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Senden: Wenn die Polizei ausgezogen ist, wird das Rathaus erstmal umgebaut

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Wenn die Polizei ausgezogen ist, wird das Rathaus erstmal umgebaut

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    Die Polizei zieht bald in ihr neues Gebäude neben dem Rathaus um. Dann kann die Stadt die frei werdenden Räume anderweitig nutzen.
    Die Polizei zieht bald in ihr neues Gebäude neben dem Rathaus um. Dann kann die Stadt die frei werdenden Räume anderweitig nutzen. Foto: Alexander Kaya

    Der Neubau der Polizei neben dem Rathaus in Senden ist in Rekordzeit hochgezogen worden, im Juli war bereits Richtfest. Das bedeutet, dass die bisher von der Polizei genutzten Räume im Rathaus bald frei werden, was der Stadtverwaltung neue Möglichkeiten eröffnet. Unter anderem soll das Trauzimmer wieder dort eingerichtet werden. Im Sendener Stadtrat wurden die Umbaupläne nun vorgestellt. Vorläufig gibt es zwar nur eine Kostenschätzung, doch klar ist jetzt schon: Die Stadt muss dafür tief in die Kasse greifen.

    Im Frühjahr 2025 beginnt im Rathaus in Senden der Umbau

    Wie Architekt Martin Maslowski erläuterte, soll im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Umbau begonnen werden. Ziel ist es zum einen, neue Büroarbeitsplätze für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Denn die Platznot in der Verwaltung ist groß. Zum anderen soll das Trauzimmer wieder ins Rathaus zurückgeholt werden. Dieses war 2021 vorübergehend ins Bürgerhaus verlagert worden, eben weil es im Rathaus zu eng wurde.

    „Die Leute wollen feiern“, sagte Bürgermeisterin Claudia Schäfer-Rudolf (CSU). Doch im Bürgerhaus sei das oft eine Gratwanderung, wenn bald nach einer Trauung und dem anschließenden geselligen Beisammensein eine andere Veranstaltung in den Räumen stattfindet und man die Gäste sozusagen hinauskomplimentieren muss. Dem werde dadurch abgeholfen, dass das Trauzimmer wieder ins Rathaus kommt. Für die Bürgerinnen und Bürger sollen so auch flexiblere Termine für Eheschließungen möglich sein.

    Das neue Trauzimmer des Standesamts Senden soll ein schöner Raum werden

    „Das Trauzimmer wird ein sehr schöner Raum“, versprach Martin Maslowski. Es solle etwa 100 Quadratmeter groß werden. Die sehr kleinteilige Struktur der Polizeidienststelle im Erdgeschoss muss dafür allerdings beseitigt werden. Der Architekt sprach von einer „spannenden Fläche“. Für den Umbau müsse in die Statik des Gebäudes eingegriffen werden, das heißt, tragende Wände müssen ersetzt, Stützen, die bis ins Untergeschoss reichen, errichtet werden.

    Außerdem sollen die Fenster im Süden und Westen des Hauses erneuert werden. Eine Sanierung der Ostfassade sei derzeit nicht möglich, so der Architekt. Allein diese würde mehrere Hundertausend Euro kosten. Zudem gebe es dafür keine Ersatzteile mehr. Diese Maßnahme sei allerdings nur aufgeschoben: „Irgendwann werden Sie die Fassade angehen müssen“, wandte sich Maslowski an die Stadträtinnen und Stadträte.

    Die Stadtverwaltung braucht neue Räume, um als Arbeitgeberin attraktiv zu bleiben

    Der jetzt anstehende Umbau soll insgesamt etwa 750.000 Euro kosten. Darin sind auch die Einrichtung für zwölf Arbeitsplätze und das Trauzimmer sowie Arbeiten an den Außenanlagen enthalten. Das seien sinnvolle Ausgaben, denn das Rathaus platze aus allen Nähten, befand Theodor Walder (CSU). Hans-Peter Werner (Grüne) meinte dennoch: „Wir wollen es uns leisten. Die Frage ist: Können wir es uns auch leisten?“ Kämmerer Matthias Brückner räumte ein, dass wohl erst ab Oktober verlässliche Zahlen für die Finanzplanung im nächsten Jahr vorliegen.

    Bürgermeisterin Schäfer-Rudolf antwortete auf die Frage des Stadtrats mit einer Gegenfrage: „Können wir uns einen Leerstand leisten?“ Die Antwort gab sie gleich selbst: „Ich glaube nicht.“ Denn was passiere dann mit den Räumen? Und was bedeute das für die Außenwirkung, gerade in der Mitarbeitergewinnung? Aus ihrer Sicht führt kein Weg dran vorbei, neue, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen.

    Claudia Schäfer-Rudolf: „Wir sind die einzige Stadtverwaltung mit einer eigenen Zelle“

    Letztlich fiel das Votum des Stadtrats für die Umbaupläne einstimmig aus. Die dafür notwendigen Mittel sollen im Haushalt 2025 bereitgestellt werden. „Der nächste Schritt wird sein, dass wir das Ganze statisch überprüfen“, kündigte Martin Maslowski an. „Dann können wir die Kosten nochmal verifizieren.“ Der Einzug in die neuen Räume soll bis Ende nächsten Jahres erfolgen.

    Alle Spuren der Polizei werden übrigens auch dann nicht beseitigt sein, wenn diese ihre neue Dienststelle bezogen hat und der Umbau im Rathaus abgeschlossen ist. Die Zelle im Keller des Gebäudes bleibt bis auf Weiteres erhalten, auch wenn laut Schäfer-Rudolf noch unklar ist, was damit passiert. Die Bürgermeisterin freute sich jedenfalls über das künftige „Alleinstellungsmerkmal“: „Wir sind die einzige Stadtverwaltung, die eine eigene Zelle hat.“

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