Startseite
Icon Pfeil nach unten
Illertissen
Icon Pfeil nach unten
Illertissen
Icon Pfeil nach unten

Umfrage in Illertissen offenbart Wünsche und Ideen der Jugendlichen

Illertissen

Eine Umfrage verrät: Was sich Jugendliche in Illertissen wünschen

  • |
  • |
  • |
  • |
    Public Viewing in Illertissen ist eine der Ideen aus der Umfrage unter Jugendlichen.
    Public Viewing in Illertissen ist eine der Ideen aus der Umfrage unter Jugendlichen. Foto: Peter Rosa (Symbolbild)

    Ein großes und sehr junges Publikum hat der Illertisser Stadtrat am Donnerstag gehabt: Schüler aus allen weiterführenden Schule verfolgten die Sondersitzung in der Aula des Illertisser Kollegs. Eins der Hauptthemen an dem Vormittag: die Jugendlichen selbst.

    Denn, um ein besseres Verständnis für die Wünsche, Bedürfnisse und Lebenswirklichkeit junger Menschen in Illertissen zu gewinnen, hat das Jugendbüro junge Menschen in Illertissen befragt. Die Umfrage war an allen weiterführenden Schulen der Stadt beworben worden, um ein möglichst umfassendes Bild der Lebenswelt junger Menschen zu erhalten. Besonders stark vertreten waren dabei die Mittelschule, Realschule und das Gymnasium, an denen die Umfragbögen aktiv, besonders in den unteren Klassen, auch im Unterricht ausgefüllt wurden. An der Berufsschule sowie an der Förderschule wurde die Befragung hauptsächlich über Flyer beworben, weshalb aus diesen beiden Schularten nur sehr wenige Rückmeldungen eingegangen sind, informierte Jugendpfleger Marc Bauer über die Datenlage.

    Stadtrat in der Schule: Zum Schluss gab es am Donnerstag Applaus für die Schüler, die die Sitzung zwei Stunden konzentriert verfolgt hatten.
    Stadtrat in der Schule: Zum Schluss gab es am Donnerstag Applaus für die Schüler, die die Sitzung zwei Stunden konzentriert verfolgt hatten. Foto: Karen Annemaier

    Stadträte und Bürgermeister Eisen loben Engagement der Illertisser Jugend

    Insgesamt haben 893 Jugendliche an der Umfrage teilgenommen, freut sich Bauer. 309 Fragebögen wurden in Papierform ausgefüllt und 584 digital beantwortet. „Die hohe Teilnahme zeigt das große Interesse der Jugendlichen, ihre Meinung einzubringen und die Angebote sowie Entwicklungen in Illertissen aktiv mitzugestalten“, urteilt er.

    Darüber hinaus hätten 97 Jugendliche angegeben, dass sie sich vorstellen können, aktiv an der Umsetzung einzelner Projekte mitzuwirken. Diese Jugendlichen sollen nun kontaktiert werden, um zu erfragen, ob sie sich zudem eine Kandidatur für das geplante Jugendparlament vorstellen können. Ziel sei es, im ersten Quartal des neuen Jahres, wieder ein Jugendparlament zu wählen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass junge Menschen, die Interesse und Engagement zeigen, unmittelbar in Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

    Freizeitideen und Angebote: Was Illertisser Jugendliche Marc Bauer vorschlagen

    Das Jugendparlament soll 15 Sitze haben, Bauer stellt sich vor, dass jede weiterführende Schule vier erhält, die übrigen Sitze sollen mit Kandidaten bestückt werden, die das Jugendhaus aufstellt. Wählbar sind Mädchen und Jungen zwischen 13 und 21 Jahren. Da sich viele Schüler, die jünger als 13 sind, bei der Umfrage eingebracht haben, will Marc Bauer für sie Möglichkeiten schaffen, sich in gesonderten Projekten einzubringen.

    Gefreut hat Marc Bauer, dass die Hälfte der Teilnehmer sagen, sie hätten Interesse an Politik. Ebenfalls die Hälfte fühlt sich aber als Jugendliche kaum oder nicht gehört in der Stadt. Das seien wichtige Signale für ein Jugendparlament, folgert er. Aus der Umfrage geht aber auch hervor, dass die Stadt für Jugendliche ein guter Ort ist. Mit den Freizeitangeboten ist ein Großteil zufrieden, berichtet Marc Bauer. Nicht weniger als 200 Projektideen haben die Teilnehmer zusammengetragen, in der Hoffnung , „dass ihre Wünsche mehr Gehör finden“: Keramik- und Malkurse stehen auf der Liste, aber auch Open-Air-Kino und Public Viewing zur kommenden Weltmeisterschaft 2026 und die Idee, die Musiknacht im Sommer abzuhalten. Da gibt es den Wunsch nach mehr Grün in der Stadt, besserer Beleuchtung, Orten zum Chillen, wo die jungen Menschen nicht als störend empfunden werden oder eine Calisthenics-Ecke fürs Training mit dem eigenen Körpergewicht. „Das sind konkrete, realistische, konstruktive Ideen, die sich umsetzen lassen, das hat mich besonders gefreut“, sagt Bauer.

    Bürgermeister Eisen ruft Schüler in Illertissen zu Wahl des Jugendparlaments auf

    Durch die Bank sind die Stadträte von der Analyse der Umfrage, aber auch von der Illertisser Jugend angetan. Ewald Ott (CSU) erinnerte, dass auch die Skateranlage dank des früheren Jugendparlaments realisiert werden konnte. Susanne Oberdorfer-Bögel (FW) hatte sich im Vorfeld gefragt, „wie gehen wir mit nicht realisierbaren Wünsche um? Aber das sind realisierbare Wünsche – toll!“ . Rüdiger Stahl (ÖDP/AB/Grüne) hat die Antwort auf die Frage, „warum gibt es keinen Ort, an dem wir uns treffen können, ohne bezahlen zu müssen? – Es ist das Jugendhaus“.

    Ein Ergebnis der Umfrage ist – auch für den Jugendpfleger Bauer überraschend – dass die Einrichtung Jugendhaus vielen Schülern nicht bekannt ist. Wie sich das ändern ließe, wollte Stahls Fraktionskollegin Helga Sonntag wissen. Eine Möglichkeit, die er in Betracht zieht, ist für Bauer, das Jugendhaus auch für jüngere Jugendliche unter 13 Jahren zu öffnen. Klar sei aber auch, „dass wir die Altersgruppen nicht mischen dürfen, sonst bleiben uns die Älteren weg“. „Uns fehlt Draht zu den Illertisser Jugendlichen, wir kennen ihre Erwartungen nicht, deshalb sollte man solche Umfragen öfter machen“, rät Kasim Kocakaplan (SPD) und fordert einen Jugendbeirat.

    Bürgermeister Jürgen Eisen rief auch die Schüler in der Aula dazu auf, bei der Wahl zum Jugendparlament mitzumachen.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren