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IHK-Konjunkturindex 2026: Wirtschaft in den Landkreisen Günzburg und Neu-Ulm deutlich unter Druck

Landkreis Günzburg/Neu-Ulm

IHK warnt: Wirtschaft in Westschwaben rutscht weiter ab

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    Die wirtschaftliche Stimmung in Westschwaben hat sich laut aktueller IHK-Umfrage im Frühjahr 2026 deutlich verschlechtert.
    Die wirtschaftliche Stimmung in Westschwaben hat sich laut aktueller IHK-Umfrage im Frühjahr 2026 deutlich verschlechtert. Foto: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

    Die wirtschaftliche Stimmung in Westschwaben hat sich im Frühjahr 2026 spürbar verschlechtert, wie die hiesige IHK-Regionalgeschäftsstelle in einer Pressmitteilung bekannt gibt. Vor allem Industrie und Handel geraten zunehmend unter Druck, während viele Unternehmen bei Investitionen und Personal vorsichtiger werden. Der IHK-Konjunkturindex für die Landkreise Neu-Ulm und Günzburg sinke gegenüber der Vorumfrage zum Jahresbeginn um sieben Punkte auf nunmehr lediglich 91 Punkte. Damit liege Westschwaben inzwischen deutlich unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten und klar unter seinem langjährigen Durchschnitt von 113 Punkten.

    „Die Unternehmen in Westschwaben stehen weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck“, erklärt Gerd Stiefel, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Neu-Ulm. „Vor allem schwache Nachfrage, hohe Kosten und die anhaltende Unsicherheit über die wirtschaftspolitische Entwicklung bremsen Investitionen und Wachstum. Die exportorientierten Industrieunternehmen spüren die schwierigen Rahmenbedingungen deutlich.“ Hermann Hutter, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Günzburg, ergänzt: „Viele Unternehmen reagieren inzwischen deutlich vorsichtiger bei Investitionen und Personalentscheidungen. Die Belastungen für den Standort nehmen spürbar zu. Gerade im Wettbewerb mit konkurrierenden Wirtschaftsregionen müssen die Standortbedingungen in Deutschland dringend verbessert werden.“

    Im April 2026 hat die IHK Schwaben einen repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zur aktuellen Geschäftslage, zu ihren Erwartungen sowie zu den größten konjunkturellen Risiken befragt. Rund 860 Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben haben sich beteiligt, davon mehr als 130 aus Westschwaben.

    Der Landkreis Neu-Ulm bleibt unter Wachstumsschwelle

    Im Landkreis Neu-Ulm verschlechtert sich demnach die wirtschaftliche Stimmung weiter. Der IHK-Konjunkturindex sinkt um fünf Punkte auf nunmehr rund 94 Punkte. Zwar bewerten viele Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage weiterhin vergleichsweise stabil, doch die Erwartungen für die kommenden Monate fallen deutlich pessimistischer aus als noch zu Jahresbeginn. „Gerade die exportorientierten Unternehmen leiden unter den weiterhin hohen Kostenbelastungen“, erklärt Gerd Stiefel. Besonders für die stark industriell geprägte Region sei dies ein erhebliches Risiko. Hinzu komme die direkte Konkurrenz zu benachbarten Wirtschaftsregionen.

    Landkreis Günzburg mit deutlichem Rückgang

    Noch stärker eingetrübt hat sich die Stimmung im Landkreis Günzburg. Der IHK-Konjunkturindex verliert dort neun Punkte und liegt nun bei rund 87 Punkten. Sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate werden deutlich schlechter eingeschätzt als zu Jahresbeginn. „Die Unternehmen brauchen dringend wieder mehr Vertrauen in die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, betont Hermann Hutter.

    Lokale Wirtschaft: Dienstleistungen bleiben wichtigste Stütze

    Wie bereits in den vergangenen Umfragen erweisen sich die Dienstleistungen mit einem Branchenindex von 106 Punkten auch in Westschwaben als wichtigste Stütze der regionalen Konjunktur. Dagegen bleibt insbesondere die Industrie mit 101 Indexpunkten deutlich unter Druck. Gerade die für Westschwaben wichtigen exportorientierten Unternehmen leiden unter den internationalen Krisen und protektionistischen Zöllen. Auch der Handel entwickelt sich mit einem Branchenindex von nur noch 89 Punkten weiterhin sehr schwach. Die Handelsbetriebe spüren die schwache Inlandsnachfrage unmittelbar am Umsatz.

    IHK warnt: Pessimismus bremst Investitionen und Beschäftigung

    Die schlechte Stimmung in der westschwäbischen Wirtschaft wirke sich auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen aus, die beide negativ ausfielen. „Investitionen sind oftmals eine Wette auf eine bessere Zukunft. Fehlt den Unternehmen der Glaube, bleiben folgerichtig die Investitionen aus“, so Stiefel.

    Ähnlich ist die Lage am Arbeitsmarkt, an dem die strukturelle Krise ebenfalls angekommen ist, wie Hermann Hutter mit Blick auf die Umfrageergebnisse berichtet: „Doppelt so viele Unternehmen gehen zwischenzeitlich von sinkenden als von steigenden Belegschaften aus. Auch dieser Trend ist mehr als ein Warnsignal.“

    Wirtschaft fordert von Bundespolitik entschlossene Reformen

    Die Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlungen in Westschwaben fordern deshalb entschlossene wirtschaftspolitische Reformen. „Die Unternehmen benötigen wieder bessere Rahmenbedingungen für Wachstum und Investitionen“, erklärt Gerd Stiefel. Dazu gehörten wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungsverfahren, leistungsfähige Verkehrs- und Datennetze sowie ein spürbarer Bürokratieabbau. Hutter ergänzt: „Westschwaben verfügt weiterhin über starke mittelständische Unternehmen und einen breiten Branchenmix. Dieses Potenzial muss durch verlässliche politische Rahmenbedingungen gestärkt werden.“

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