunst im öffentlichen Raum zu präsentieren: Der Vorschlag stamme von Bürgermeister Jürgen Eisen, der wiederum den Tipp von Ehefrau Gertrud bekam, die andernorts etwas Ähnliches entdeckt hat, weiß die Vorsitzende. Also beratschlagten die Illertisser Kunstschaffenden, fanden die Idee gut und hoben sich ihre ursprüngliche Idee für ein anderes Mal auf. Der Bürgermeister übernahm es, die geeigneten wetterfesten Platten zu finden, und der Bauhof daraufhin, an den Kästen jeweils eine Seite durch die Gemäldeplatte zu ersetzen.
Kunstzirkel startet dank Spenden in Illertissen durch
Zur Finanzierung ihrer Farben durfte der Kunstzirkel wieder auf die Unterstützung eines Illertisser Geldinstituts zählen, mit dabei auch das Kulturamt, sodass die Kunstschaffenden unbeschwert loslegen konnten. Erst mussten die Platten grundiert werden, und dann ließen 15 Malerinnen und Maler ihrer Fantasie mit Pinsel und Farbe freien Lauf. Zuletzt wurden die Gemäldetableaus mit Bootslack wetterfest gemacht. Anfang Mai waren alle fertig und der Bauhof machte sich ans Anbringen der Bildwände. 30 Tableaus seien so zusammengekommen und am Marktplatz gebe es ein weiteres Tableau, das die Aktion des Kunstzirkels vorstelle, informiert Richter-Numberger.
Bei der Themenwahl richteten sich die Kunstschaffenden nach den Örtlichkeiten. Etwa am Bahnhof, wo die Reisenden in der Bienenstadt plakativ von der Honigsammlerin begrüßt werden: „Im Dienst der Andern“ hat Michaela Jensch ihr Tableau betitelt. Sodann wird am Illertisser Rathaus die Städtepartnerschaft mit Carnac thematisiert, indem Klaus Greck unter dem Titel „Muschelsuche bei Carnac“ Reiseerinnerungen lebendig werden lässt. Aber auch der Blick aufs Schloss findet seinen künstlerischen Niederschlag, indem ihn Edwin Cespedes auf seinem Gemälde beim Adlergebäude festgehalten hat.
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