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Haushalt Wiesenbach: Etat schrumpft nach Großprojekten deutlich

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Haushalt Wiesenbach: „Wir wussten, dass wir uns auf dünnem Eis bewegen“

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    Die Gemeinde Wiesenbach will heuer 10.000 Euro für Urnengräber auf dem Unterwiesenbacher Friedhof investieren.
    Die Gemeinde Wiesenbach will heuer 10.000 Euro für Urnengräber auf dem Unterwiesenbacher Friedhof investieren. Foto: Manuela Rapp

    „Von Investitionen kann nicht mehr die Rede sein im jetzigen Haushalt“, kommentiert Wiesenbachs Bürgermeister Gilbert Edelmann das aktuelle Zahlenwerk für das Jahr 2026. Der Schuldenstand sei enorm hoch. Aufgabe sei es, „die Schulden zu bedienen und handlungsfähig zu bleiben“.

    Mit einem Volumen von rund 3,54 Millionen Euro fällt der Etat heuer deutlich niedriger aus als im vergangenen Jahr mit rund 4,73 Millionen Euro und rund 7,26 Millionen Euro 2024. Das hat seinen Grund: „Die Großmaßnahmen sind beendet“, erklärt Gilbert Edelmann. Peu à peu erreiche der Etat wieder ein Volumen, „das normal ist für eine Gemeinde unserer Größe.“ Sprich: ohne Projekte wie Kindergarten, Hochwasserschutz (beides übrigens Pflichtaufgaben der Gemeinde) oder Glasfaserausbau. Er betrachtet den Haushalt ebenfalls vor dem Hintergrund, „was wir die vergangenen Jahre bewegt haben.“ Und weiter: „Wir wussten, dass wir uns auf dünnem Eis bewegen“, resümiert Edelmann über die Entscheidungen des Gemeinderats.

    Diese Zahlen legt Kämmerin Barbara Fetschele für Wiesenbach 2026 auf den Tisch

    Die Kommune wolle sich nun erstmal ein bisschen erholen nach diesen vielen Investitionen, sagt der Ortschef. VG-Kämmerin Barbara Fetschele schreibt in ihrem Vorbericht zur Lage: „Der finanzielle Spielraum für die Gemeinde wird in den nächsten Jahren ziemlich eng werden.“ Zukünftige große Unterhaltsmaßnahmen würden nur eingeschränkt, freiwillige Leistungen gar nicht mehr möglich sein. Konkret hat Wiesenbach rund 4,06 Millionen Euro Schulden (Stand 31. Dezember 2025). Umgerechnet auf die 1024 Einwohner liegt die Pro-Kopf-Verschuldung genau bei 3962,40 Euro.

    Zu den wichtigsten Einnahmen der Gemeinde zählen die Einkommenssteuerbeteiligung mit rund 832.000 Euro (30.250 Euro mehr als 2025) sowie die staatlichen Schlüsselzuweisungen in Höhe von rund 448.000 Euro, ein Plus von 37.350 Euro im Vergleich zum vergangenen Jahr. Die Pauschale Investitionszuweisung vom Land beträgt 126.500 Euro. Was die Gewerbesteuer anbelangt, so rechnet Kämmerin Barbara Fetschele heuer nur mit 90.000 Euro – 100.000 Euro weniger als 2025.

    „Vergangenes Jahr war sie ziemlich gut“, erläutert Gilbert Edelmann. Gewerbesteuer sei immer eine Lotterie, findet er. Sie hänge von vielen Faktoren ab. „Man kann sie schlecht vorhersagen.“ Schwankungen seien normal. In Wiesenbach handle es sich um langjährig ansässige Unternehmen, die Gewerbesteuer zahlen und Arbeitsplätze schaffen würden.

    Bei den „dicksten Brocken“ im Ausgabensektor steht an erster Stelle die Kreisumlage mit rund 670.000 Euro. „Es wird sich etwas tun müssen“, erklärt der Ortschef. Die Kreisumlage sei enorm gestiegen. Edelmann spricht von einer krassen Entwicklung in den vergangenen Jahren.

    Wiesenbach streicht jeden freiwillig zu investierenden Euro im Haushalt

    „Ich kann nur an den Kreistag und den Landkreis appellieren, sich eine Scheibe von Wiesenbach abzuschneiden“, verweist Edelmann auf den „sehr steinigen Weg mit Sparmaßnahmen.“ Da sei jeder freiwillige Euro gestrichen worden. Der Kreis wiederum hänge am Bezirk, der viele soziale Pflichtaufgaben (beispielsweise Pflege und Unterstützung von Menschen mit Behinderung) zu finanzieren habe. Auch hier würden Haushaltslöcher klaffen.

    Die genannten Einnahmen und Ausgaben stehen im Verwaltungshaushalt, den man auch das „Girokonto“ einer Kommune nennt. Er umfasst 2026 rund 2,23 Millionen Euro. An den rund 1,31 Millionen Euro umfassenden Vermögenshaushalt – hier stehen alle Einnahmen und Ausgaben, die das Vermögen oder die Schulden einer Gemeinde verändern – können vom Verwaltungshaushalt rund 155.000 Euro überwiesen werden.

    Bei den Investitionen, die daraus finanziert werden, sticht mit rund einer halben Million Euro der Beitrag der Kommune für die Sanierung der Krumbacher Mittelschule hervor. „Unser Haushalt wird dadurch mit etwas über einer Million in den nächsten Jahren belastet sein“, kündigt Gilbert Edelmann schon mal an.

    Ansonsten sollen Reparaturen und Unaufschiebbares daraus finanziert werden. Was dem Ortschef noch wichtig ist: das Baugebiet Oberwiesenbach, für das die Gemeinde Vorplanungen, die rund 20.000 Euro kosten, in Auftrag gegeben hat. „Wir wollen es jungen Leuten ermöglichen, ein Eigenheim in Wiesenbach zu schaffen“, betont der Bürgermeister. An die Rücklage, die derzeit rund 185.000 Euro beträgt, können laut Barbara Fetscheles Vorbericht zum Ende des Haushaltsjahrs rund 49.000 Euro zugeführt werden, sodass sie dann rund 234.000 Euro betragen wird.

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