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Lydia Schnabl engagierte sich für Illertissen und gründete die Tafel

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Ohne sie hätte Illertissen keine Tafel: Zum Tod von Lydia Schnabl

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    Lydia Schnabl war an ihren Mitmenschen gelegen.
    Lydia Schnabl war an ihren Mitmenschen gelegen. Foto: Regina Langhans

    Zuletzt war es etwas ruhig geworden um die eigentlich quirlige Pädagogin, Stadträtin und Gründerin der Illertisser Tafel. Einen tiefen Einschnitt für ihr Leben bedeutete der Tod ihres Ehemannes Joschi im Jahr 2021, und kurz darauf starb noch ihr Schwiegersohn. Trotzdem war die freundliche Seniorin mit ihrem angenehmen Auftreten immer noch das eine oder andere Mal in Illertissen anzutreffen. Nun ist sie am 22. April im Beisein ihrer Familie gestorben.   

    Lydia Schnabl kam am 12. April 1939 als viertes Kind des Eisenbahners Georg Epple und der Hauswirtschafterin Maria Epple in Harbatshofen im Landkreis Lindau zur Welt. Mit vier Geschwistern wuchs sie in Scheidegg auf, besuchte die Volksschule und trat 1951 ins Gymnasium der Dominikanerinnen in Wettenhausen ein. Darauf folgte das Lehramtsstudium für Grundschule in Augsburg. Dort lernte sie auch ihren Mann Joschi kennen und lieben. Das Paar heiratete 1965, hat zwei Kinder sowie fünf Enkelkinder, welche die Lateinkenntnisse ihrer Oma gerne in Anspruch nahmen, weiß Sohn Stefan Schnabl. Er fügt an: „Eine blonde Allgäuerin und ein schwarzer Ungar, schon ungewöhnlich für damals.“

    Lydia Schnabl galt als Pädagogin mit Leib und Seele

    Der erste Einsatz führte die junge Lehrerin 1961 nach Bayerdilling bei Neuburg an der Donau, wo sie zwei Jahre lang eine Klasse mit 64 Kindern der Jahrgänge eins bis vier führte. Die zweite Lehramtsprüfung absolvierte Lydia Schnabl 1964 an der Mädchenschule in Vöhringen, wo sie bis 1972 blieb. Zum Schuljahr 1972/73 bis 1978 wechselte sie dort an die Grundschule Nord und von 1978 bis Ende des Schuljahrs 1989 unterrichtete sie an der Bischof-Ulrich-Grundschule in Illertissen. 1989/90 wurde sie in die Grundschule Au als Schulleiterin versetzt und ab 1. September 1997 als Grundschul-Rektorin nach Illertissen, wo sie bis zu ihrer Pensionierung 2003 blieb.

    Zu den schulischen Höhepunkten dieser Zeit zählen etwa die Inszenierungen von „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn und „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi als fächer- und jahrgangsübergreifendes Gesamtwerk aller Grundschulkinder. Als ehemalige Lehrerin spricht Gabriele Rüger gewiss im Namen ihres einstigen Kollegiums, wenn sie Lydia Schnabl als „Pädagogin mit Leib und Seele, gepflegt und diszipliniert bis ins hohe Alter“ bezeichnet.

    Für ihr Engagement erhielt Lydia Schnabl die Ehrennadel der Stadt Illertissen

    Ihr vielseitiges Engagement stellte die Pädagogin von 2002 bis 2008 als Stadträtin unter Beweis. Als die damalige Bürgermeisterin Marita Kaiser auf sie mit dem Anliegen zukam, in Illertissen eine Tafel für Bedürftige aufzubauen, konnte sie nicht ablehnen. Später sagte Lydia Schnabl: „Ich hatte mir Bedenkzeit ausgebeten, und weil ich die Tafel für sinnvoll und notwendig befand, hatte ich zugestimmt.“ Statt den Ruhestand auszukosten, stürzte sich die 72-Jährige mit einem Team von Helfern, darunter Ideengeber Flemming Regaard, die heutige Vorsitzende Ulrike Tiefenbach, aber auch Ehemann Joschi Schnabl, in die Organisation. 2004 öffnete die Lebensmittelausgabe und 2009 die Kleiderkammer.

    Dafür, dass Lydia Schnabl einen Großteil ihrer Freizeit unentgeltlich zum Wohl Bedürftiger einsetzte, erhielt sie 2011 die Ehrennadel der Stadt Illertissen. Tiefenbach, die 2012 den Vorsitz übernahm, würdigt die „hohe soziale Kompetenz“ ihrer Vorgängerin, die ihren Anspruch, bedürftigen Menschen zu helfen, vorbildhaft gelebt habe. Lydia Schnabl galt zudem als leidenschaftliche Tennisspielerin, gehörte dem Kirchenchor St. Martin an, spielte Geige, Flöte und bis zuletzt gerne auf ihrem Klavier.

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