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KI-Forscher Michael Fischer gestaltet Bilderkennung bei Adobe in London

Die Doktorarbeit von Michael Fischer (mitte) wurde von der „Eurographics Association“ ausgezeichnet.
Foto: Michael Fischer
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Aus der schwäbischen Provinz nach London: Wie es Michael Fischer in die Tech-Elite schaffte

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    Neben den englischen Begriffen, die Michael Fischer ganz natürlich über die Lippen gehen, hört man stellenweise seinen schwäbischen Dialekt heraus. An diesem Morgen erreicht man den KI-Forscher in Barcelona, er ist auf Geschäftsreise. Später geht es dann wieder nach London, seine Wahlheimat. Der 30-Jährige, dessen Doktorarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu einer der besten in Europa ausgezeichnet wurde, ist gebürtiger Krumbacher. Mittlerweile arbeitet er bei Adobe, einem führenden Tech-Unternehmen. Ein Junge aus der schwäbischen Provinz spielt in der Tech-Elite der Welt mit. Wie hat er das geschafft?

    Technik begeistert Fischer schon in jungen Jahren

    Aufgewachsen ist Fischer mit seinen zwei Brüdern in einem Krumbacher Neubaugebiet. „Wir waren immer viel draußen und haben im Wald gespielt. Dafür ist natürlich eine Stadt wie Krumbach super“, sagt Fischer und lächelt. Schon früh hat er sich für Technik interessiert, mit Lego gespielt und sich für den Weltraum begeistert. Und daheim gab es gute Voraussetzungen, die ihn förderten. „Mein Vater arbeitet als Programmierer in der Nähe von Krumbach. Bei uns standen schon Computer Anfang der 90er Jahre herum“, sagt er.

    Während seiner Schulzeit am Simpert-Krämer-Gymnasium konnte er seine Technikaffinität weiter ausleben, zu seinen Lieblingsfächern zählten Mathematik und Physik. „In der 8. Klasse haben wir bei „Jugend forscht“ mitgemacht und einen Preis gewonnen“, erinnert er sich. Mit einem 1,0 Abitur in der Tasche stellte sich die Frage: Und jetzt? Für Fischer ging es – wie für viele planlose Abiturientinnen und Abiturienten – nach Australien. Dort entdeckte er eine Leidenschaft für das Reisen und für andere Kulturen, die geblieben ist.

    Nach einem Bachelor- und Masterstudium in Würzburg und mehreren Stationen im Ausland bekam Fischer ein Stipendium von Meta (Facebook und Instagram), um an der University College London zu promovieren. In seiner Doktorarbeit beschäftigte er sich mit der Bilderkennung von KI-Modellen.

    Tech-Szene: Wer bestehen will, muss ständig weiterlernen

    In London lebt Fischer heute mit seiner Verlobten, die er schon zu Schulzeiten kennengelernt hat und aus Ichenhausen stammt. Von der Weltstadt ist er auch nach fünf Jahren noch begeistert. Es sei „eine der besten Städte der Welt.“ Vor allem die Vielfalt fasziniert ihn: Menschen aus aller Welt, unterschiedliche Kulturen, Sprachen und Viertel mit völlig eigenem Charakter. Am Anfang sei er und seine Freundin einfach nur durch die Stadt gefahren, um diese Vielfalt aufzusaugen.

    Gleichzeitig erlebt Fischer in London die Geschwindigkeit einer globalen Tech-Metropole. Viele Meetings finden wegen der Zeitverschiebung mit den USA erst am Abend statt. Die Branche sei schnelllebig, der Leistungsdruck hoch. „Alle zwei bis drei Monate kommt ein neues Modell raus“, sagt Fischer über die KI-Forschung. Er selbst beschreibt sich als ehrgeizig, mit einem Hang zur Ungeduld und Perfektionismus – Eigenschaften, die wohl vonnöten sind, wenn man in der globalen Tech-Elite mitspielen möchte.

    Er selbst hat drei Tipps parat, wie man in dieser Szene bestehen könne: 1. Mache das, was dir wirklich Spaß macht. 2. Wer relevant bleiben möchte, muss ständig weiterlernen und 3. Man muss sich Pausen gönnen, um die inneren Akkus wieder aufzuladen. Bei Fischer ist es das Reisen, das ihn abschalten lässt.

    Krumbacher KI-Forscher: Chancen und Risiken von KI liegen eng beieinander

    Fischer spricht nicht wie jemand, der blind an technischen Fortschritt glaubt. Gerade die rasante Entwicklung künstlich erzeugter Bilder – sein Forschungsschwerpunkt – beobachtet er differenziert. Zum einen sei die Erzeugung und Bearbeitung von Bildern mithilfe von KI eine „Demokratisierung der Möglichkeiten“. Jeder könne sich ohne großes Wissen um Bearbeitungsprogramme nun künstlerisch ausleben. Damit einher gehen aber auch Herausforderungen, etwa wenn bösartige Absichten hinter künstlicher Bilderzeugung stecken, betont der 30-jährige Experte. Chancen und Risiken von KI lägen eng beieinander.

    Bei seinem Arbeitgeber in London, dem Tech-Giganten Adobe, sitzt er jetzt im „research team“, wie er es nennt, der Forschungsabteilung. Als ein Team von Wissenschaftlern entwickeln sie neue Modelle und Methoden für die Produkte von Adobe. Das Softwareunternehmen bietet die wohl weltweit bekanntesten Video- und Bildbearbeitungsprogramme „Premiere“ und „Photoshop“ an.

    Und Krumbach? Ganz losgelassen hat ihn die Heimat nicht. Er freue sich jedes Mal, wenn er zurückkomme. Familie und viele Freunde leben noch dort. Langfristig könne er sich sogar vorstellen, wieder nach Bayern zurückzukehren – vielleicht dann nach München oder Augsburg.

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