Herr Rödl, Sie sind Spielertrainer des Fußball-Kreisklassisten DJK Breitenthal. Am Samstag standen Sie allerdings neben dem bosnischen Nationalspieler und Stürmer von Borussia Mönchengladbach, Haris Tabakovic, und dem Moderator Jochen Breyer beim aktuellen Sportstudio im ZDF. Wie kam es zu diesem Auftritt vor Millionen von Zuschauern?
RÖDL: Ich habe am 22. März im Spiel gegen den TSV Langenhaslach ein anschauliches Tor erzielt. Ein Video davon hat der Verein durch unseren Torwarttrainer Matthias Schmid dann auf die ZDF-Plattform „Hartplatzhelden“ eingereicht und so wurde ich dann ein paar Tage später ins Sportstudio eingeladen.
Wie ist Ihr „anschauliches Tor“ denn genau gefallen?
RÖDL: Es kam eine Flanke von rechts in meinen Rücken. Ich stand mit dem Gesicht zum Tor, konnte nicht lange überlegen und habe den Ball mit der Hacke über mich und den Langenhaslacher Torwart ins Netz befördert.
Wer hat die Szene mit der Kamera festgehalten?
RÖDL: Das war Anja Ott, unsere Social-Media-Beauftragte. Sie macht während unserer Spiele öfter Kurzvideos mit dem Handy. Und das hat sie in meinem Fall eben genau im richtigen Moment getan.
Als Sportstudio-Moderator Breyer Sie den Zuschauern vorgestellt hat, erwähnte er, dass Sie in der laufenden Saison als Torjäger in 18 Spielen 17 Tore erzielt haben. Erfüllt Sie das mit Stolz?
RÖDL: Natürlich freut mich das, aber die Torjägergeschichte basiert meiner Meinung nach immer auf einer Mannschaftsleistung und diesbezüglich passt bei uns alles sehr gut.
Nicht ganz so treffsicher waren Sie beim Torwandschießen. Während ihr Konkurrent Tabakovic unten einmal und oben zweimal getroffen hat, gingen Sie leer aus. Waren Sie nervös?
RÖDL: Möchte ich nicht sagen, ich war nicht sonderlich nervös. Ich habe im entscheidenden Moment einfach nicht getroffen, anders als beim Warmschießen vor der Sendung. Da hatte ich eine gute Quote. Ich nehme es aber nicht so tragisch. Der Besuch im Sportstudio war auch so ein tolles Erlebnis, von dem ich meinen Enkeln noch erzählen werde.
Hatten Sie nach der Sendung noch Gelegenheit zum Gespräch mit Breyer und Tabakovic?
RÖDL: Wir hatten uns zuvor schon näher kennengelernt und kamen auch nach der Sendung nochmal länger ins Gespräch.
Gab es für den Auftritt eine Gage?
RÖDL: Eine Gage gab es nicht, aber das ZDF hat mir und Matthias Schmid, der das Video eingereicht hatte, die Übernachtung im Hotel und die Fahrkosten bezahlt und auch die Verköstigung im VIP-Raum übernommen.
Am Sonntag um 0.30 Uhr war die Sendung zu Ende. Am selben Tag standen Sie um 15 Uhr bei der DJK Breitenthal, 330 Kilometer vom Studio in Mainz entfernt, wieder auf dem Platz. War das nicht Stress pur?
RÖDL: Es war eine harte Nacht. Ich hatte im Vorfeld noch sechs weitere Tickets für das Sportstudio bekommen, die ich an Vereinsverantwortliche aus Breitenthal weitergegeben habe. Nach der Sendung haben wir den Auftritt gefeiert, sind am Morgen dann zurückgefahren und gerade noch rechtzeitig zum Heimspiel gegen den VfR Jettingen II angekommen. Da ist es dann besser gelaufen als im Torwandschießen, denn in der 87. Minute habe ich den Treffer zum 3:2-Zwischenstand erzielt. Letztlich haben wir mit 4:2 gewonnen.
In der Kreisklasse West 1 dürfte der Titel dem SV Mindelzell nicht mehr zu nehmen sein. Ihr Team belegt Rang zwei, den Relegationsplatz. Um diesen auch am Saisonende innezuhaben, sind weitere Siege Pflicht – auch am Sonntag um 15 Uhr beim Tabellendrittletzten SpVgg Ellzee?
RÖDL: Aktuell blicken wir nur von Spiel zu Spiel. Wir haben einen personellen Engpass und möchten weiterhin mit Freude und ohne Druck an die Sache gehen. Was letztlich herausspringt, wird sich zeigen.
Interview: Alois Thoma
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